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Benny Golsons Gipfeltreffen mit den Rhythmusgruppen von Miles Davis

Benny Golson
Benny Golson
21.06.2013
Als Benny Golson 1962 für Mercury das Album Turning Point” aufnahm, stand er tatsächlich an einem Wendepunkt in seiner Karriere. In den zehn vorangegangenen Jahren hatte er sich einen exzellenten Namen als Bebop- wie Hard-Bop-Saxophonist und Komponist (u.a. “I Remember Clifford”, “Stablemates”, “Killer Joe”, “Whisper Not”, “Along Came Betty”) gemacht. Etabliert hatte er sich zunächst in Bands von Tadd Dameron, Lionel Hampton, Johnny Hodges, Earl Bostic, Dizzy Gillespie und Art Blakey. Ab 1957 nahm er dann auch eigene Alben auf und leitete zusammen mit dem Flügelhornisten Art Farmer das populäre Jazztet. 1962 läutete er seinen vorübergehenden Abschied von der Jazzszene ein, um sich auf die Arbeit mit Studioorchestern und das Komponieren von Film- und Fernsehmusik (u.a. für die Serien “Ironside”, “M*A*S*H” und “Mission: Impossible”) zu konzentrieren. Mit “Turning Point” und “Free” brachte er zuvor aber noch zwei ausgezeichnete Soloalben heraus, die in der der Jazzplus-Reihe nun auf einer CD wiederveröffentlicht wurden. Ein eigenes Jazzalbum sollte Benny Golson danach erst 1977 wieder einspielen.
Die beiden Alben entstanden innerhalb von wenigen Wochen zwischen Ende Oktober und Ende Dezember 1962. Und beide Male präsentierte Benny Golson mit ausgezeichnet besetzten Quartetten eine hervorragend ausbalancierte Mischung aus populären Songs (“Mad About The Boy”, “The Masquerade Is Over”) und Standards (“Stella by Starlight”, “Alone Together”,"My Romance", “Just In Time”) sowie eigenen Kompositionen (“Dear Kathy”, “Turning Point”, “Just By Myself”, “Shades Of Stein”). Bei der Einspielung von “Turning Point” begleiteten ihn Pianist Wynton Kelly, Bassist Paul Chambers und Drummer Jimmy Cobb, die zusammen noch kurz zuvor die Rhythmusgruppe von Miles Davis gebildet hatten. Und auf “Free” standen ihm mit Pianist Tommy Flanagan, Bassist Ron Carter und Schlagzeuger Art Taylor drei weitere Musiker zur Seite, die zu verschiedenen Zeitpunkten mit dem großen Miles gearbeitet hatten.
Die CDs der Jazzplus-Serie bieten jeweils zwei Originalalben eines Künstlers auf einer CD. Aber auch die anderen Aspekte der preiswerten Edition, die Einspielungen für legendäre Jazzlabels wie Verve, Mercury, Prestige, Riverside u.v.a. präsentiert, können sich sehen und hören lassen: Alle Aufnahmen wurden neu digital von den Originalbändern remastert, viele Alben erscheinen hier erstmals auf CD oder waren lange nicht mehr erhältlich. Außerdem beinhalten die Booklets komplette Faksimiles der beiden Original-LP-Artworks, sowie natürlich alle diskographischen Angaben zu den Aufnahmen.