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Acoustic Sounds Vinyl Serie: Charles Mingus in absoluter Höchstform

Für das Album “Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus” nahm der Bassist Charles Mingus einige seiner besten Kompositionen 1963 endlich so auf, wie sie ihm immer vorgeschwebt hatten.
JazzEcho-Plattenteller: Charles Mingus "Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus" (Verve Acoustic Sounds Series)
JazzEcho-Plattenteller: Charles Mingus "Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus" (Verve Acoustic Sounds Series)
04.11.2021
Diese LP und weitere Folgen aus der Acoustic Sounds-Serie finden Sie in unserem JazzEcho-Store.   
Für die Reihe “Acoustic Sounds Vinyl” ist das Beste gerade gut genug. Präsentiert werden in dieser Serie ausschließlich Bestseller aus den Katalogen von Verve Impulse! und anderen klassischen Jazzlabels, die über viele Jahrzehnte hinweg nichts von ihrer ursprünglichen Faszinationskraft eingebüßt haben. Dass hier nicht nur musikalisch das Beste geboten wird, garantiert Verve Records dabei durch die enge Zusammenarbeit mit dem renommierten Team von Acoustic Sounds. Unter der Supervision von Firmengründer Chad Kassem mastern dort erfahrene Toningenieure die Aufnahmen von den originalen Analog-Tonbändern neu, bevor sie bei Quality Record Pressings auf 180-Gramm-Vinyl gepresst werden. Die fertigen Scheiben werden dann in von Stoughton Printing Co. produzierte hochwertige Klapphüllen mit sogenannten Tip-On-Jackets gesteckt, die dem Album ein besonders edles Aussehen verleihen.
Charles Mingus – Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus
“Schmeißt alle anderen Platten von mir weg, außer einer vielleicht”, verkündete Charles Mingus 1963 vollmundig im Begleittext zu “The Black Saint And The Sinner Lady”, seinem gefeierten Debütalbum für Impulse! Records. “Ich beabsichtige, auf diesem Label alles noch einmal neu aufzunehmen, und zwar so, wie es eigentlich hätte klingen sollen.” Da das ruhelose Genie aber schon nach drei durchweg brillanten Alben für Impulse! Records wieder zu anderen Labels weiterzog, konnte Mingus dieses Versprechen nur teilweise einlösen.
Er tat es auf dem zweiten Album “Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus”, das er bei Sessions im Januar und September 1963 mit zwei unterschiedlich besetzten Ensembles einspielte. Bis auf ein Stück – Duke Ellingtons “Mood Indigo” – bestand das Repertoire aus “endgültigen” Neuinterpretationen von zuvor bereits aufgenommenen Mingus-Klassikern, denen der Bassist hier neue Titel verpasste: der “Haitian Fight Song” wurde zu “II B.S.”, “Duke’s Choice” zu “I X Love”, “Better Git It In Your Soul” zu “Better Get Hit In Yo’ Soul”, “Goodbye Pork Pie Hat” zu “Theme For Lester Young” und “E’s Flat, Ah’s Flat Too” zu “Hora Decubitus”. Lediglich der Titel von “Celia” war nicht geändert worden.
Die beiden jeweils elfköpfigen Ensembles waren mit Musikern wie Eddie Preston, Rolf Ericson, Richard Williams (Trompeten), Britt Woodman, Quentin Jackson (Posaunen), Don Butterfield (Tuba), Booker Ervin, Eric Dolphy, Charlie Mariano, Jerome Richardson, Dick Hafer (Holzblasinstrumente), Jaki Byard (Klavier), Jay Berliner (Gitarre), sowie Walter Perkins und Dannie Richmond (Schlagzeug) hervorragend besetzt. Bei der Orchestrierung und den fantastischen Arrangements der Stücke stand Mingus außerdem Bob Hammer zur Seite.
“Das Album präsentiert die beiden Seiten von Mingus’ kompositorischem Genie”, heißt es in dem Blog The Jazz Record. “Die wunderbaren Balladen, die immer ein wenig an Film-noir-Musik erinnern, stehen hier Seite an Seite mit jenen fröhlich-peppigen Nummern, die von einem organisierten Chaos erfüllt sind, das viele der besten Werke des Bassisten charakterisiert. […] ‘Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus’ ist eine Platte, die den Test der Zeit mehr als bestanden hat, und ein immerwährendes Zeugnis für die Talente von Mingus und den Musikern, die die Fähigkeit besaßen, seiner musikalischen Vision zu folgen.” Bei AllMusic erhielt das Album wie auch “The Black Saint And The Sinner Lady” die seltene Höchstwertung von fünf Sternen.
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