Herman van Veen | Aktuelle News und Rezensionen

Rezensionen von Herman van Veen

Das große Staunen ist zurück!
Herman van Veen wird älter und das ist gut so. Denn die Lieder des holländischen Poeten werden nur noch dichter und intensiver, als sie eh schon waren. Und er sieht keinen Grund, sich irgendwie zur Ruhe zu setzen. Im Gegenteil: Hermann van Veen ist mit 64 Jahren aktiver denn je, tourt von Herbst an ein halbes Jahr lang durch Europa und hat ein neues Album im Gepäck, das seine Gedanken zum Allzumenschlichen mit pointierter Lakonik auf den Punkt bringt. Es heißt „Im Augenblick“ und ist ein Aufruf an alle, sich nicht im Unwesentlichen zu verlieren. Vielleicht liegt es daran, dass Herman van Veen Holländer ist. Jedenfalls kann er mit der deutschen Sprache umgehen, wie nur wenige seiner singenden Zeitgenossen. Seine Verse sind brillant, weil schnörkellos, sie neigen zu einer beiläufigen Drastik, ohne dabei zu verletzen. Sie sind klare Stellungnahmen, ohne Fallgruben der Ironie, und wenn doch, dann mit eindeutigen Verweisen auf die Kraft des poetischen Sprechens. Man nehme beispielsweise ein Lied wie „Gott sei Dank“, eine Anleitung zum Glücklichsein für alle, die noch nicht mit dem zu kämpfen haben, was als Schattenseiten des Alterns droht und zugleich ein Manifest für die Bewusstheit, sich nicht in den Träumen zu verliehen. Das Lied endet mit dem Satz: „So schön es früher war, ist es früher nie gewesen“, einem Slogan, der jedem rückwärts gewandten Utopisten über die Haustür geschrieben werden könnte.
vor 11 Jahren
Herman van Veen

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