Artikel

12.01.2018

Bester unter Besten - Vijay Iyer eroberte mit "Far From Over" die Bestenlisten von 2017

Mit seinem fünften ECM-Album "Far From Over" konnte sich der US-amerikanische Pianist und Komponist Vijay Iyer 2017 weltweit in den Jahresbestenliste platzieren.

Vijay Iyer, Bester unter Besten - Vijay Iyer eroberte mit Far From Over die Bestenlisten von 2017 © Lynne Harty / ECM Records Vijay Iyer

Vijay Iyer ist in der aktuellen Jazzszene wirklich eine absolute Ausnahmeerscheinung. Obwohl er einer der innovativsten und kompromisslosesten Pianisten und Komponisten seiner Generation ist, genießt er doch eine außergewöhnliche Popularität, die weit über die üblichen Jazzkreise hinausreicht. Schon seit geraumer Zeit feiert Iyer mit seinen Alben große Erfolge, obwohl er sich weder an irgendwelchen musikalischen Trends orientiert noch die "Erfolgsformel" seiner eigenen Alben je kopiert. Dabei fällt seine Musik bei aller Attraktivität, über die sie zweifellos verfügt, nie in die Kategorie "leicht konsumierbar".

Auch mit seinem letzten Album "Far From Over" gelang Iyer wieder ein verblüffender musikalischer Geniestreich. Das Presseecho war überwältigend positiv und spiegelte sich Ende 2017 darin wieder, dass Iyer mit dem Album in unzähligen Jahresbestenlisten auftauchte. Und zwar nicht nur in den auf Jazz fokussierten der einschlägigen Musikmedien (wie JazzTimes, Fono Forum, Jazz Wise, Stereogum, All Music Guide, All About Jazz, NPR), sondern auch in jenen großer Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine (New York Times, Boston Globe, Slate) sowie sogar in den genreübergreifenden Bestenlisten des US-amerikanischen Rolling Stone und des britischen Guardian. "Jazz-Keyboarder Vijay Iyer macht seit mehr als fünfzehn Jahren großartige Platten, doch auf "Far From Over" klingt er immer noch so frisch wie ein Neuankömmling", hieß es etwa im Rolling Stone. "Hier versammelt Iyer, der 2013 eine MacArthur Fellowship [den sogenannten Genie-Preis] erhielt und seit 2014 Mitglied der Harvard-Fakultät ist, ein Traumteam von hochmodernen Improvisatoren um sich und lässt sie auf eine Reihe neuer Stücke los, die progressive Komplexität, elegantes Drama und halsbrecherische rhythmische Schubkraft kombinieren. [...] Retro-Looks und -Klänge haben die Jazznarrative in den letzten Jahren dominiert; ‘Far From Over’ erinnert einen daran, wie die Musik klingt, der die Zukunft gehört." "Mr. Iyers wichtigstes Kapital ist nach wie vor sein vorwärtstreibendes, kraftvolles Klavierspiel", schrieb Giovanni Russonello in der New York Times. "Aber für sein Sextett entwarf er Arrangements, die eine unbeugsame, alles überragende neue Kraft besitzen." Und in Stereogum konnte man wiederum lesen: "Dies könnte das musikalisch aggressivste Albumsein, das ECM im Laufe des ganzen Jahres herausgebracht hat, und wenn Sie bisher noch kein Iyer-Anhänger waren, dann könnte es Sie zu einem machen."