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Various Artists, Jazz Klassiker - Armstrong, Bechet, Condon & Co.

30.03.2019 20:15 RADIO NDR Info
Jazz Klassiker - Armstrong, Bechet, Condon & Co.



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07.03.2019

3 ESSENTIAL ALBUMS - Künstler-Anthologien für Schnäppchen-Jäger

Die preisgünstigen CD-Sets der 3 ESSENTIAL ALBUMS-Serie bieten jeweils drei wichtige - und manchmal auch rare - Alben eines Künstlers in einem CD-Set.

Miles Davis, 3 ESSENTIAL ALBUMS - Künstler-Anthologien für Schnäppchen-Jäger Miles Davis - 3 Essential Albums

Die dieses Jahr vom Stapel gelaufene CD-Serie 3 ESSENTIAL ALBUMS kommt - wie sollte es bei dem einmaligen Preis-Leistungverhältnis auch anders sein - hervorragend an. Die Argumente für die Reihe haben wir ja bereits hier auf der Seite aufgezählt, acht brandneue Folgen nehmen wir hier unter die Lupe.

 

Miles Davis - And The Modern Jazz Giants / Bags'Groove / Dig

 

Dass viele der frühen Aufnahmen, die Miles Davis zwischen 1951 und 1956 für das Label Prestige eingespielt hatte, erst mit erheblicher Verspätung erschienen, ist ein wahres Kuriosum. Musterbeispiele dafür sind diese 3 ESSENTIAL ALBUMS, auf denen er durchweg großartige Musik mit Jazzlegenden auf augenhöhe spielt. "Dig" entstand schon 1951 mit u.a. Sonny Rollins, Jackie McLean und Art Blakey, wurde aber erst 1956 veröffentlicht. "Bags'Groove" wurde 1954 mit Rollins, Horace Silver, Thelonious Monk, Milt Jackson, Percy Heath und Kenny Clarke aufgenommen, erschien aber erst drei Jahre später. "Miles Davis And The Modern Jazz Giants" enthält Aufnahmen aus den Jahren 1954 und 1956, die als Album aber erst 1959 das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Und das, obwohl der Trompeter darauf mit einigen der bereits zuvor genannten Musiker sowie John Coltrane, Red Garland, Paul Chambers und Philly Joe Jones zu hören ist.

 

Bill Evans - Portrait In Jazz / Sunday At The Village Vanguard / The Solo Sessions, Vol. 1

 

Acht Monate nachdem er mit Miles Davis das ikonische Album "Kind Of Blue" eingespielt hatte, nahm Pianist Bill Evans im Dezember 1959 mit seinem neuen Trio, das er mit dem Bassisten Scott LaFaro und dem Schlagzeuger Paul Motian gebildet hatte, das ebenfalls bahnbrechende Album "Portrait In Jazz" auf. Zu den 3 ESSENTIAL ALBUMS, die Evans in den 1960ern für Riverside aufnahm, gehörte natürlich auch das letzte Album dieses fabelhaften Trios, das kurz vor LaFaros tragischem Tod entstand: "Sunday At The Village Vanguard" gilt bis heute als eines der besten Live-Alben des Jazz. Das klassische Soloalbum "The Solo Sessions Vol.1" - das u.a. ein Medley aus Alex Norths bekanntem "Spartacus Love Theme" und Miles Davis'"Nardis" enthielt - wurde von Evans zwar schon 1963 eingespielt, erschien aber erst 26 Jahre später.

 

Wes Montgomery - Smokin'At The Half Note /Tequila / Movin'Wes

 

Drei Verve-Alben, die Wes Montgomery im Zenit seines Könnens zeigten, aber zugleich auch sein kommerzielles Potenzial offenbarten. Für "Movin'Wes", mit dem der Gitarrist 1964 erstmals die Schallgrenze von 100.000 Albumverkäufen durchbrach, verjazzte er clever einige zeitgenössische Popsongs. Das Live-Album "Smokin'At The Half Note" präsentierte ihn 1965 im Zusammenspiel mit dem Trio des Ausnahmepianisten Wynton Kelly und enthielt in "If You Could See Me Now" ein Solo, das Pat Metheny als "das großartigste Gitarrensolo, das ich je gehört habe", bezeichnete. Auf dem ebenso leichtfüßigen wie melodiösen Latin-Album "Tequila" war er 1966 mit u.a. Ron Carter, Grady Tate und Ray Barretto sowie einem von Claus Ogerman arrangierten Streicherensemble zu hören.

 

Gerry Mulligan - Meets Ben Webster / At The Village Vanguard / Night Lights

 

Mit seinem schwereloseen und luftigen Ton revolutionierte Gerry Mulligan in der Cool-Jazz-Ära das Image des Baritonsaxophons und half so, es als Soloinstrument zu emanzipieren. Auf "Meets Ben Webster" traf er 1959 mit dem legendären Swing-Tenoristen zusammen. Seine Talente als Bandleader und Arrangeur demonstrierte Mulligan 1960 mit seiner stargespickten Concert Jazz Band auf "At The Village Vanguard". Besonders entspannt geht es 1963 auf dem Album "Night Lights" (1963) zu, auf dem Mulligan mit u.a. Trompeter Art Farmer und Gitarrist Jim Hall neben Jazzballaden und Luiz Bonfás Bossa-Klassiker "Manhã de Carnaval" sogar eine Prelude von Chopin interpretiert.

 

Jimmy Smith - Organ Grinder Swing / Peter & The Wolf / Bashin'

 

Auch rund 15 Jahre nach seinem Tod gilt Jimmy Smith immer noch als der unbestrittene König der Hammond-B3-Orgel. Sein Verve-Debütalbum "Bashin': The Unpredictable Jimmy Smith" zeigte ihn1962 erstmals im Zusammenspiel mit einer von Oliver Nelson arrangierten fetzigen Bigband. Zu einer weiteren Kollaboration taten sich die beiden 1966 für das Album "Peter & The Wolf" zusammen, das von dem gleichnamigen sinfonischen Kindermärchen des russischen Komponisten Sergei Sergejewitsch Prokofjew inspiriert war. Im eigentlich für ihn typischen Trio-Format nahm Smith 1965 mit Gitarrist Kenny Burrell und Schlagzeuger Grady Tate das Album "Organ Grinder Swing" auf, das sich 31 Wochen lang in den Charts hielt und zu den erfolgreichsten Aufnahmen des Organisten zählt.

 

George Benson - Shape Of Things To Come / I Got A Woman And Some Blues / Tell It Like It Is

 

Nach dem Tod von Wes Montgomery im Juni 1968 präsentierte Produzent Creed Taylor auf seinem Label CTI den Gitarristen George Benson als dessen legitimen Erben. Gleich auf dem ersten Album "Shape Of Things To Come", noch im selben Jahr mit einer All-Star-Band (feat. Herbie Hancock, Hank Jones, Ron Carter und Idris Muhammad) aufgenommen, zeigte Benson sein Crossover-Potenzial. Ein Jahr später entstand mit exzellenten Partnern wie Joe Henderson, Lew Soloff, Joe Farrell, Hubert Laws und Sonny Fortune das sehr lateinamerikanisch eingefärbte Album "Tell it Like It Is". Von seiner bluesigen Seite zeigte sich der Gitarrist dann auf dem ebenfalls 1969 eingespielten, aber erst 1984 veröffentlichten Album "I Got A Woman And Some Blues", auf dem er zudem in einem Duett mit der Bossa-Legende Luiz Bonfá zu erleben ist.

 

Shirley Horn - I Love You, Paris / I Remember Miles / You're My Thrill

 

Die Pianistin und Sängerin Shirley Horn erfuhr - ähnlich wie der Tenosrsaxophonist Joe Henderson - erst durch ihre in den 1990ern für Verve gemachten Aufnahmen späte, aber hochverdiente Anerkennung. Die unter die Haut gehenden Live-Aufnahmen von "I Love You, Paris" stellten sie 1992 mit ihrem langjährigen Trio als absolute Meisterin swingender, romantischer Jazzballaden vor. Für ihre bewegende Miles-Davis-Hommage "I Remember Miles", die den Trompeter Roy Hargrove featurete, erhielt Horn 1999 einen Grammy Award. Und auf dem ungemein prickelnden Album "You're My Thrill" kam es 2001 zu einer Zusammenarbeit mit dem exquisiten Arrangeur Johnny Mandel, zu dessen Klientel auch Stars wie Frank Sinatra, Peggy Lee, Anita O'Day, Barbra Streisand, Tony Bennett und Diana Krall gehörten.

 

Paolo Fresu - Kosmopolites / Things / Stanley Music!

 

Paolo Fresu ist neben Enrico Rava wohl der international bekannteste Jazztrompeter Italiens. Zwischen 2005 und 2009 nahm der Musiker eine Reihe von brillanten Alben für Blue Note auf, die heute nur noch schwer aufzutreiben sind. Auf dem stimmungsvollen ersten Album "Kosmopolites" (2005) interpretierte Fresu mit seinem Quintett ausschließlich Kompositionen seines Pianisten Roberto Cipelli. "Things" (2006) ist ein inspiriertes und hochoriginelles Duo-Album mit dem US-amerikanischen Pianisten Uri Caine. Und auf "Stanley Music!" (2007) knüpfte der Trompeter an die aufregende Fusion-Musik an, die Miles Davis in den frühen 1970er Jahren kreiert hatte.