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15.11.2018

Der "Schlüter-Sound" ist verstummt - zum Tod von Wolfgang Schlüter

Am 12. November ist Wolfgang Schlüter gestorben, dessen Vibraphon-Klang über Jahrzehnte hinweg eine Konstante der deutschen Jazzszene bildete.

Various Artists, Der Schlüter-Sound ist verstummt - zum Tod von Wolfgang Schlüter Skip Records Wolfgang Schlüter

"Das beste Jazz-Solo ist immer einzigartig, und es ist nur wirklich gut, wenn es bedingungslos gespielt wird. Ist ein Solo etwa deshalb besser, weil es in New York erklingt und nicht in Hamburg oder Henstedt-Ulzburg?", fragt NDR-Redakteur Stefan Gerdes in seinem lesenswerten Nachruf auf Vibraphonist Wolfgang Schlüter. Der 1933 in Berlin geborene Musiker war jahrzehntelang eine vielfältige, stets hochklassige Stimme des deutschen Jazz. Aber auch im Ausland wurde sein Klang wahrgenommen, als einer von wenigen deutschen Jazzmusikern konnte er sich im renommierten Kritiker-Poll des Down-Beat-Magazins platzieren.

 

Auf dem Albummarkt hinterließ Wolfgang Schlüter vor allen Dingen als tragendes Mitglied diverser Ensembles, vom Michael-Naura-Quintett bis zur NDR Bigband, Spuren. Als Session-Musiker war er auch mit Jazz-Größen wie Peter Herbolzheimer, Rob Franken und Volker Kriegel zu hören, setzte aber auch jazzige Akzente im Bereich der sogenannten "gehobenen Unterhaltungsmusik". So griff Film- und TV-Komponist Martin Böttcher beispielsweise regelmäßig auf Schlüters eleganten Vibes-Klang zurück, der nicht nur in Branchenkreisen das Label "Schlüter-Sound" genoss. Auch mit James Last war der in Hamburg lebende Musiker oft im Studio und in den 80er-Jahren sogar einmal auf England-Tournee.

 

Wolfgangs Schlüters nahtlos zwischen traditionellem, Modern und Fusion Jazz changierender Stil lässt sich natürlich am besten auf seinen solistischen Alben nacherleben, wie z.B. seinen Duo-Alben mit Christoph Spendel oder seinen späteren Alben auf dem Hamburger Label Skip Records.

 

Wolfgang Schlüter starb am 12. November, an seinem 85. Geburtstag, an den Folgen eines Schlaganfalls.