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14.03.2014

Ein durch und durch kühner Jazzer

Rolf and Joachim Kühn Quartet, Ein durch und durch kühner Jazzer Joachim Kühn 2014

Die Namen der deutschen Jazzmusiker, die international Anerkennung genießen, lassen sich leider an den Fingern zweier Hände abzählen. Dass Pianist und Komponist Joachim Kühn zu dieser überschaubaren Schar gehört, steht außer Frage - und dies nun schon seit annähernd 50 Jahren. Dabei hat er - nomen est omen - kühn immer wieder neues Klangterrain erkundet. Er spielte Free-Jazz mit Ornette Coleman, Zbigniew Namysłowski oder Michel Portal, Fusion und Jazz-Rock mit Michael Brecker, Jean-Luc Ponty und Billy Cobham. Er experimentierte mit Musikern aus anderen Kulturkreisen (Rabih Abou-Khalil, Trilok Gurtu, Majid Bekkas) und kehrte gelegentlich zu seinen klassischen Grundlagen zurück, indem er etwa Bach-Werke aufführte. Und natürlich kreuzte sich sein musikalischer Weg auch immer wieder mit dem seines älteren Bruders Rolf, der ihn einst von der klassischen Musik zum Jazz gelotst hatte. Gemeinsam nahmen sie zuletzt 2012 für Impulse das Album "Lifeline" auf, das mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Und gemeinsam erhielten die Brüder 2011 auch den ECHO Jazz Award für ihre Lebenswerke.

Diesen Samstag begeht Joachim Kühn seinen 70. Geburtstag. Die wahre Feier desselben steigt aber erst am 17. April bei den Internationalen Jazztagen im Stuttgarter Theaterhaus. Dann wird sich Joachim Kühn dort in verschiedenen Konstellationen mit Musikern auf der Bühne präsentieren, mit denen er im Laufe seiner langen Karriere zusammengearbeitet hat: Daniel Humair, Bruno Chevillon, Michel Portal, Majid Bekkas, Ramón López, Moussa Sissoko und natürlich Bruder Rolf. Als speziellen Gast lud der Pianist für den Abend außerdem den Saxophonisten Archie Shepp ein.

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