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19.09.2014

Otis Brown III - Mehr als nur ein Time-Keeper

Otis Brown III, Otis Brown III - Mehr als nur ein Time-Keeper Otis Brown III

Was macht man, wenn einem das Talent für die Musik praktisch in die Wiege gelegt wurde? Man nutzt es. So wie Schlagzeuger Otis Brown III. Dessen Vater hatte einst mit Legenden wie James Brown und Al Green gespielt, die Mutter leitete als Musiklehrerin die Alma Mater von Wayne Shorter und Sarah Vaughan. Kein Wunder also, dass sich da auch der Filius von der Muse geküsst fühlte und in die elterlichen Fußstapfen trat. Allerdings aus freien Stücken, wie er betont: “Ich glaube, dass sie verstanden haben, dass die Musik einen wählen muss und nicht umgekehrt. So etwas kann man niemandem aufzwingen. Meine Eltern waren in der Hinsicht fantastisch.” Nachdem er sich in den letzten fünfzehn Jahren eine tadelose Reputation als Sideman (bei u.a. Joe Lovano, Terence Blanchard und Esperanza Spalding) erspielt hat, zeigt er nun auf seinem ersten eigenen Album “The Thought Of You”, dass sehr viel mehr in ihm steckt als nur ein zuverlässiger Time-Keeper: Nämlich auch ein behutsamer Bandleader, ein gewiefter Komponist und kühner Arrangeur, der den Jazz nicht als sein einziges Biotop betrachtet.

 

Die Songs, die er auf “The Thought Of You” präsentiert, weisen nämlich auch Einflüsse auf, deren Spektrum von Gospel über Funk bis zu modernem Rhythm’n’Blues reicht. Unterstützt wird Brown von einigen der angesagtesten Musiker seiner Generation (Keyboarder Robert Glasper, Trompeter Keyon Harrold, Saxophonist John Ellis und Bassist Ben Williams), mit denen er großteils schon vor fünfzehn Jahren im Jazzensemble der New School for Jazz and Contemporary Music in New York zusammenspielte. Als Gäste gesellen sich dazu noch Organist Shedrick Mitchell und Gitarrist Nir Felder sowie die Vokalisten Bilal, Gretchen Parlato und Nikki Ross. “Was einem sofort auffällt, wenn man mit Otis zusammenarbeitet, ist, dass ihm das Spielen einfach unglaubliche Freude bereitet; er strahlt dabei wie ein kleines Kind übers ganze Gesicht”, berichtet Robert Glasper. “Vielen Musikern ist diese Freude abhanden gekommen, die nehmen das Spielen viel zu ernst.” Und diese ansteckende Spielfreude strahlt natürlich auch auf Otis Browns Mitmusiker ab und verwandelt sich beim Publikum in reinen Hörgenuss. Daran lässt  “The Thought Of You” keine Zweifel.