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Jazzland Records :

Biografie - Biographie, Bio, Vita, Biografie - JazzEcho

24.06.2010
Jazzland Recordings
Biografie des Labels

Bis der Keyboarder Bugge Wesseltoft vor zehn Jahren Jazzland Recordings gründete, wurde das Image des Jazz norwegischer Provenienz weltweit fast ausschließlich durch die Alben geprägt, die Musiker wie Jan Garbarek, Terje Rypdal, Ketil Bjørnstad oder Arild Andersen beim Münchner Label  ECM veröffentlichten. Darüber hinaus erlangte als Ausnahme- erscheinung nur noch die Sängerin Karin Krog internationale Bekanntheit.

Obwohl auch die norwegischen ECM-Alben und -Künstler keineswegs über einen (stilistischen) Kamm geschert werden können, schufen sie in der allgemeinen Vorstellung doch ein etwas eingeschränktes Bild vom norwegischen Jazz. Erst die Veröffentlichungen von Jazzland Recordings führten im Laufe der letzten zehn Jahre dazu, viele diese hartnäckig bestehenden (und manchmal eben auch schlichtweg falschen) Klischeevorstellungen von der norwegischen Jazzszene zu korrigieren.
 
"Im hohen Norden formiert sich seit Jahren musikalischer Widerstand gegen verstaubte Jazz-Klischees", meinte 2001 Stefan Krulle in der Online-Ausgabe des Spiegel. "Vorreiter der auch hier zu Lande immer populärer werdenden norwegischen Verquickung von Jazz und tanzbaren Elektro-Sounds ist der Musiker und Produzent Bugge Wesseltoft mit seinem Jazzland-Label."
 
"Bugge Wesseltoft sinniert über ein kreatives und kommerziell kaum erforschtes Niemandsland zwischen Jazz, Ambient, Drum'n'Bass und Club-Culture", erkannte Ralf Dombrowski bereits Anfang 1999 in Jazzthing. "Es ist seit mehreren Jahren sein Thema. Nur als der norwegische Keyboarder aus dem ECM-Umkreis im August 1995 begann, Drumloops, ostinate Atmosphären und postboppige Linienführungen mit soulgetönten Ausdrucks-Patterns zu verbinden, dachte kaum jemand daran, daß sich daraus Impulse für eine Jazz-Stilistik ergeben könnten."
 
Die erste Veröffentlichung des jungen Labels war 1996 Bugge Wesseltofts programmatisch betiteltes Album "New Conception Of Jazz". Der Titel mag manchem damals noch etwas zu vollmundig angemutet haben. Wesseltoft wäre schließlich nicht der erste Musiker gewesen, der an einem solch hochtrabenden Ziel gescheitert wäre. Doch heute kann man wirklich konstatieren: Wesseltoft und die anderen Jazzland-Acts haben dieser "New Conception Of Jazz" auf vielfältige Weise Gestalt verliehen und Leben eingehaucht. Die Aufnahmen der vergangenen zehn Jahre unterstreichen dies nachhaltig.
 
Wesseltofts anfängliche Intention war, "ein Label für eine Mixtur aus akustischer und elektronischer Musik mit Beats" zu schaffen. Doch schon bald wurde ihm dieser Rahmen wieder zu eng und so etablierte er nach dem Mutter-Label noch zwei Ableger mit anderer musikalischer Gewichtung. Das eigentlich Label Jazzland Recordings blieb den Pionieren des sogenannten Nu-Jazz (zu denen neben Bugge Wesseltoft u.a. noch Eivind Aarset, Audun Kleive, Sidsel Endresen, Jon Balke und die Band Wibutee zählen) vorbehalten. Auf Jazzland Acoustic wurden, wie der Name schon impliziert, akustische Aufnahmen mit deutlich jazzigeren Wurzeln herausgebracht: etwa von Håkon Kornstad, Maria Kannegaard und Håkvard Wiik sowie den Bands Atomic, Samsa'ra und Shining.

Die Jazzland Grüner Series wiederum bietet Alben von Künstlern, für die stilistische Grenzen überhaupt nicht zu existieren scheinen: Neben den poppigen Aufnahmen des Duos Beady Belle, das sich sehr schnell als eines der ganz großen Zugpferde des Labels erwies, erschienen hier u.a. eine Remix-CD von Mari Boine, Alben von der Jon Eberson Group und nicht klassifizierbare Projekte wie gen;lon und The Mungolian Jet Set sowie diverse Sampler.

Umfaßte die Bilanz des Labels nach den ersten fünf Jahren noch relativ bescheidene 16 Veröffent- lichungen, so ist der Katalog mittlerweile auf 45 Alben und 4 Compilations anwachsen. Ein klares Zeichen für das beträchtliche internationale Interesse an der aktuellen norwegischen Jazzszene. Erst kürzlich erschienen bei Jazzland Recordings und seinen Sublabels Alben vom Trio des Violinisten Ola Kvernberg, der Sängerin Live Maria Roggen und dem von Jan Bang und Erik Honoré gestarteten Projekt Punkt (mit u.a. Nils Petter Molvær, David Sylvian, Arve Henriksen und Sidsel Endresen).

Auf dem Programm stehen für dieses Jahr außerdem noch Soloalben von Håkon Kornstad und Sidsel Endresen sowie neue CDs von Beady Belle und Eivind Aarset. Zur Feier des zehnjährigen Bestehens bildete Bugge Wesseltoft mit einigen anderen Exponenten des Labels die All-Star-Jam-Band Jazzland Community, die letztes Jahr Tourneen durch Norwegen und den Rest Europas unternahm. Dabei wurde das aufregende Album "Jazzland Community: Live" mitgeschnitten, das einen kleinen Einblick ins aktuelle Schaffen des Labels bietet.

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Live-Termine am 07. Februar 2012:

  • Ralph Towner & Paolo Fresu live 2012

    , Jazzclub Hannover in Linden-Mitte, Hannover
  • Rebekka Bakken live 2010

    , Orpheum (A-Graz,Orpheumgasse 8,8020)
  • 19:30, Céline Rudolph Live 2012

    , Parktheater in Augsburg

TV-Termine am 07. Februar 2012:

  • 02:20, 3sat, Sammy Figueroa Jazz oder nie! - Sammy Figueroa and His Latin Jazz Explosion

    Als Bandleader der bläserstarken "Latin Jazz Explosion" übersetzt Sammy Figueroa Einflüsse aus den verschiedensten Musikrichtungen in einen explodierenden, rhythmisch kochenden Latino-Jazzmix.

  • 03:55, 3sat, McCoy Tyner Jazz Open Stuttgart 2009

    Wer die Geschichte des Pianos im Jazz studieren will, kommt an McCoy Tyner nicht vorbei. Er war sechs Jahre lang ein so enger Weggefährte von John Coltrane, dass er weitere sechs Jahre benötigte, um dieses Erbe zu verarbeiten und - sublimiert zu einem eigenen Stil - der Jazzwelt zu präsentieren. McCoy Tyner ist einer der wohl wichtigste Vertreter der großen Jazz-Errungenschaften der 1960er Jahre. Der zweifache "Grammy"-Gewinner begrüßt bei den "Jazz Open Stuttgart 2009" mit Gerald Cannon am Bass und Eric Kamau Gravatt am Schlagzeug einen Special Guest, mit dem er auf seinem aktuellen Album "Guitars" zusammengearbeitet hat: Bill Frisell, einer der derzeit innovativsten Gitarristen.

  • 04:55, 3sat, Chris Potter Jazz Open Stuttgart 2009

    Der in Chicago geborene Chris Potter spielte sein erstes professionelles Jazzkonzert bereits mit 13 Jahren, später besuchte er die Manhattan School of Music. Er veröffentlichte bislang mehr als ein Dutzend Alben als Bandleader und machte Aufnahmen mit Jazzmusikern wie Jim Hall, James Moody, Dave Douglas, Joe Lovano, Steve Swallow und Steely Dan. Seit seinem Debütalbum "Presenting Chris Potter", das der Saxofonist schon mit 21 Jahren aufnahm, lieferte Potter mit jedem neuen Werk einen Beweis für seine rasante musikalische Entwicklung. 2006 veröffentlicht er mit "Underground" bereits sein elftes Soloalbum. Auf den "Jazz Open Stuttgart 2009" präsentierte Chris Potter sein Album "Underground".

Radio-Termine am 07. Februar 2012:

  • 19:30, RBB Kulturradio, Juliette Gréco The Voice - Juliette Gréco

    Juliette Gréco "Das Alter hatte für mich nie eine Bedeutung", behauptet Juliette Gréco

Solveig Slettahjell - The Winner Takes It All

The Winner Takes It All Play

JazzEcho: weiterführende Verweise