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29.10.2015

Ohne Netz und doppelten Boden - Lionel Loueke jammt „live im Studio“

Lionel Loueke, Ohne Netz und doppelten Boden - Lionel Loueke jammt live im Studio Lionel Loueke - 2015

"B.B. King und Jimi Hendrix waren meine Helden", meint der aus dem Benin stammende Gitarrist Lionel Loueke. Auf seinem aktuellen Album "Gaïa" zollt er ihnen nun auf ungewöhnliche Weise Tribut, nämlich ohne auf ihr Repertoire zurückzugreifen. Eigentlich bekannt für elegant-luftige Afro-Fusion-Klänge, entfesselt er auf diesem live im Studio eingespielten Album erstmals ungefiltert die Energie, die seinem Trio mit dem italienisch-schwedischen Bassisten Massimo Biolcati und dem ungarischen Schlagzeuger Ferenc Nemeth innewohnt. Das funktioniert nicht zuletzt deshalb so gut, weil die Musiker schon seit über fünfzehn Jahren zusammenspielen und sich blind verstehen. "Ich wollte mit diesem Trio schon immer einmal eine Live-Aufnahme machen", sagt Loueke. "Wir alle zusammen im selben Raum mit einem kleinen Publikum, ohne Kopfhörer, ohne räumliche Trennung und natürlich ohne Overdubs. So entstand eine wirkliche Live-Atmosphäre. Es war ein sehr spezieller Event."

"Diese Band meistert jede nur erdenkliche rhythmische Herausforderung", sagt der Gitarrist stolz. "Aber das Wichtigste ist, starke Musik zu schreiben. Egal in welcher Taktart. Der Rhythmus muss natürlich fließen und sollte nicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Er ist nur ein Ausdrucksmittel." Die Einflüsse von B.B. King und Jimi Hendrix spürt man besonders in mitreißenden Nummern wie "Wacko Loco", "Procession" oder "Sleepless Nights". Aber natürlich greift Loueke in Stücken wie dem lebhaften groovenden "Aziza Dance" oder "Forgiveness" auch auf sein afrikanisches Musikerbe zurück. Das Album endet überraschend mit einer munteren Version des Bee-Gees-Hits "How Deep Is Your Love". "Als ich jung war, verstand ich den Text überhaupt nicht", sagt Loueke. "Mir gefiel einfach nur die wunderbare Melodie und der Gesang." Die Nummer bildet den krönenden Abschluss eines von A bis Z erstaunlichen Albums, mit dem Lionel Loueke unterstreicht, dass er zu den interessantesten und vielseitigsten Gitarristen der zeitgenössischen Jazzszene gehört.