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Kalendarium
Das geschah am 20. Oktober: 1901 *

Adelaide Hall wurde in Newport News geboren. (Gesang )

1984

Budd Johnson starb in Kansas City. (Tenorsaxofon, Arrangement )

1907 *

Carl Kress wurde in Newark geboren. (Gitarre )

1874 *

Charles Ives wurde geboren. (Komposition)

1934 *

Eddie Harris wurde in Chicago geboren. (Tenorsaxofon )

1913 *

Johnny Best wurde geboren. (Trompete)

1958 *

Jon Lloyd wurde geboren. (Sopransaxofon, Altsaxofon)

1956 *

Martin Taylor wurde geboren. (Gitarre)

1971 *

Russell Gunn wurde in Chicago geboren. (Trompete)

1920 *

Willie Jones wurde geboren. (Schlagzeug)

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Über Marsalis Music

Die Musik und insbesondere der Jazz wurden Branford Marsalis sozusagen schon in die Wiege gelegt. Und diese Wiege stand in Breaux Bridge/Louisiana, nicht allzu weit entfernt von New Orleans, wo laut der Legende bekanntlich einst der Jazz selbst zur Welt gekommen war. Schon sein Großvater, der am 19. September 2004 im Alter von 96 Jahren in New Orleans verstorbene Ellis Marsalis Sr., war ein Jazzmusiker gewesen, auch wenn er im Gegensatz zu seinem Sohn Ellis Jr. und den Enkeln Branford, Wynton, Delfeayo und Jason nie über den Status eines Amateurs hinausgelangt ist.

Branford wurde am 26. August 1960 als erster der hochmusikalischen Marsalis-Rasselbande geboren. Ein Jahr später erblickte der ernste Wynton das Licht der Welt, 1965 der spätere Posaunist Delfeayo und 1977 schließlich Nesthäkchen Jason, der die Familienband eines Tages als Schlagzeuger komplettieren sollte.

Branford und Wynton Marsalis tauchten in den frühen 80er Jahren mit einem Paukenschlag auf der Jazzszene auf und waren Teil der damaligen "Young Lions"-Bewegung, die sich die Pflege und behutsame Fortentwicklung des traditionellen Jazz auf die Fahnen geschrieben hatte. In der Band des Schlagzeugers Art Blakey spielte Branford zunächst Alt- und Baritonsaxophon, bevor er zu Tenor und Sopran wechselte. Anders als seinem ein Jahr jüngeren Bruder Wynton wurde Branford das Korsett des traditionellen Jazz aber schon bald viel zu eng. Seinen ersten notorischen Ausreißversuch unternahm er 1983, als er Miles Davis (der von Branfords Bruder Wynton nicht gerade eine hohe Meinung besaß) bei der Einspielung des Albums "Decoy" begleitete.

Zu noch mehr Diskussionen müssen im Hause Marsalis dann aber die musikalischen Unternehmungen geführt haben, die der Saxophonist ab Mitte der 80er Jahre initiierte, als er begann mit Pop-Größen wie Sting oder Tina Turner zusammenzuarbeiten. Vor allem durch die mit Sting gemachten Aufnahmen fiel eine gute Portion Pop-Ruhm aber auch für Branford Marsalis ab. Und dieser Ruhm wiederum öffnete ihm in der Zukunft zahlreiche Türen.

Auf seinen eigenen Soloalben (sein erstes nahm er 1983 unter dem Titel "Scenes In The City" für Columbia auf) präsentierte sich Branford stets als traditionsbewußter Modernist. 1992 verpflichtete ihn der weltbekannte amerikanische Talkmaster Jay Leno, die Band seiner "Tonight Show" zu leiten (heute hat diesen Job der Gitarrist Kevin Eubanks inne). Zwei Jahre hielt Branford, der sich nebenbei in Filmen wie "School Daze" und "Throw Mama From The Train" auch als Schauspieler versuchte, diesen belastenden Job aus, dann verabschiedete er sich von Leno, um sich endlich wieder seiner eigenen Musik widmen zu können.

Unter dem Pseudonym Buckshot LeFonque (das er sich von Cannonball Adderley geliehen hatte) reüssierte er 1994 mit einem der brillantesten Fusion-Alben des Jazz der letzten letzten 30 Jahre.

2002 gründete Branford Marsalis, dem Vorbild anderer Jazzmusiker folgend, sein eigenes Label Marsalis Music, auf dem er als erstes sein neues Album "Footsteps Of Our Fathers" veröffentlichte. In den seitdem verstrichenen Jahren brachte er dort nicht nur seine eigenen Werke sowie eines des gesamten Marsalis-Clans heraus, sondern auch Alben einiger Freunde und musikalischer Partner wie dem Pianisten und Sänger Harry Connick Jr., dem Altsaxophonisten Miguel Zenón, dem Pianisten Joey Calderazzo sowie dem Gitarristen und Sänger Doug Wamble.

Der Katalog des Labels Marsalis Music ist zwar noch recht klein, aber dafür durch und durch fein. In einer kürzlich begonnenen Veröffentlichungsserie namens "Marsalis Music Honors", rückt Branford Marsalis als Produzent Musiker ins Scheinwerferlicht, die zwar schon seit langem in der Jazzszene präsent sind, aber nie die Anerkennung erhielten, die sie eigentlich verdient haben. Die ersten Alben der Reihe sind den beiden Schlagzeugern Jimmy Cobb und Michael Carvin gewidmet.