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Aus den Jazz-Charts:

  • My One And Only Thrill
    VÖ: 24.04.2009
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    24.04.2009

    Melody Gardot

    Melody Gardot |

    My One And Only Thrill

    My One And Only Thrill

    VÖ: 24.04.2009

     | CD 0602517967816

    CD Tonträger Audio

    Format: CD

    (Album)

    Verve

    CD

    (Album)

  • Quiet Nights
    VÖ: 27.03.2009
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    27.03.2009

    Diana Krall

    Diana Krall |

    Quiet Nights

    Quiet Nights

    VÖ: 27.03.2009

     | CD 0602517981256

    CD Tonträger Audio

    Format: CD

    (Album)

    Verve

    Diana Krall " Quiet Nights " Verve / Universal Music 06025 1793110

    Musiker: Lorenz Hart, Richard Rodgers, Johnny Mercer, Richard Whiting, Alan Jay Lerner, Frederick Loewe, Norman Gimbel, Vinicius DeMoraes, Antonio Carlos Jobim, Hal David, Burt Bacharach, Sammy Cahn, Jule Styne, Marcos Kostenbader, Paulo Sergio Valle, Gene Lees, Buddy Kay, Sidney Clare, Jay Gorney
     
    Songs: Where Or When / Too Marvelous For Words / I've Grown Accustomed To Your Face / The Boy Form Ipanema / Walk On By / Guess I'll Hang My Tears Out To Dry / Este Seu Olhar / So Nice / Quiet Nights / You're My Thrill
     
     
     
    Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums im Jahre 1993 hat Diana Krall weltweit Millionen von Platten verkauft und die Spitzen der Charts sowohl im Pop als auch im Jazz-Segment erobert. Zu ihren Verehrern zählen prominente Stars wie der ausgewiesene Jazz-Kenner Clint Eastwood, Elton John oder die Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand. Das kommende Album der Streisand wird Diana Krall als Produzentin begleiten. Ihr eigenes Album "Quiet Nights", das erste Studioalbum seit Kralls Grammy-nominierten Jazzalbum "From This Moment On", wird am 27.März 2009 auf Verve veröffentlicht.
     
    Trotz ihres weltweiten Erfolges und der gewaltigen Aufmerksamkeit, die ihr von den Medien entgegengebracht wird, bleibt sich die kanadische Sängerin und Pianistin auch auf ihrem zwölften Album treu und widmet sich dem Jazz. Auf "Quiet Nights" kombiniert sie brasilianischen mit West-Coast-Jazz. Im Mittelpunkt stehen drei Songs der Bossa-Nova-Legende Antônio Carlos Jobim. Erneut stellt sie auf "Quiet Nights" ihr wahres Talent und ihre Glaubwürdigkeit als wegweisende Jazz-Künstlerin unter Beweis. Es gibt Musik, die scheint eigens dazu erschaffen worden zu sein, romantische Szenen zu untermalen: etwa ein Kerzenlicht-Dinner in einem feinen Restaurant oder einen Spaziergang an einem mondbeschienen Strand.
     Die Musik von Diana Kralls "Quiet Nights" gehört nicht zu dieser Gattung. Die preisgekrönte Musikerin möchte die Menschen mit den sehr brasilianisch getönten Klängen ihres neuen Albums vielmehr dazu verleiten, einen Abend in trauter Zweisamkeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. "Es ist kein kokettes Album. Es ist nicht so mädchenhaft keck wie 'Peel Me A Grape'. Mir kommt das Album sehr fraulich vor - die Musik ist wie die zärtlichen Worte, die man seinem Lover ins Ohr flüstert, wenn man sich mit ihm auf dem Bett rumlümmelt."
     
    Die zehn Songs von "Quiet Nights" - angefangen bei der erfrischenden Version von "Where Or When" bis hin zu der vollkommen seelenbesänftigenden Interpretation von "You're My Thrill" - sind in ihrer Intimität geradezu entwaffnend. Selbst die Musikfans, die mit dem rauchigen Gesang und der rhythmischen Beschwingtheit in Kralls Musik schon vertraut sind (und das sind mittlerweile einige Millionen), werden erstaunt sein, wie weit die Künstlerin die Musik hier ins Reich der süßen totalen Hingabe drängt.
    "Es ist eine sinnliche, geradewegs erotische Platte geworden", bekennt Krall. "Und genau so wollte ich sie auch haben. "Und daß sie so geworden ist, liegt nicht nur an Diana Krall. Die Sängerin gibt unumwunden zu, daß ihr Team - ihr loyales Quartett, Produzenten-As Tommy LiPuma, Toningenieur Al Schmitt und der legendäre Arrangeur Claus Ogerman - sehr viel zur verführerischen Kraft von "Quiet Nights" begesteuert hat.
    Aber die Aufnahmen offenbaren auch eine tiefere, greifbarere Reife der Künstlerin. "Die meisten Stücke dieses Albums habe ich im ersten oder zweiten Anlauf eingesungen und eingespielt. 'You're My Thrill' etwa entstand im zweiten Anlauf und 'Too Marvelous' gleich im ersten." "Sie besitzt heute vollkommene Reife", sagt Tommy LiPuma, der es wissen muß, arbeitete er doch mit Krall das erste Mal vor beinahe fünfzehn Jahren. "Sie singt nicht mehr wie eine konventionelle Sängerin, sondern geht die vokale Phrasierung sehr viel mehr wie ein Instrumentalist an. Das merkt man daran, wie sie die Lyrics interpretiert, und auch am Timbre ihrer Stimme, das sehr viel gedeckter ist, so wie bei Peggy Lee in ihrer späteren Periode." "Ich wollte nicht zu angestrengt singen - sehr stark beeinflußt wurde ich auch von Julie London", gesteht Diana Krall, merkt aber gleichnoch an, daß sie solche Einflüsse nicht immer bewußt aufgreift. "Es hat sich hier einfach so ergeben."
    Daß Kralls neues Album so betont "brasilianisch" geriet, hat sich natürlich nicht einfach so ergeben, scheint aber nur ein logischer Schritt zu sein. "Sie hat für diese Musik schon seit langem sehr viel übrig", merkt LiPuma an. "Als wir 'The Look Of Love' aufnahmen, haben wir uns sehr weit in Richtung Bossa Nova gelehnt.
    Auf 'Quiet Nights' wird diese Musik nun wirklich gefeiert. Diana singt drei brasilianische Klassiker, vier Standards, die sie rhythmisch in Bossas transformiert hat, und drei Balladen. Von den zehn Songs dieses Albums sind also im Prinzip sieben Bossa Novas." "Zu dieser Platte wurde ich durch meinen letztjährigen Trip nach Brasilien inspiriert," verrät Diana Krall, die Ende Oktober 2008 wieder in Rio de Janeiro war, um dort ein Konzert für eine kommende DVD zu spielen "Ich stellte fest, daß man dort überall noch immer die Klänge von Jobim und der Bossa Nova hören kann." Die drei brasilianischen Klassiker, die Krall für das Repertoire dieses Albums auswählte, stammen von den beiden Vätern dieser Musik: Antônio Carlos Jobim (der "Quiet Nights" und "The Girl From Ipanema" komponierte) und João Gilberto (aus dessen Feder "Este seu olhar" stammt).
     "Es sind brasilianische Standards - selbst die Kinder kennen all ihre Songs", sagt Krall. "Als ich beim Konzert anfing, 'Este seu olhar' zu singen, stimmte gleich das ganze Publikum mit ein - wie ein Chor! Das steckt ihnen einfach im Blut." Claus Ogerman war als Arrangeur an der Aufnahme zahlreicher früher Bossa-Nova-Klassiker beteiligt: er arbeitete mit Jobim und Gilberto zusammen sowie auch mit Frank Sinatra, Stan Getz und Bill Evans an deren Bossa-Alben. Daß Ogerman, der in München im Quasi-Ruhestand lebt, für die Mitarbeit an "Quiet Nights" gewonnen werden konnte, sagt viel darüber aus, welchen Respekt er Diana Krall entgegenbringt und wieviel Freude ihm die erste Zusammenarbeit mit ihr bereitet hatte.
    "Ich glaube, Claus hat sich gleich bei der ersten Begegnung mit Diana in sie 'verschossen'", sagt LiPuma, der die beiden im Jahr 2000 zusammenbrachte. "Er hatte sich schon damals weitgehend zurückgezogen und widmete sich eigentlich ganz dem Komponieren seiner eigenen Klavier- und Violin-Concerti.
    Projekte mit anderen Musikern lehnte er ab. Ich hatte mit Claus seit den frühen 70er immer wieder zusammengearbeitet - bei seinen eigenen Platten, bei Aufnahmen mit Hank Jones und Michael Brecker und 1977 bei dem João-Gilberto-Album 'Amoroso', das übrigens auch eines von Dianas Lieblingsalben ist.
    Noch heute sagt Claus, daß 'The Look Of Love' vielleicht das beste Album ist, an dem er je mitgewirkt hat. Er weiß also sehr genau, zu was sie fähig ist." Ogermans Arrangements sind eines der definierenden Elemente von "Quiet Nights". Sie verleihen der Stimmung und dem lässigen Fluß der Musik ein erstaunliches Level an Sophistication. Ogermans große Herausforderung war, für diese bekannten Stücke eine frische Herangehensweise zu finden, die einen aufhorchen läßt. "Claus hatte schon viele dieser Stücke für Aufnahmesessions arrangiert", erzählt LiPuma. "Aber meist ist er sie dabei ganz anders angegangen. Hier betonte er oft - wie etwa bei 'Quiet Nights' - die etwas dunklere Seite der Songs, verwendet verstärkt Moll- Akkorde. Diana vertraut ihm vollkommen und gewährte ihm absolute Handlungsfreiheit." Krall muß lachen, wenn sie darauf zu sprechen kommt, wie Ogerman im Scherz seine eigene Arbeit immer herunterspielt.
    "Claus sagte mir: 'Es ist eine düstere Streicherorgie!' - er hat einen wahren Sinn für  staubtrockenen Humor. Oft meinte er auch: 'Ich habe solche Sachen schon hundert Mal geschrieben, jetzt werde ich mal etwas wirklich Verrücktes machen.' Und einige der Arrangements sind tatsächlich ziemlich wild geworden." "Als wir 'Walk On By' aufnahmen, meinte er: 'Ja, ich denke, das wird gut werden.' Und als wir uns dann anhörten, wie diese Waldhörner Burt Bacharachs Melodie spielten, schmolzen wir alle förmlich dahin. Es gibt viele Passagen, wo allein das Orchester spielt. Es erinnert an Ravels 'Bolero' und es war einfach so schön, daß ich es nicht mit einem
    Jazzsolo überfrachten wollte. Ich lehnte es ab, an einigen Stellen Klavier zu spielen, weil ich Raum schaffen und die Arrangements für sich selbst sprechen lassen wollte." Um aber auch die Ansprüche ihres Jazzpublikums vollkommen zu befriedigen, spielte Krall das Fundament der Stücke von "Quiet Nights" stets mit ihren etablierten Quartett-Partnern ein: mit Gitarrist Anthony Wilson, Bassist John Clayton und Schlagzeuger Jeff Hamilton. "Ich vertraue Claus blind. Wir trafen uns in New York, wo ich ihm 25 Stücke vorspielte, und gemeinsam strichen wir die Liste dann auf 15 Stücke zusammen. Er schrieb die Arrangements, und an denen haben wir keinerlei Änderungen mehr vorgenommen." LiPuma beschreibt, wie der weitere Aufnahmeprozess verlief: "Claus schrieb die Arrangements und danach nahmen wir die Rhythmusspuren nach seinen Anweisungen auf. Aber das war keine Routinearbeit - Diana liebt es mit dem Quartett zu spielen. Sie hat diese Band schon eine ganze Weile und erledigt Dinge auf eine gewisse Art. Sie weiß, daß es wichtig ist, den richtigen Groove zu finden. Und sie fühlt sich mit Abstand am wohlsten, wenn sie das nur mit ihrem Quartett tun kann und erst danach die Streicher und alles andere hinzukommt." Mit ihren mittlerweile 44 Jahren verfügt Diana Krall bereits über reichlich Erfahrung. Die in Nanaimo/Kanada geborene Künstlerin - deren Vater selbst Stride-Pianist und leidenschaftlicher Plattensammler ist - wuchs mit Musik auf.
    In den frühen 80er Jahren besuchte sie die Berklee School of Music und zog danach nach Los Angeles, wo sie Privatstunden bei den Bassisten Ray Brown und John Clayton, Schlagzeuger Jeff Hamilton und Pianist Jimmy Rowles nahm. Rowles überzeugte sie auch davon, ihr gesangliches Talent nicht zu vernachlässigen. 1990 zog Krall nach New York, wo sie mit ihrem eigenen Trio auftrat. Ihr erstes Album "Steppin' Out" veröffentlichte sie 1993 auf dem kleinen kanadischen Label Justin Time. Begleitet wurde sie bei der Einspielung ihres Debüts übrigens von John Clayton und Jeff Hamilton. Heute, fünfzehn Jahre später, kann die Kanadierin auf eine beispielhafte Karriere zurückblicken: 1999 unterschrieb sie einen Vertrag mit dem Label Verve Records, für das sie als erstes Album "When I Look In Your Eyes" aufnahm.
    "When I Look In Your Eyes" brachte ihr nicht nur einen Grammy ein, sondern war auch das erste Jazzalbum in 25 Jahren, das in der Kategorie "Album des Jahres" nominiert wurde.
    2002 folgte mit "The Look Of Love" ein Album, das in den USA und andernorts die oberen Plätze der Pop-Charts stürmte und in Kanada mit fünffachem Platin ausgezeichnet wurde. Auf "The Girl In The Other Room" präsentierte Diana Krall 2004 erstmals eigene Songs (sechs Stücke schrieb sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Elvis Costello). Das 2005 erschienene Weihnachtsalbum "Christmas Songs" erweist sich seit seiner Veröffentlichung alle Jahre wieder als saisonaler Bestseller (auch in Deutschland ist es gerade wieder in die Jazzcharts zurückgekehrt). Und mit dem von der Kritik gefeierten Album
    "From This Moment On" verabschiedete sich Diana Krall, die Zwillinge erwartete, 2006 in den Mutterschaftsurlaub, aus dem sie sich nun mit "Quiet Nights" endlich zurückmeldet. Daß ihr neues Album "Quiet Nights" so ungemein sinnlich geworden ist, hat weniger mit Diana Kralls Faible für die Bossa Nova und Brasilien zu tun, als vielmehr mit ganz privaten Gefühlen: "Es ist eine Liebeserklärung an meinen Mann - einfach nur ein intimes, romantisches Album."

    CD

    (Album)

  • Bare Bones
    VÖ: 06.03.2009
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    06.03.2009

    Madeleine Peyroux

    Madeleine Peyroux |

    Bare Bones

    Bare Bones

    VÖ: 06.03.2009

     | CD 0011661327221

    CD Tonträger Audio

    Format: CD

    (Album)

    Decca

    Was könnte noch geheimnisvoller sein als ein Revolutionär? Genau: Ein Nonkonformist. Jemand also, der nicht bloß einmal formulierten Philosophien nachgeht, sondern sie auch einfach mal über Bord wirft und seiner inneren Stimme folgt. In der neueren Musikgeschichte gibt es für solch ein Verhalten kaum ein besseres Beispiel als jenes, das Madeleine Peyroux abgegeben hat. 1974 in Athens, Georgia geboren, verschlägt es sie bereits mit 16 nach Paris, wo sie mit der „Lost Wandering Blues & Jazz Band“ zur Straßenmusikerin wird. Sechs Jahre später entdeckt sie dort Yves Beauvais von Atlantic Records und nimmt sie unter Vertrag. Ihr erstes Album „Dreamland“ wird zum Überraschungserfolg, verkauft sich eine Viertelmillion Mal und verschafft ihr Auftritte beim Lilith Fair, in Montreux und im Vorprogramm von Sarah McLachlan.

    Doch der Schanzenrekord als Überfliegerin gleich im ersten Jahr ist zuviel für Madeleine Peyroux. Erst verliert sie zeitweilig ihre Stimme, dann den Plattenvertrag und schließlich die Lust auf allen Ruhm und Reichtum und tritt wieder auf der Straße auf. Acht Jahre lang währt das Intermezzo, bis sie sich erneut einem Label anvertraut und mit „Careless Love“ ein fulminantes Comeback hinlegt. Unter der Ägide von Joni Mitchells einstigem Ehemann Larry Klein interpretiert sie Cover-Versionen von Leonard Cohen, Bob Dylan, Hank Williams oder Elliott Smith im Jazz-Sound. Das Album verkauft sich über eine Million Mal.

    Sein Nachfolger „Half The Perfect World“ von 2006 mit Songs unter anderen von Tom Waits, Charlie Chaplin oder Serge Gainsbourg wiederholt den Erfolg, und dieses Mal packt die medienscheue Künstlerin nicht die Angst vor der Vereinnahmung ihrer selbst.
    Auf ihrem dritten Album in gut vier Jahren – angesichts der achtjährigen Schaffenspause zwischen Debüt und Nachfolger fast schon ein Schnellschuss zu nennen – hält sich die Künstlerin erneut und zum Glück an den hehren Grundsatz, sich keinesfalls ohne Not zu wiederholen. Ergo verzichtet Madeleine Peyroux jetzt auf ihre hoch gelobten Cover-Versionen namhafter Kollegen und singt sich schwer beseelt durch eigenes, bald sicherlich ebenso verehrtes Song-Material. „Für mich“, sagt sie, „war das wirklich eine ganz neue Erfahrung. Es war beinahe so, als nähme ich erst jetzt mein wirklich erstes, eigenes Album auf.“ Larry Klein sei dabei der erste gewesen, der jemals zu ihr gesagt habe, „lass uns jeden Song für dieses Album selbst schreiben – am besten tust du es ganz allein. Für mich war das nicht bloß das Ende der Suche nach zweifelhaften Ereignissen, sondern eher wie der Moment, in dem du hinter all die Dinge zu schauen beginnst; der Moment eben, wenn der Regen aufhört und die Sonne sich wieder heraus traut.“

    Bilderreich und wie nach dem genialischen Drehbuch eines Independent Road Movie entwirft Peyroux auf „Bare Bones“ höchst persönliche, manchmal auch erkennbar autobiographisch geprägte Texte, die mitunter eine überraschende Leichtigkeit demonstrieren, welche von einer doch offenbar tief in der Melancholie verwurzelten Artistin niemand so unbedingt erwartet hätte. „Ich weiß halt inzwischen sehr genau“, erläutert Madeleine Peyroux ihr famoses Werk, „dass es kein Drama ohne die Komödie geben kann. Sie brauchen einander, damit sie echt und vollständig sind. Also versuche ich, in meinen Liedern die raffinierte Hochzeit der Gegensätzlichkeiten zu vollziehen, von fröhlich und traurig, tragisch und komisch oder auch Kummer und Erneuerung.“

    Madeleine Peyroux verbindet hier noch zwei weitere Welten: „Bare Bones“ ist auch die Zusammenkunft höchst moderner, inhaltlicher Ansätze mit dem zuweilen fast nostalgisch anmutenden Sound längst versunkener Jazz-Zeitalter. Wobei sich beide manchmal auch auf halber Strecke treffen, etwa wenn, wie im Titelstück „Bare Bones“, Komponist und Mitmusiker Walter Becker den typischen Sound seiner Formation Steely Dan reaktiviert.

    Kein Song dieses herrlichen Albums hat mehr als fünf Takes im Studio gebraucht, viele sind mit nur einem ausgekommen. Fast so, wie dereinst die Großen des Jazz in Rudy van Gelders Studios. Wenn sie den hierbei erreichten Sound beschreiben soll, hält Madeleine Peyroux für Sekunden inne. „Der Sound und die Texte“, sagt sie dann irgendwann, „sind beide sehr ehrlich. Wir erforschen mit diesem Album manchmal beinahe die Stille, die entspannte Atmosphäre, auch weil wir uns ganz bewusst von all den Maßstäben entfernen, die Popmusik sonst so bestimmen.“

    Mit „Bare Bones“ ist Madeleine Peyroux – fernab aller Verdächtigungen, die Norah Jones für Profi-Bügler sein zu können oder zu wollen – endgültig zur Hoffnung für ein Genre geworden, das definitiv keine selbstverliebten Solisten mehr braucht. Gönnen wir ihr also das Schlusswort dieses Textes: „Ich war umgeben von wundervollen Sounds, ehrlichen Musikern, wirklich originärem Musikertum; Für mich klingt das Ergebnis jetzt ganz und gar nach Musik.“ Und doch noch mal wir: Recht hat sie.

    CD

    (Album)

MPS Records

  • MPS Records

    Als im Jahre 1962 die erste MPS-Schallplatte, die damals noch unter dem Vorgänger-Label SABA (Schwarzwälder Apparatebauanstalt) veröffentlicht wurde, hätte wohl niemand geahnt, dass vierzig Jahre später, die schwarzen Scheiben aus dem beschaulichen Schwarzwälder Ort Villingen weltweit zu den grössten Sammlerobjekten gehören würden. Heutzutage besitzt MPS einen Kultstatus, der für europäische Jazzproduktionen wohl einzigartig ist, und der auch Vergleiche mit den grossen amerikanischen Jazzlabels, wie beispielsweise Blue Note, erlaubt.

    Doch wie ist es überhaupt zu diesem Status gekommen? Kult bedeutet schliesslich Hingabe und Verehrung, beides Attribute, die auf einen Mann zutreffen, der seine Leidenschaft zum Beruf machte, und damals die Plattenfirma gründete: Hans Georg Brunner-Schwer. Ausgestattet mit einem der modernsten Tonstudios und dem notwendigen finanziellen Background, er hatte schließlich das SABA-Imperium seines Grossvaters geerbt, produzierte er nicht nur weltbekannte Jazzmusiker wie beispielsweise Oscar Peterson, sondern förderte Brunner-Schwer auch grosszügig junge unbekannte Künstler und verhalf vielen von ihnen, wie z.B. George Duke, zum Start einer international erfolgreichen Karriere.

    MPS war nicht nur das erste deutsche unabhängige Jazzlabel, sondern es präsentierte gleichzeitig auch die gesamte Bandbreite dieser Musikrichtung. Es liess sich bewusst nie in eine Schublade stecken, weil es für alle Formen des zeitgenössischen Jazz stand: Swing, Modern, Hard Bop, Blues, Jazzrock, Freejazz, Souljazz, Fusion, Advantgarde usw. Dabei soll nicht vergessen werden, dass SABA/MPS zudem einen umfangreichen Bestand an Klassik, Loungemusik, Folk, Cabaret, Kinderplatten und Weihnachtsaufnahmen umfasste.

    Das breite und hochqualitative Spektrum des Jazzkataloges ist unbestritten auch ein Verdienst des im Jahre 2000 verstorbenen Autors, Produzenten, Konzertveranstalters, Radio- und TV-Redakteurs Joachim Ernst Berendt. Seine visionären MPS-Produktionen, wie beispielsweise die Serie "Jazz Meets The World", haben wesentlich zur stilistischen Offenheit des MPS-Labels beigetragen.

    Waren es damals Persönlichkeiten, wie Brunner-Schwer und Berendt, die das Label MPS formten, so sind es heute die DJs und Remixer mit ihrer jazzy Attitüde, die eine junge Generation an die vergessenen Schätze der Villinger Schallplattenfirma wieder heranführen. Sie promoten, was einige bereits erkannt hatten, bevor es als "hip" deklariert wurde, nämlich dass MPS eine absolute Ausnahmestellung in der europäischen Jazzlandschaft einnahm und viele der Aufnahmen einen zeitlosen Wert besitzen.

    Die immer zahlreicher werdenden Wiederveröffentlichungen und die daraus resultierenden steigenden Euro-, Pfund-, Yen- und Dollarkurse für die seltenen Originalplatten haben letztendlich ihren Teil zum Ansehen des Labels beigetragen. Somit werden auch die jährlichen Neuauflagen der Original MPS- und SABA-Produktion den Status von MPS weiter festigen. Sie bieten einen Einblick in die schon angesprochene stilistische Vielfalt der Produktionen und fördern dabei für Sammler und Neueinsteiger vergessene Perlen aus den Schatztruhen des Schwarzwälder Labels zu Tage.

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Alle Serienveröffentlichungen der Verve Musicgroup, Emarcy, Concord und ECM finden Sie im Bereich Produkte bei JazzEcho. CD Serien

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Termine

Veranstaltungs- und Medien- termine 02. Juli 2009:

Radio

  • 23:05 Uhr:
    02.07.2009:
    All that Jazz - Drei im Quadrat! - Das österreichisch-schweizerische Trio Depart,

    All that Jazz - Drei im Quadrat! - Das österreichisch-schweizerische Trio Depart

    ,
    BR 4 23:05
  • 19:30 Uhr:
    02.07.2009:
    The Voice - Dave Frishberg,

    The Voice - Dave Frishberg

    ,
    RBB Kulturradio 19:30

Kalendarium

Das geschah am 02. Juli:

Kalendarium

1930 *

Ahmad Jamal wurde in Pittsburgh geboren. (Klavier)

1907 *

Alec Wilder wurde geboren. (Songwriter)

1927 *

Charlie Kennedy wurde geboren. (Altsaxofon, Tenorsaxofon)

1907 *

Charlie Spivak wurde geboren. (Trompete)

1907 *

Foots Thomas wurde geboren. (Arrangement )

1905 *

Harlan Leonard wurde geboren. (Bandleader)

1920 *

Herbie Harper wurde geboren. (Posaune)

1955 *

Joshua Breakstone wurde geboren. (Gitarre)

2002 †

Ray Brown starb in Indianapolis. (Bass)

1907 *

Rex Stewart wurde in Philadelphia geboren. (Trompete)

1928 *

Richard Wyands wurde geboren. (Klavier)

1965 *

Tim Warfield wurde geboren. (Tenorsaxofon)

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