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24.06.2011

Gestern Wunderkinder, heute Jazzstars: Nikki Yanofsky, Tigran, Julian Lage und Stochelo Rosenberg auf der neuen Compilation "Verve Today 2011"

Julian Lage, Gestern Wunderkinder, heute Jazzstars Verve Today 2011

Auf jedes Wunderkind, von dem man etwas erfährt, kommen mindestens 50 potentielle, die verheizt wurden, bevor man überhaupt etwas von ihnen hören konnte”, sagte der israelisch-amerikanische Violinist Itzhak Perlman einmal. Gleich vier ehemalige Wunderkinder, die nicht verheizt wurden, kann man nun auf der neuen Compilation “Verve Today 2011” kennenlernen: die beiden Gitarristen Julian Lage und Stochelo Rosenberg, die Sängerin Nikki Yanofsky und den Pianisten Tigran Hamasyan.

Der frühreifste von allen war vielleicht der heute 23-jährigen Julian Lage. Schon als achtjähriger Knirps jammte er mit Carlos Santana und wurde dabei auch noch für die Dokumentation “Jules at Eight” gefilmt, die später für einen Oscar nominiert wurde. Nikki Yanofsky ist mittlerweile 17 Jahre alt. Schlagzeilen machte die Kanadierin aber das erste Mal im zarten Alter von zwölf Jahren, als sie beim Jazzfestival in Montreál mit verblüffenden Ella-Fitzgerald-Impressionen ein Massenpublikum von den Stühlen riss. Der aus Armenien stammende Pianist Tigran wurde mit elf Jahren beim Jazzfestival in Jerewan als “die große Entdeckung” gefeiert und stand schon wenig später mit internationalen Jazzstars wie Chick Corea, Wayne Shorter, Herbie Hancock, John McLaughlin, Joe Zawinul auf Du und Du. Stochelo Rosenberg, der auf dieser CD im Duo mit seinem französischen Instrumentalkollegen Romane zu hören ist, gewann als Zwölfjähriger den ersten Preis bei einem Musikwettbewerb im niederländischen Fernsehen und gründete bald danach mit seinen Vettern Nous’che und Nonnie das Rosenberg Trio, das heute zu den Spitzenensembles des Gypsy-Jazz zählt.

Die vier ehemaligen Wunderkinder geben nun auf der neuesten Compilation der Erfolgsserie “Verve Today” eine Kostprobe ihre Könnens. Vorgestellt werden auf dieser natürlich auch aktuelle Aufnahmen von Künstlern, die nicht ganz so frühreif waren, als sie ihre Karrieren starteten: Für reichlich Abwechslung sorgen die Pianisten Michel Camilo, Gerald Clayton und Frank Chastenier, die soul-jazzige Sängerin Nailah Porter (übrigens eine sehr späte, aber umso aufregendere Debütantin!), Gitarrist John Scofield mit seinem neuen Quartett, die Sängerinnen Céline Rudolph und Lizz Wright, das Duo Bugge Wesseltoft & Henrik Schwarz, der singende und jazzende Schauspieler Armin Mueller-Stahl sowie KaHeDi mit dem Remix eines Hugh-Masekela-Klassikers.