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09.12.2016

Grammy Awards 2017 - gelingt Scofield ein seltenes Double?

John Scofield, Grammy Awards 2017 - gelingt Scofield ein seltenes Double? John Scofield by Nicolas Suttl

"Wir möchten Chick Corea wieder dafür danken, dass er kein Album mit einem großen Ensemble aufgenommen hat", witzelte der Bandleader Gordon Goodwin letztes Jahr, als er mit seiner Big Phat Band in eben dieser Kategorie ausgezeichnet wurde. Die Bemerkung war natürlich eine feinsinnige Anspielung darauf, dass Corea seinen Kollegen in der Sparte Jazz immer die Grammys vor der Nase wegschnappte und fast so etwas wie ein Sieger-Monopol besaß: 63 Mal war er nominiert, 22 Trophäen konnte er erringen, zwei davon allein im letzten Jahr. Nun scheint es, als habe sich Corea Goodwins Worte zu Herzen genommen. Denn wie schon dieses Jahr ist er auch für 2017 nicht einmal nominiert. Tatsächlich hat der eigentlich unermüdlich aktive Pianist 2016 noch nicht einmal ein Album herausgebracht. So kann sich John Scofield, der letztes Jahr endlich seinen ersten Grammy einstreichen konnte, vielleicht schon bald über einen zweiten oder gar dritten freuen: nominiert ist er nämlich mit "Country For Old Men" für das beste Jazz-Instrumentalalbum und mit seinem Solo in dem Song "I’m So Lonesome I Could Cry" für das beste improvisierte Jazz-Solo. In derselben Kategorie ist auch Ravi Coltrane mit dem Solo am Start, das er für das Titelstück von Jack DeJohnettes ECM-Album "In Movement" aus seinem Tenorsax zauberte. Um den Preis für das beste Jazz-Instrumentalalbum ringt mit Scofield wiederum mit Pianist Kenny Barron; der legte  mit "Book Of Intuition" ein echtes Meisterwerk vor. Nominiert sind außerdem Snarky Puppy mit "Culcha Vulcha" (bestes zeitgenössisches Instrumentalalbum) und natürlich Gregory Porter mit "Take Me To The Alley" (bestes Jazz-Vokalalbum).