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30.01.2020

Frühreifeprüfung bestanden - Joey Alexander bekennt auf "Warna" Farbe

Das Programm seines Verve-Debüts bestreitet der junge Pianist mit zehn eigenen Kompositionen sowie Bearbeitungen von Stings "Fragile" und Joe Hendersons "Inner Urge".

Joey Alexander, Frühreifeprüfung bestanden - Joey Alexander bekennt auf Warna Farbe Joey Alexander - Warna

Als "swingender Dreikäsehoch" wurde der zwölfjährige Joey Alexander vor fünf Jahren bei der Veröffentlichung seines ersten Albums im JazzEcho gefeiert. Schon damals verblüffte er mit seiner Technik und mehr noch seinem frühreifen Spiel selbst ausgebuffte Kollegen wie Wynton Marsalis und Quincy Jones. "Wenn das Wort 'Genie' noch eine Bedeutung hat", schrieb DownBeat, "dann verdient dieses Wunderkind diese Bezeichnung."

 

Die Flügelspannweite des indonesischen Tastenvirtuosen ist seitdem um einiges gewachsen. Und seine Ausdruckstiefe hat neue Dimensionen erreicht. Auf seinem nunmehr fünften Album "Warna", mit dem er seinen Einstand bei Verve gibt, glänzt er zudem noch als erstaunlich einfalls- und abwechslungsreicher Komponist. Denn zehn der Nummern, die er im Trio mit Bassist Larry Grenadier und Schlagzeuger Kendrick Scott sowie den Gästen Luisito Quintero (Perkussion) und Anne Drummond (Flöte) eingespielt hat, stammen aus seiner Feder. Auch bei der Wahl und Bearbeitung der beiden einzigen Fremdkompositionen bewies der inzwischen 16-Jährige mit Joe Hendersons Hard-Bop-Klassiker "Inner Urge" und Stings 1988er Hit "Fragile" großes Geschick.

 

"Warna" bedeutet in Joeys Muttersprache so viel wie "Farbe". Und ausgesprochen farbig geht es folglich auch auf dem Album zu. Denn seine Eigenkompositionen sind stilistisch breit gefächert, beziehen nahtlos Einflüsse aus Gospel, lateinamerikanischer Musik und mehr ein. Aber seine Musik ist zugleich von unverkennbaren roten Fäden durchwirkt: da ist zum einen sein traumhaftes Gespür für Lieder und Formen und andererseits seine ausgeprägte Fähigkeit, die Spannung im Verlauf seiner Darbietungen immer mehr zu steigern. Joeys Held und frühes Vorbild Herbie Hancock wird ebenso evoziert wie die singbaren Linien eines Pat Metheny oder Keith Jarrett. Auf "Warna" beweist der junge Pianist bei zwei freien Improvisationen - "Affirmation I" und "Affirmation III" - ein ähnliches Talent für einprägsame, verführerische Melodien. "Ich wollte den Leuten meine eigenen Arbeiten vorstellen", meint Joey Alexander mit der ihm eigenen Bescheidenheit. "Diese beruhen auf den Erfahrungen, die ich bei Reisen und auf der Bühne mit verschiedenen Musikern und in musikalischen Konversationen gesammelt habe."

 

Bei den Interpretationen von Stings "Fragile" und Joe Hendersons "Inner Urge" erweist er sich wiederum als ungemein dynamischer Interpret, der keinen Hehl aus seiner Verehrung von Meistern verschiedener Genres macht. "Er mag jung sein", merkte der New Yorker einst an, "aber er behandelt seine musikalischen Vorbilder mit Respekt."

 

Am 17. Februar stellt Joey Alexander mit Trio (Kris Funn - bass, Greg Hutchinson - drums) sein Album live in Hamburg vor, in einer ungewöhnlichen Location: dem Resonanzraum im Bunker an der Feldstraße. Tickets gibt es an allen Vorverkaufsstellen und beim Veranstalter.

Live

17.02.20 Hamburg - Resonanzraum