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Biografie von Joe Lovano

JOE LOVANO & HANK JONES
"Kids: Duets Live At Dizzy's Club Coca-Cola"

Der begnadete Tenorsaxophonist Joe Lovano und die Pianistenlegende Hank Jones haben erst vor ein paar Jahren zueinander gefunden. Was die beiden brillanten Musiker in dieser Zeit allerdings auf die Beine gestellt haben, versetzte die Jazzwelt in helle Aufregung. Vor allem die im Quartett mit den beiden Jazzveteranen George Mraz am Bass und Paul Motian am Schlagzeug eingespielten Blue-Note-Alben "I'm All For You" (2004) und "Joyous Encounter" (2005) sorgten für beträchtliches Aufsehen und wurden von der internationalen Kritik euphorisch gefeiert. Nach einer erfolgreichen Konzerttournee haben sich Lovano und Jones nun erneut für eine Veröffentlichung - diesmal jedoch ohne Verstärkung - zusammengetan. "Kids: Duets Live At Dizzy's Club Coca-Cola", ein Konzertmitschnitt aus dem mit 140 Plätzen intimsten Club des Jazz at Lincoln Center in New York, präsentiert den fast 89-jährigen Hank Jones und den 54 Jahre alten Joe Lovano in bestechender Form. Lyrischer, spielfreudiger, herzlicher und zugleich entspannter als diese beiden Ausnahmemusiker kann man einen erlesenen Jazzabend kaum gestalten.

Joe Lovano, den die New York Times zu den größten Musikern in der Geschichte des Jazz zählt, gilt bereits seit drei Dekaden als einer der experimentierfreudigsten und innovativsten Saxophonisten. Bekannt wurde er durch sein überragendes Spiel in den Bands von Lonnie Liston Smith und Woody Herman sowie vor allem durch seine grandiosen Alben "Landmarks", "From The Soul", "Rush Hour", "Celebrating Sinatra" und das mit einem Grammy ausgezeichnete Meisterwerk "52nd Street Themes".

Hank Jones, dessen jüngere Brüder Thad und Elvis ebenfalls Jazzgeschichte geschrieben haben, hat im Laufe seiner über sechzigjährigen Karriere mehr als 1000 Aufnahmen als Sideman und Bandleader eingespielt und praktisch mit allen großen Namen des Jazz zusammengearbeitet, darunter Charlie Parker, Coleman Hawkins, Lester Young, Wes Montgomery, Benny Goodman, Artie Shaw, Ella Fitzgerald, Mel Lewis, Ron Carter und Charlie Haden. Und ein Ende seiner Karriere ist nicht in Sicht, denn trotz seines hohen Alters - er wurde am 31. Juli 1918 in Vicksburg, Mississippi geboren - geht der wohl beständigste Pianist des modernen Jazz noch immer regelmäßig auf Tour.

"Wir hatten viel Spaß im Dizzy's", schwärmt der vor Vitalität strotzende Hank Jones. "Im Duo mit einem Saxophonisten zu spielen ist eine wirkliche Herausforderung, denn als Pianist bin ich für alle Harmonien und Rhythmen verantwortlich. Gleichwohl ist es ungemein inspirierend mit Joe Lovano zu spielen, weil er über ein ganzes Universum an Spieltechniken verfügt."

Wie perfekt die beiden harmonieren, zeigt auch das anspruchsvolle Repertoire, das sie für "Kids" zusammengestellt haben, darunter zwei Standards aus dem Great American Songbook, das träumerische "Oh What A Beautiful Morning" und "Oh! Look At Me Now!", das Hank Jones solo mit leichter Hand interpretiert. Drei Stücke stammen von dem Trompeter Thad Jones, Hanks jüngerem Bruder. Dazu kommen die Bebop-Delikatesse "Budo" von Bud Powell, "Four In One", ein Klassiker von Thelonious Monk, das unwiderstehliche "Soultrane" aus der Feder von Tadd Dameron sowie der von Jerome Moross stammende Blues "Lazy Afternoon". Außerdem steuern Joe Lovano und Hank Jones mit "Charlie Chan" beziehungsweise "Lullaby" jeder eine eigene Komposition bei. Erstere ist eine Hommage an Charlie Parker, die auf der John-Lewis-Komposition "Milestones" basiert, die 1947 auf Miles Davis' Debütalbum "First Miles" - mit Parker am Tenorsaxophon - erschien. "Lullabye", ein im sanften Walzertakt gehaltenes Stück, hatte Hank Jones bereits vor langer Zeit mit seinem Trio aufgenommen. "Als ich das Stück damals schrieb, wusste ich nicht, dass es mich so viele Jahre begleiten würde. Ich wollte damals nur etwas für die damalige Zeit Untypisches komponieren."

Über die Thad-Jones-Kompositionen - das Duo hat inzwischen sieben für seine Blue-Note- Alben ausgewählt - weiß Joe Lovano zu berichten, dass "Lady Luck", "Little Rascal On A Rock" und "Kids Are Pretty People" bis dato selten außerhalb eines Bigband-Kontextes gespielt wurden. "Alle drei wurden für große Ensembles geschrieben. Es ist wirklich beeindruckend, wie es Hank gelingt, alle Big-Band-Passagen allein auf dem Klavier zu spielen."

"Mein Bruder schrieb 'Lady Luck' zu der Zeit, als er mit Count Basie arbeitete", erinnert sich Hank Jones. "'Little Rascal On A Rock' entstand, nachdem ihn ein Freund mit seinem Sohn besucht hatte. Und 'Kids Are Pretty People' spiegelt den Gedanken wider, dass man nur einmal im Leben ein Kind ist. Immer wenn ich diese Ballade spiele, werde ich ganz sentimental."

Joe Lovano hatte sein letztes Quartett-Album nicht zuletzt deswegen "Joyous Encounter" genannt, weil gerade Hank Jones während der Studiosessions stets eine immense Freude zu verbreiten wusste. "Mit Hank zusammenzuarbeiten, war für mich eine großartige Erfahrung", schwärmte der Saxophonist damals. Und heute: "Wenn man mit jemandem zusammenspielt, der so enthusiastisch und auf einem so hohen künstlerischen Niveau mit Musik umgeht wie Hank, versteht man erst, um was es beim Jazz überhaupt geht. Mit ihm zu reisen, über seine Leben zu sprechen und seine Meinung zu hören, was heute im Jazz passiert, das alles möchte ich nicht missen." Dass sich diese beiden Jazzgiganten darüber hinaus mit unbändiger kindlicher Freude in jedes neue gemeinsame Abenteuer stürzen, dafür ist das wunderbare Livedokument "Kids: Duets Live At Dizzy's Club Coca-Cola" wahrlich der schönste Beweis.

Mai 2007