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10.01.2013

Bob Brookmeyer – Posaune à la Brasil

Bob Brookmeyer, Bob Brookmeyer – Posaune à la Brasil Trombone Jazz Samba

Als Partner von Stan Getz und Gerry Mulligan etablierte sich der Ventilposaunist, Pianist, Arrangeur und Komponist Bob Brookmeyer (1929-2011) in den 1950er Jahren als eine der bedeutendsten Figuren des West-Coast-Jazz-Szene. Stets neuen musikalischen Trends gegenüber aufgeschlossen, gehörte Brookmeyer auch zu den ersten US-Musikern, die sich ernsthaft mit der Bossa Nova beschäftigten. Dokumentiert ist dies auf einem der beiden Alben, die nun zusammen in der “JAZZPLUS”-Reihe auf einer CD wiederveröffentlicht werden: “Trombone Jazz Samba”. Gepaart ist dieser Klassiker, der übrigens nur wenige Monate nach “Jazz Samba” von Stan Getz und Charlie Byrd entstand, mit dem Album “Samba Para Dos”, das Brookmeyer an der Seite von Lalo Schifrin featurete.

“Trombone Jazz Samba” nahm Brookmeyer im September 1962 mit Vibraphonist Gary McFarland, den Gitarristen Jim Hall und Jimmy Rainey sowie den Perkussionisten Willie Bobo, Carmen Costa und José Paulo auf. Neben Stücken von Luiz Bonfá (“Samba de Orfeu” & “Manhã de carneval”) und Tom Jobim (“A Felicidade”), die schon bald zum klassischen Kanon der Bossa gehören sollten, spielte Brookmeyer auch seine eigene “Blues Bossa Nova” und zwei aus erfolgreichen Hollywood-Filmen bekannte Songs ein - wobei er die Marschmusik aus “Die Brücke am Kwai” gewitzt in eine recht flotte Bossa umwandelte. “Bossa Nova ist so melodisch”, erklärte Gary McFarland in den Linernotes seine Begeisterung für den neuen brasilianischen Musikstil. “Sie trieft geradezu vor purer Melodik... Es ist eine Art von Musik, die dazu gedacht ist, dass man sie einfach entspannt spielt und liebt. Musik, die man schlicht fließen lassen soll.” Und genau das taten die Musiker bei dieser Session dann auch.

Auf “Samba Para Dos”, im Februar 1963 aufgenommen, war Bob Brookmeyer Partner des argentinischen Pianisten, Arrangeur und Komponisten Lalo Schifrin. Das Repertoire bestand mit Ausnahme des von Schifrin komponierten Titelstücks aus bestens bekannten Jazzstandards, die aus den Edelfedern von Cole Porter, George und Ira Gershwin,  Richard Rodgers und Lorenz Hart, Jule Styne und Sammy Cahn sowie Anthony Newley und Leslie Bricusse geflossen waren. Doch Schifrin arrangierte die Stücke allesamt aufregend um und verlieh ihnen einen ungewohnten lateinamerikanischen Touch. In der Band brillierten als Solisten neben Brookmeyer und Schifrin auch noch die Saxophonisten Phil Woods, Al Cohn, Zoot Sims und Gitarrist Jimmy Raney.

Die CDs der “JAZZPLUS”-Serie bieten jeweils zwei Originalalben eines Künstlers auf einer CD.  Aber auch die anderen Aspekte der preiswerten Edition, die Einspielungen für legendäre Jazzlabels wie  Verve, Mercury, Prestige, Riverside u.v.a. präsentiert, können sich sehen und hören lassen: Alle Aufnahmen wurden neu digital von den Originalbändern remastert, viele Alben erscheinen hier erstmals auf CD oder waren lange nicht mehr erhältlich. Außerdem beinhalten die Booklets komplette Faksimiles der beiden Original-LP-Artworks, sowie natürlich alle diskographischen Angaben zu den Aufnahmen.