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17.08.2016

Deutsche Schallplattenkritik - Phänomale Produktion eines phänomenalen Trios

Jack DeJohnette, Ravi Coltrane und Matthew Garrison schafften es mit "In Movement" in die vierteljährlich erscheinende Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik.

Jack DeJohnette, Deutsche Schallplattenkritik - Phänomale Produktion eines phänomenalen Trios © Bill Douthart/ECM Records Ravi Coltrane, Jack DeJohnette, Matthew Garrison

Seit Anfang der 1960er Jahre ist der aus Chicago stammende Schlagzeuger Jack DeJohnette nun schon eine der treibenden Kräfte des zeitgenössischen Jazz. Aus dem Umfeld der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) hervorgegangen, fand er über das bahnbrechende Quartett von Charles Lloyd und das Bill Evans Trio 1969 zur elektrifizierenden Fusion-Band von Miles Davis. Seitdem ist er musikalisch nie zum Stillstand gekommen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass er über dreißig Jahre lang - bis 2014 - der rhythmische Motor von Keith Jarretts "Standards"-Trio war. Parallel war DeJohnette aber stets auch in andere Projekte involviert und brachte natürlich zahlreiche eigene Alben in diversesten Besetzungen heraus. Sein jüngstes Projekt führte ihn mit zwei Musikern zusammen, die seine Söhne sein könnten und im Jazz absolut klangvolle Namen besitzen: Ravi Coltrane und Matthew Garrison, die Sprösslinge von John Coltrane und seinem Bassisten Jimmy Garrison. Gemeinsam nahmen sie für ECM das brillante Album "In Movement" auf, das nun von der Deutschen Schallplattenkritik in seine vierteljährliche Bestenliste aufgenommen wurde.

"Ravi Coltrane mag zwar die Wahl der Instrumente, Sopran- und Tenorsaxophon, sowie seine Hingabe an die Musik von seinem Vater John ererbt haben; doch in seiner Interaktionsintensität oder vielmehr seiner 'Prozess'-Kunst und in den schwelgenden Balladen ist er absolut individuell", schreibt Ulrich Olshausen, Mitglied der Jury der Deutschen Schallplattenkritik, in der Begründung der Wahl. "Der Sinn für das Schöne geht ihm auch in furiosen Ausbrüchen nicht verloren. Bassist Mathew Garrison ist einerseits melodischer Gesprächspartner, andererseits Schöpfer elektronischer Klangfarben, ebenso der jahrhunderterfahrene Schlagzeuger Jack DeJohnette, der dieses Trio zusammengebracht und die meisten Kompositionen geschrieben hat. Eine phänomenale Produktion!"