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28.04.2020

International Jazz Day 2020 - Herbie Hancock präsentiert All-Star-Konzert

Als Schirmherr und Moderator präsentiert Herbie Hancock am 30. April ein mit internationalen Jazzgrößen gespicktes virtuelles Konzert, das live im Netz übertragen wird.

Herbie Hancock, International Jazz Day 2020 - Herbie Hancock präsentiert All-Star-Konzert Herbie Hancock

Wie so viele Musikveranstaltungen in aller Welt ist auch der International Jazz Day 202 ein Opfer der Coronavirus-Pandemie geworden. Gastgeber für die Hauptevents sollte dieses Jahr eigentlich Kapstadt in Südafrika sein. Da das Virus aber längst auch auf dem afrikanischen Kontinent und besonders stark in Südafrika grassiert, können die für den 30. April geplanten Konzerte leider nur virtuell stattfinden. "Gerade jetzt müssen wir uns mehr denn je zuvor zusammenschließen und die Ethik der globalen Bewegung des 'Jazz Day' rund um die Welt verbreiten", meint Herbie Hancock in einem aufmunternden Statement. "Wir sollten diese Krise als goldene Gelegenheit nutzen, um als Menschheit wieder in Einklang zu kommen, gerade inmitten von all dieser Isolation und Unsicherheit."

 

Angesichts der Tatsache, dass Kapstadt ursprünglich im Fokus stehen sollte, verwundert es allerdings schon ein wenig, dass sich unter den Künstlern, die bislang auf der Veranstaltungsseite aufgelistet sind, kein einziger Musiker aus Südafrika befindet. Und dies obwohl zwei südafrikanische Acts zur Zeit mit aufregenden neuen Alben weltweit Schlagzeilen machen: Shabaka Hutchings and The Ancestors mit "We Are Sent Here By History" und Pianist Nduduzo Makhathini mit seinem Blue-Note-Debüt "Modes Of Communication: Letters From The Underworlds". Aber wer weiß, vielleicht treten beide ja doch noch im Rahmen des von Herbie Hancock moderierten Konzerts in Erscheinung.

 

Die Klangfarben des Schwarzen Kontinents vertritt auf jeden Fall der senegalesische Sänger und Bassvirtuose Alune Wade, der 2015 auf Marcus Millers vielgerühmtem Album "Afrodeezia" zu hören war. Ansonsten wartet das internationale Line-Up mit Künstlern aus UK (John McLaughlin), Russland (Igor Butman und Evgeny Pobozhiy), Südkorea (Youn Sun Nah), China (A Bu) und natürlich vielen US-amerikanischen Stars (John Scofield, Lizz Wright, Dee Dee Bridgewater, Dianne Reeves, Joey DeFrancesco, Jane Monheit, John Beasley, Ben Williams) auf. Das Konzert beginnt am 30. April um 21:00 Uhr MEZ und ist live und danach als Stream auf der YouTube-Page des International Jazz Day zu sehen. Davor geben einige der Künstler online Meisterklassen und Kurse für Kinder. Um 19:30 Uhr MEZ findet zudem eine virtuelle Podiumsdiskussion zwischen dem NYT-Jazzkritiker Nate Chinen, der südafrikanischen Sängerin Sibongile Khumalo und Bassist Marcus Miller statt.