Album Tracklisting
Berry, Mademoiselle, 00600753062715
Mademoiselle
Berry
Format:
CD
Label:
Emarcy
VÖ:
11.09.2009
Bestellnr.:
00600753062715
Produktinformation:

Nichts gegen die französische Präsidentengattin und Chanson-Sängerin Carla Bruni, aber der Titel "Première Dame du Nouvelle Pop/Chanson Française" gebührt seit kurzem eindeutig ihrer jungen Kollegin Berry. Die mag zwar im hingehauchten Titelstück ihres Debütalbums noch ein wenig an Bruni und andere bekannte Vorläuferinnen erinnern, setzt dann aber in den weiteren Nummern von "Mademoiselle" deutlich eigene Akzente. Mal präsentiert sich Berry, die mit bürgerlichem Namen Élise Pottier heißt, mit ebenso verträumten wie verspielten Popsongs ("Le bonheur" und "Love Affair"), mal mit Stücken, die einen beschwingten westafrikanischen Touch haben ("Belle comme tout", "Enfant de salaud", "Plus loin" und "Demain"), oder mit von leichter Melancholie geprägten, eher atmosphärischen Songs ("Las Vegas" und "Les heures bleues"). Berrys Meisterstück ist aber zweifellos das herrlich funkige, mit souljazzigen Saxophonimprovisationen und Samba-Rhythmen aufgepeppte "Cheri".

Dass der jungen Künstlerin, die zuvor schon als Theaterschauspielerin reichlich Bühnenerfahrung gesammelt hatte, mit "Mademoiselle" ein so faszinierendes Debütalbum gelang, verdankt sie unter anderem ihren beiden engsten Mitstreitern im Vorfeld: dem Jazzmusiker Manou, der die Musik zu Berrys selbstverfassten Texten schrieb, und dem Gitarristen Lionel Dudognon, der dabei half, den Songs den letzten Schliff zu geben. Im Aufnahmestudio stießen zu dem Trio außerdem noch Musiker, Arrangeure und Produzenten, von denen sich Berry in ihren kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können, einmal mit ihnen zusammenzuarbeiten: Laurent Vernerey (Françoise Hardy, Benjamin Biolay), Clive Deamer (Portishead, Robert Plant), Denis Benarrosh (Stephan Eicher, Keren Ann, Nougaro), Eumir Deodato (Björk, Earth, Wind & Fire, Christophe), Yannick Fonderie (Biolay) und Laurent de Wilde (Ira Coleman, Abd al Malik).|Wenn man Berry das erste Mal hört, kann man der Versuchung erliegen, nach Ähnlichkeiten mit vergleichbaren Sängerinnen zu suchen. Doch schon bald wird man feststellen, dass Berry bereits ihre ganz eigene Stimme gefunden hat. Sie versteht es, auf sehr eigene Weise mit Worten und Gefühlen zu spielen. Und so gerät "Mademoiselle" zu einem Abbild einer sehr persönlichen Welt - ein Abbild, das in Schwarz- und Pastelltönen gemalt ist, wobei die (sehr erträgliche) Leichtigkeit des Seins die darunter liegende Melancholie fast vergessen macht. In einem erstaunlichen alchemistischen Verfahren werden hier gegensätzliche Elemente miteinander verschmolzen: die Songs sind zeitlos und doch ausgesprochen zeitgenössisch, engagiert und doch reserviert, dunkel und doch jubilierend. Zurückzuführen ist all dies sowohl auf Manous subtile, elegante Popmelodien als auch auf Berrys kunstvolle Reime, die auf mal mehr, mal weniger verschlungenen Pfaden immer wieder um ein Thema kreisen: die Liebe mit ihren Licht- und Schattenseiten.