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17.09.2013

Allen Toussaint - Der Musik-Pate von New Orleans

Allen Toussaint, Allen Toussaint - Der Musik-Pate von New Orleans Allen Toussaint 2013

Wohl kaum ein anderer Künstler hat die Musikszene von New Orleans so sehr geprägt wie der Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader Allen Toussaint. Erst kürzlich wurde er dafür von Barack Obama mit der "National Medal of Arts" honoriert, der höchsten Auszeichnung, die die US-Regierung Künstlern für ihr Lebenswerk verleiht. Der seit den 1950er Jahren aktive Musiker schrieb im Laufe der Jahrzehnte unzählige Hits für andere Interpreten. Eine Auswahl aus diesem Repertoire präsentiert er nun auf seinem neuen Album "Songbook", das in zwei Editionen erhältlich ist. Während die einfache CD-Ausgabe 16 Songs umfasst, bietet die Deluxe-Ausgabe eine CD mit 21 Songs und eine 90-minütige DVD (mit einem ausführlichen Interview als Bonus). Aufgezeichnet wurden sämtliche Aufnahmen im September 2009 bei Auftritten im bekannten New Yorker Club Joe's Pub.

Die Liste der Künstler, die im Laufe der Jahrzehnte von Toussaints magischem Touch profitiert haben, ist beeindruckend und genreübergreifend. Schon als 19-Jähriger sprang er als Pianist bei einer Plattenaufnahme für den legendären Fats Domino ein. In den 1960er Jahren coverten u.a. die Rolling Stones, The Who und The Hollies seinen Song "Fortune Teller". Später schrieb Toussaint Bläserarrangements für Paul Simon, Little Feat und The Band, produzierte Erfolgsalben von Dr. John, LaBelle und der Funk-Band The Meters. Von den über 850 Songs, die Toussaint über Jahrzehnte hinweg komponierte, landeten viele als Hits in den Pop-, Rhythm'n'Blues-, Country- und Dance-Charts und werden noch heute regelmäßig im Radio gespielt. Darüber hinaus schrieb er Musik für Fernsehserien und Jingles für die Werbebranche.

Wie so viele andere Einwohner von New Orleans wurde auch Allen Toussaint 2005 ein Opfer des Wirbelsturms Katrina. Er verlor damals nicht nur sein Haus, sondern auch sein Studio und stand plötzlich vor dem Nichts. Um wieder auf die Beine zu kommen - finanziell, musikalisch und auch spirituell - zog er nach New York und gab dort erst einmal Solokonzerte, wobei er Joe's Pub zu seinem neuen Basislager machte. Dort fand er endlich die Zeit, sich intensiver mit seinen eigenen Songs auseinanderzusetzen und sie selber auf der Bühne zu präsentieren. Denn obwohl er in seiner Karriere mit etlichen der größten Musikstars aller Zeiten zusammengearbeitet hatte, scheute Toussaint eigentlich immer das Rampenlicht und zog lieber im Hintergrund die Fäden. "Ich bin es nicht gewöhnt, über mich selbst zu sprechen", erklärte er einmal bei einem Auftritt. "Ich spreche im Studio durch die Musiker. Oder durch meine meine Songs." Bei den Aufnahmen für “Songbook” griff Toussaint auf Material zurück, das er über Jahre hinweg nicht angefasst hatte. Er nahm die Gelegenheit wahr, über seine eigenen Kompositionen zu improvisieren.
Und auch auf der Bühne fühlte er sich zunehmend wohler, so dass er seine Performances schon bald durch zwischen den Stücken eingestreute Anekdoten auflockerte. Das musikalische Programm von "Songbook" erzählt nun seine persönliche Geschichte, aber auch die Geschichte der Musik von New Orleans.