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09.05.2019
JazzEcho-Plattenteller

Blue Note Debuts - Debütalben, die Geschichte machten

Vinyl-Liebhabern gibt Blue Note im Jahr seines 80. Jubiläums reichlich Grund zum Feiern. In der neuen LP-Reihe "Blue Note Debuts" erscheinen die Debütalben der Stars des Labels.

Various Artists, Blue Note Debuts - Debütalben, die Geschichte machten Blue Note Debuts

Sein erstes eigenes Album für ein so renommieretes Label wie Blue Note einzuspielen, ist für jeden Jazzmusiker etwas ganz Besonderes. Selbst wenn er zuvor schon das eine oder andere Werk für andere Labels aufgenommen haben sollte. Denn ein Blue-Note-Debüt gleicht in Jazzkreisen immer noch einer Art Ritterschlag. In der neuen LP-Reihe "Blue Note Debuts" werden jetzt auf 180-Gramm-Vinyl die markantesten Debütalben von Musikern wiederveröffentlicht, die in der Folge bei dem Label Jazzgeschichte schrieben. Zum Auftakt erscheinen mit Dexter Gordons "Doin' Allright", Herbie Hancocks "Takin' Off" und Robert Glaspers "Canvas" (das noch nie zuvor auf Vinyl erhältlich war!) gleich drei veritable Kracher.

 

Dexter Gordon - Doin' Allright (1961)

 

Als Dexter Gordon 1961 von Blue Note unter Vertrag genommen wurde, hatte er ein verlorenes Jahrzehnt hinter sich gebracht. Bedingt durch Drogenprobleme und einen mehrjährigen Gefängnisaufenthalt hatte der Tenorsaxophonist in diesem Zeitraum kaum Aufnahmen gemacht und nur selten Auftritte absolviert. Auf seinem Blue-Note-Debüt "Doin' Allright" zeigte er, wie schon der Titel lakonisch signalisierte, dass nun wieder mit ihm zu rechnen war. Das Album, aufgenommen mit den Spitzenmusikern Freddie Hubbard (Trompete), Horace Parlan (Klavier), George Tucker (Bass) und Al Harewood (Drums) läutete Dexter Gordons künstlerische Wiedergeburt ein. Zu den Highlights des Repertoires zählten der bluesige Hardbop-Original "Society Red" (den er 1986 auch in dem Film "Round Midnight" spielte, der ihm eine überraschende Oscar-Nominierung einbrachte) und seine wunderbare Interpretation der Ballade "You've Changed".

 

Herbie Hancock - Takin' Off (1962)

 

Passender könnte man ein Debütalbum wohl kaum betiteln. Und mit "Takin' Off" hob Herbie Hancock bei Blue Note tatsächlich zu einem beispiellosen Höhenflug ab, dessen Ende noch immer nicht in Sicht ist. Gerade einmal 22 Jahre alt war der Pianist und Komponist, als er im Mai 1962 für die Aufnahmen von "Takin' Off" in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs ging. Als Starthelfer standen ihm mit dem Trompeter Freddie Hubbard, Tenorsaxophonist Dexter Gordon, Bassist Butch Warren und Schlagzeuger Billy Higgins durchweg hochkarätige Partner zur Seite. Absoluter Höhepunkt des Albums war natürlich die von Hancock selbst komponierte groovige Hardbop-Nummer "Watermelon Man", mit der er selbst und später Mongo Santamaria die Pop-Charts stürmten. Das brillante Debüt kam auch einem gewissen Miles Davis zu Ohren, der den Pianisten daraufhin in sein zweites legendäres Quintett holte.

 

 

Robert Glasper - Canvas (2-LP)

 

Auf seinem von der Kritik gefeierten Blue-Note-Debüt ließ Robert Glasper keinen Zweifel daran, dass in seiner Brust zwei Herzen schlagen: das eines ernsthaften Jazzmusikers und das eines stilistischen Grenzgängers, der sein Ohr stets am Puls der Zeit hat. Obwohl die Musik von "Canvas" im akustischen Jazz verwurzelt ist, deutet Glasper (der bei drei Stücken Fender Rhodes spielt) mit seinen hibbeligen, von Hip-Hop beeinflussten Grooves und rollenden Akkordfolgen doch schon die Musik der beiden innovativen "Black Radio"-Alben an, für die er drei Grammys erhalten sollte. Neben neun Eigenkompositionen präsentierte er ein spannendes Remake von Herbie Hancocks "Riot", das erstmals 1968 auf dem Miles-Davis-Album "Nefertiti" vorgestellt wurde. Zu Glaspers Trio mit Bassist Vicente Archer und Schlagzeuger Damon Reid gesellen sich bei einigen Stücken als Gäste der Tenorsaxophonist Mark Turner und der Neo-Soul-Sänger Bilal. Wegen der Spieldauer von 65 Minuten erscheint "Canvas" als Doppel-LP.