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15.08.2018

Digitale Schatzkammer - Shearing lädt zum Träumen ein

Der Brite George Shearing gehörte zur absoluten Spitzenklasse der Jazzpianisten. In den Fünfzigerjahren war er aber auch Schallplattenmillionär mit einer Reihe eleganter "Mood Music"-Alben, die jetzt digital wiederentdeckt werden können.

George Shearing, Digitale Schatzkammer - Shearing lädt zum Träumen ein Digitale Schatzkammer - George Shearing

Als George Shearing 2011 verstarb, fiel in den weltweiten Nachrufen stets ein Begriff: der "Shearing Sound". Die Idee zu seinem unverkennbar weichen, eleganten Klang, basierend auf dem Unisono-Spiel von Klavier, Vibraphon und Gitarre, hatte Shearing bereits in den Fünfzigerjahren entwickelt um sich von der großen Konkurrenz der Pianisten abzuheben. Er wurde schnell zum Trademark und Riesenerfolg, und brachte Shearing den Ruf eines kommerziellen Musikers ein, der sicherlich berechtigt ist. Allerdings konnte Shearing auch mitreißend und energetisch swingen. Der Kult-Schriftsteller Jack Kerouac widmete ihm beispielsweise in seinem Buch "On the Road" eine begeisterte Passage.

 

Shearing, von Geburt an blind, begann im Alter von drei Jahren, Klavier zu spielen. Erst 2004, nach einem Sturz, der ihn monatelang ins Krankenhaus zwang, zog er sich vom Musikbetrieb zurück. 2007 schlug ihn Königin Elisabeth II. zum Ritter. Neben seinen zahlreichen Jazzaufnahmen mit verschiedenen kleinen Ensembles, von denen viele inzwischen als Klassiker gelten, stehen auch einige Shearing-Aufnahmen für das US-Label Capitol, die den Musiker einige Jahre lang zum Star der Lounge-Musik machten. Capitol Records machte in den Fünfzigerjahren Millionenumsätze mit Alben, die sich perfekt als Hintergrundmusik für Partys oder romantische Tête-à-Têtes eigneten. Besonders erfolgreiche Künstler waren Les Baxter, Jackie Gleason oder auch der Bigband-Arrangeur Nelson Riddle. Damals von der Jazzkritik als "Musiktapete" gebrandmarkt, wurde diese Art von Musik vor einigen Jahren als "Lounge Music" wiederentdeckt und neu bewertet. Die musikalische Qualität der soften Alben war stets erstaunlich hoch, man muss nur zuhören und sie entdecken können.

 

Natürlich lag es für Capitol Records nahe, auch den smoothen Shearing-Sound zur kommerziellen Serie zu machen, und so kam zwischen 1955 und 1960 eine ganze Reihe elegant aussehender und klingender Alben mit malerischen Titeln wie "Velvet Carpet", "Latin Lace" und "White Satin" auf den Markt. George Shearing interpretierte auf diesen LPs bekannte und weniger bekannte Standards in einem schimmernd-romantischen Sound, der heutigen Hörern Bilder aus Audrey-Hepburn-Filmen in den Sinn bringen mag. Unterstützt wurde er teilweise von Streicher- und Bläserensembles. Was damals Stimmung machte, wirkt heute noch genauso gut, wir empfehlen einfach mal das Licht zu dimmen, ein gutes Getränk einzuschenken und sich von George Shearing in andere, längst vergangene Musikwelten transportieren zu lassen.   

 

Die wiederveröffentlichten George-Shearing-Alben sind: 

 

The Shearing Spell (1955) 

 

Velvet Carpet (1956)

 

Black Satin (1957)

 

Latin Escapade (1957)

 

Burnished Brass (1958) 

 

Latin Lace (1958)

 

Blue Chiffon (1959) 

 

Latin Affair (1960) 

 

Satin Brass (1960) 

 

White Satin (1960)