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12.07.2018
Joe Sample

Digitale Schatzkammer - Joe Sample: Pianist auf Solo-Kreuzzug

Mit den Crusaders eroberte Keyboarder Joe Sample in den 1970ern und 80ern ein Millionenpublikum. Jetzt erscheinen sechs seiner raren Soloalben aus dieser Zeit im digitalen Format.

Joe Sample, Digitale Schatzkammer - Joe Sample: Pianist auf Solo-Kreuzzug Joe Sample

"I stream, you stream, everybody wants streaming" - unter diesem Titel, der an einen alten Jazz-Gassenhauer erinnert, hätte das Marktforschungsunternehmen Nielsen seinen jüngsten "U.S. Music Mid-Year Report" veröffentlichten können. Denn die Streaming-Dienste machten in den USA in der ersten Jahreshälfte 2018 schon 75 Prozent des gesamten Musikkonsums aus. Zum Vergleich: 2016 lag dieser Anteil erst bei 50 Prozent. Wie zur großen Zeit der CD tauchen die Musiklabels daher jetzt auch wieder tief in ihre Archive und veröffentlichen viele Alben, die es zuvor noch nicht in den digitalen Formaten zu hören gab. Unter dem Stichwort „Digitale Schatzkammer" machen wir hier auf interessante Alben aufmerksam, deren Wiederentdeckung bei Spotify, Apple Music, Amazon Music und den anderen Streaming-Plattformen lohnt.

Den 2014 verstorbenen Keyboarder Joe Sample kennen die meisten Musikfans vor allem aus seinen langen Jahren mit den Jazz Crusaders (1961-1970) und den nicht mehr ganz so jazzigen, aber umso populäreren Crusaders (1971-1991). Aber auch als Begleiter von Stars wie Miles Davis, George Benson, Jimmy Witherspoon, B. B. King, Eric Clapton, Steely Dan, Joni Mitchell, Randy Crawford und den Supremes machte sich der texanische Pianist einen hervorragenden Namen. Ein wenig ging dabei unter, dass Sample parallel auch eine Reihe von exzellenten Soloalben eingespielt hat, auf denen ihm neben der Crème de la crème der Studioszene natürlich auch oft seine Crusaders-Kollegen hilfreich zur Seite standen.

"Samples Ohr für eingängige Riffs und die cool-melodische Weise, wie er seine Soli aufbaute, bildeten das Herzstück des ebenso eingängigen wie sinnlichen Sounds der Crusaders", hieß es 2014 im Nachruf des britischen Guardian. "Er war ein aufmerksamer, offener und enorm talentierter Jazz-Allrounder." Dies belegen nicht zuletzt auch die Soloalben, die Sample in der Zeit aufnahm, als er mit den Crusaders die größten Erfolge feierte. Wie mit seiner Band brachte Sample auch auf seinen Solo-Alben Jazz, Funk, R’n’B und Pop zusammen, immer mit sehr eingängigem, aber nie banalen Ergebnis. Im selben Jahr (1979), als er mit den Crusaders das monumental erfolgreiche Album "Street Life" herausbrachte, veröffentlichte Sample auch sein vielleicht bestes Soloalbum "Carmel". Dieses ist jetzt zusammen mit seinen anderen Alben jener Jahre endlich bei allen digitalen Plattformen verfügbar.

 Die wiederveröffentlichten Joe-Sample-Alben sind:

Rainbow Seeker (1978)

Carmel (1979)

Voices In The Rain (1981)

The Hunter (1983)

Oasis (1985)

Roles (1987)