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08.11.2012
Eivind Aarset

So traumhaft wie logisch - Eivind Aarset mit “Dream Logic”

Nach fünf international gefeierten Alben für Bugge Wesseltofts Jazzland-Label, bringt der Gitarrist und Soundtüftler Eivind Aarset mit “Dream Logic” erstmals ein neues Album bei ECM heraus.

Eivind Aarset, So traumhaft wie logisch © Soukizy / ECM Records Eivind Aarset

Der norwegische Gitarrist Eivind Aarset hat bereits auf einer ganzen Reihe einflussreicher ECM-Alben mitgewirkt: darunter Nils Petter Molværs “Khmer” und “Solid Ether”, Arve Henriksens “Cartography”, Andy Sheppards “Movements In Colour”, Arild Andersens “Elektra”, Jon Hassells “Last Night The Moon Came...” und Marilyn Mazurs “Small Labyrinths”. Höchste Zeit für ihn, endlich einmal ein eigenes Werk auf dem Münchener Label vorzulegen. Mit dem passend titulierten Album “Dream Logic” tut er das nun.

Die vielschichtig strukturierte Musik des Albums besitzt eine fast schon halluzinatorische Qualität. Mit seiner Gitarre entwirft Aarset faszinierende Klanggemälde, die sich auf geheimnisvolle Weise wellenmäßig ausbreiten. Jan Bang, der den Großteil der Stücke zusammen mit Aarset komponierte, steuert ebenfalls Klänge und Samples bei. Er war - gemeinsam mit seinem regelmäßigen Kooperationspartner Erik Honoré - auch der Aufnahmeproduzent der Sessions.

Vom Heavy-Metal-Gitarristen zum experimentellen Klangtüftler

Wie viele Gitarristen seiner Generation wurde der 1961 im norwegischen Drøbak geborene Eivind Aarset von Rockmusikern und vor allem von Jimi Hendrix beeinflusst. Mitte der 1970er Jahre begann er sich für den elektrifizierten Jazz zu interessieren, und ganz besonders das Miles-Davis-Album “Agharta”, auf dem Pete Cosey mit seiner wilden, verzerrten E-Gitarre Erinnerungen an Hendrix weckte. Zur selben Zeit entdeckte Aarset natürlich auch die frühen ECM-Alben seiner norwegischen Landsleute Terje Rypdal und Jan Garbarek. Dennoch profilierte sich Aarset zunächst als Heavy-Rock-Gitarrist, bevor er sich zum Session-Gitarristen mauserte und an über 150 norwegischen und internationalen Produktionen mitwirkte. Bei diesen Aufnahmesessions lernte er schließlich Bugge Wesseltoft und Nils Petter Molvær kennen. 1997 stießen Molvær and Aarset zusammen zur Band der Perkussionistin Marilyn Mazur und spielten mit ihr für ECM das Album “Small Labyrinths” ein. Doch die großen Schlagzeilen machten sie im selben Jahr mit einer anderen Veröffentlichung: Molværs bahnbrechendes Album “Khmer”. Hier konnte man Aarsets kühne Gitarre erstmals und ausführlich hören, wie sie sich zwischen abenteuerlichen Samples, programmierten Beats und Turntable-Scratching hindurchschlängelte. In Molværs Band genoss Aarset alle Freiheit, sein strukturiertes Gitarrenspiel zu entwickeln. Mit den fünf Soloalben “Électronique Noir”, “Light Extracts”, “Connected”, “Sonic Codex” und “Live Extracts”, die er in den folgenden Jahren auf Bugge Wesseltofts Jazzland-Label herausbrachte, sorgte der Gitarrist nicht nur in der europäischen Presse für Furore. Die New York Times etwa bezeichnete “Électronique Noire” als “eines der besten elektrischen Jazzalben seit Miles Davis”. Und der All Music Guide attestierte Aarset, einen neuen Standard für Fusionmusik gesetzt zu haben.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung von “Dream Logic” wird Eivind Aarset mit seinem Sonic Codex 4tet (mit Bassist Audun Erlien sowie den Schlagzeugern Wetle Holte und Erland Dahlen) für vier Konzerte nach Deutschland kommen: am 14. November tritt die Band im Kölner Stadtgarten auf, am 15. November in der Zeche Carl in Essen, am 16. November im Bunker Ulmenwall in Bielefeld und am 22. November in der Münchener Unterfahrt.