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27.06.2012

Soulige Goldschmiede - Soul Rebels Brass Band

In New Orleans ist die Soul Rebels Brass Band bekannt wie ein bunter Hund. Hierzulande aber gilt sie noch als Geheimtipp. Das soll sich nun mit ihrem ersten international veröffentlichten Album “Unlock Your Mind” ändern.

Soul Rebels Brass Band, Soulige Goldschmiede © Universal Music Soul Rebels Brass Band, c universal music

Als “das fehlende Bindeglied zwischen Public Enemy und Louis Armstrong” bezeichnete das New Yorker Kulturmagazin Village Voice die New Orleanser Soul Rebels Brass Band. Auf seinem neuen Album “Unlock Your Mind”, dem ersten für den internationalen Markt, serviert das vielköpfige Ensemble um die Trommler Lumar LeBlanc und Derrick “Oops” Moss nun einen äußerst schmackhaften Musik-Gumbo aus Jazz, HipHop, Mardi-Gras-Funk, melodischem Rock und Reggae. Prominente Hilfe erhielten sie bei der Einspielung von anderen Lokalhelden wie Trombone Shorty, Meters-Gitarrist Leo Nocentelli und Cyril Neville.

DownBeat: “Die Soul Rebels verwandeln Blech in Gold.”

“Die Soul Rebels verwandeln Blech in Gold”, schrieb DownBeat vor geraumer Zeit in einer gewitzten Anspielung darauf, dass die Band ihre Ursprünge in der Tradition New Orleanser Brass-Bands hat. Denn hervorgegangen ist das Ensemble aus ehemaligen Mitgliedern von Harold Dejeans Young Olympia Brass Band, die in New Orleans Ikonenstatus genießt. LeBlanc und Moss entschlossen sich 1991, neue musikalische Wege einzuschlagen. Ihr eigentliches Erbe wollten sie dabei zwar nicht aufgeben, aber dieses mit den zeitgenössischeren Klängen verbinden, die sie damals im Radio hörten. In den Trompetern Julian Gosin und Marcus Hubbard, den Posaunisten Corey Peyton und Paul Robertson, Saxophonist Erion Williams und Sousaphonspieler Edward Lee Jr. fanden sie kongeniale Partner für dieses Unterfangen.

Traditionswahrung trotz eigenem Sound

“Wir wollten unseren eigenen Sound kreieren, zugleich aber auch die Tradition der Brass-Bands respektieren”, erinnert sich LeBlanc. “Uns war also klar, dass wir uns losreißen mussten.” Sie fanden einen stilistischen Mittelgrund, als sie sich selbständig machten und eine Band mit anderen jungen und ähnlich denkenden Lokalmusikern aus New Orleans und der Umgebung gründeten. Als Absolventen der Musikprogramme südlicher Universitäten übernahmen sie das Format der Marching-Band, das sie von der Schule her kannten, und integrierten Einflüsse von außerhalb, aber auch Elemente neuerer lokaler Stile wie Rhythm’n’Blues, Funk und HipHop - vor allem in den halb gesungenen, halb gerappten Teilen ihre Musik. “Der Großteil unserer eigenen Songs hat Gesang”, sagt Bandsprecher LeBlanc. “Das ist etwas, was es in einer traditionellen Brass-Band nicht gibt.”

Anwärter für den Titel “Hardest Working Band in Show Business”


Bei Tourneen durch die USA haben die Soul Rebels die Bühne mit zahllosen Künstlern und Bands der Pop- und Jazzwelt geteilt: darunter Arcade Fire, The Roots, Bootsy Collins, Robert Plant & Jimmy Page, Counting Crows, Green Day, Drive By Truckers, James Brown, Roy Hargrove, Allen Toussaint, Chuck Brown, Terence Blanchard, The Gap Band und Better Than Ezra. Im Schnitt geben die Soul Rebels jedes Jahr 250 Shows! Mit ihrer ansteckenden Musik haben sie schon Auditorien in Europa, Brasilien und Südafrika in Ekstase versetzt und einigen der bekanntesten Musikfestivals der Welt Glanzlichter aufgesetzt. In Deutschland kann man die Band im Juli zweimal live erleben: Am 12. Juli treten sie bei den Jazzopen in Stuttgart auf, einen Tag später beim “Blue Tone Festival” in Straubing.

Mit “Unlock Your Mind” endlich auf

Nach fünf Alben für den heimischen Markt bringt die Soul Rebels Brass Band nun bei Rounder Records mit “Unlock Your Mind” endlich ihr erstes internationales Album heraus. Produziert hat das Werk Scott Billington, der auch schon bei einigen bahnbrechenden Alben der Dirty Dozen Brass Band seine Finger im Spiel hatte.


Soul Rebels Brass Band “Unlock Your Mind”-Konzerte Juli 2012:

12.07. Stuttgart, Jazzopen
13.07. Straubing, Blue Tone Festival