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16.10.2020
Blue Note Re:imagined

Blue Note Re:Imagined - spannender Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft

"Blue Note Re:Imagined" präsentiert 16 Blue-Note-Klassiker vorwiegend aus den 1960er Jahren, die von Stars der jungen Londoner Jazzszene aufregend neu gestaltet wurden.

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In der 80-jährigen Geschichte von Blue Note Records markierten die turbulenten 1960er eine ganz besonders aufregende Umbruchsphase. In diesem Zeitraum fanden viele junge Musiker den Weg zu dem historischen Label, die den Jazz in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich prägen sollten. Darunter Pianist Herbie Hancock und Saxofonist Wayne Shorter (zwei Mitglieder des legendären zweiten Quintetts von Miles Davis), Pianist Andrew Hill, Vibraphonist Bobby Hutcherson, Tenorsaxofonist Joe Henderson und John Coltranes langjähriger Mitstreiter McCoy Tyner. Sie alle boten damals nicht nur zukunftsweisende Musik, sondern brachten dem Label auch kommerzielle Erfolge ein. Ikonische Songs aus dem Repertoire dieser und einiger anderer Blue-Note-Größen haben sich nun die jungen Stars der florierenden Londoner Jazzszene vorgeknöpft, um sie für "Blue Note Re:Imagined" fantasievoll in die Gegenwart zu transportieren und ihnen einen ganz eigenen Dreh zu verleihen.

 

Gleich vier - das Ezra Collective, Steam Down mit Gastvokalist Afronaut, Emma-Jean Thackery und die ursprünglich aus Norwegen stammende Band Fieh - setzen sich sehr kreativ mit Stücken von Wayne Shorter ("Footprints", "Etcetera", "Speak No Evil/Night Dreamer" und "Armageddon") auseinander und zeigen dabei sowohl ihre eigene stilistische Bandbreite als auch die des Komponisten auf. Alfa Mist unternehmen einen Exkurs in die abenteuerliche Klang-"Galaxy" von Trompeter Eddie Henderson. Shabaka Hutchings und Blue Lab Beats verleihen "Prints Tie" und "Montara" von Vibraphonist Bobby Hutcherson vollkommen neue Vibes, während der aus Südafrika stammende Skinny Pelembe sich Andrew Hills "Illusion" hingibt.

Auf eine "Search For Peace" macht sich im Windschatten McCoy Tyners wiederum das Ishmael Ensemble. Mit zwei besonders populären Herbie-Hancock-Klassikern - "Maiden Voyage" und "Watermelon Man" - warten Mr. Jukes und Poppy Ajudha auf. Die Neo-Soul-Sängerin Yazmin Lacey interpretiert den Filmsong "I'll Never Stop Loving You"; als Inspiration diente ihr die Version von Dodo Greene, die 1962 als erste Sängerin einen Vertrag bei Blue Note erhalten hatte. Der aus Australien stammende Multiinstrumentalist und Sänger Jordan Rakei ist mit "Wind Parade" zu hören, einem Song von Donald Byrds 1975er R&B -Fusion-Klassiker "Places And Spaces". Während Melt Yourself Down zu Joe Hendersons furiosem "Caribbean Fire Dance" einlädt, erkundet die Saxofonistin Nubya Garcia die "Shades Of Jade" ihres 2001 verstorbenen Instrumentalkollegen. Ein wenig aus der Reihe tanzt schließlich Jorja Smith mit ihrer Neuinterpreation von St. Germains "Rose Rouge", das im Jahr 2000 auf dem Hit-Album "Tourist" erschien.

Einen derart gelungenen und von Anfang bis Ende fesselnden Brückenschlag zwischen der Vergangenheit und der Zukunft des Jazz, wie er auf "Blue Note Re:Imagined" geboten wird, bekommt man wirklich nur selten zu hören.