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18.06.2020
Melt Yourself Down

100% Yes - Londoner Kultband explodiert jetzt auch auf dem Plattenteller

Den Punk-Funk-Jazzern von Melt Yourself Down gelang mit "100% Yes" ein gnadenlos energetisches Album. Jetzt knallt es endlich auch auf LP und CD.

Melt Yourself Down, 100% Yes - Londoner Kultband explodiert jetzt auch auf dem Plattenteller Melt Yourself Down - 100% Yes

Mit seiner eigenen Band Acoustic Ladyland und Polar Bear brachte der Saxophonist Peter Wareham zum Beginn des Millenniums die Saat für die zeitgenössische britische Jazzszene aus, die in den vergangenen zehn Jahren schillerndste Musikblüten trieb und inzwischen weltweit für Furore sorgt. Nach der Auflösung von Acoustic Ladyland gründete Wareham 2012 die Nachfolgeband Melt Yourself Down, die er nach einem Song des New Yorker Proto-Punk-Jazzers und No-Wavers James Chance benannte.

 

Die Ursprungsbesetzung liest sich heute wie ein "Who is Who" des kreativen Nukleus der progressiven Musikszene im UK: Saxophonist Shabaka Hutchings (Sons Of Kemet, The Comet Is Coming, Shabaka And The Ancestors), Schlagzeuger Tom Skinner (Sons Of Kemet, Matthew Herbert, Mulatu Astatke, Hello Skinny), Perkussionist Satin Singh (Fela!, Transglobal Underground), Sänger und Gitarrist Kushal Gaya (Zun Zun Egui) sowie Bassistin Ruth Goller (Acoustic Ladyland). Im März legten Melt Yourself Down mit "100% Yes" ein bahnbrechendes neues Album vor, das zunächst nur digital erhältlich war und jetzt endlich auch auf LP und CD herauskommt.

 

Die Musik der Band, in der Hutchings und Skinner mittlerweile durch George Crowley (Julian Argüelles, Yazz Ahmed, Red Snapper) und Dave Smith (Robert Plant, JuJu, Fofoulah) ersetzt wurden, ist seit jeher ein "intensives Gebräu aus Jazz, Punk und afrikanischen Elementen" (All Music Guide). Doch so kraftvoll, packend und zündend wie auf "100% Yes" hat das Sextett seine explosive Stilmixtur nie zuvor auf den Punkt gebracht. Es entfesselt ein im wahrsten Sinne atemberaubendes Klanggewitter aus rotzig röhrenden Saxophonen, treibenden Beats, pulsierenden Bässen, fiependen Space-Sounds und punkigen Gesangseinlagen.

 

Ein eingängiger Kracher wird hier an den nächsten gereiht, bis das Album mit der absolut hypnotisierende Titelnummer wirklich grandios ausklingt. Für solche Alben wurde einst die "Repeat"-Taste erfunden. "100% Yes" ist genau das Richtige, um mächtig Dampf abzulassen oder, wie das Magazin Time Out empfiehlt, "nackt im Haus herumzutanzen". Ziehen Sie aber vorsichtshalber besser die Vorhänge zu!