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13.02.2020
ECM Sounds

Zum Tod von Lyle Mays - stiller Abgang eines stillen Genies

Am 10. Februar verstarb im Alter von 66 Jahren der Keyboarder Lyle Mays, der in der Pat Metheny Group über 30 Jahre lang das musikalische Alter Ego des Gitarristen war.

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"Lyle war einer der großartigsten Musiker, die ich je kennen gelernt habe", schrieb Pat Metheny vor ein paar Tagen, als er vom Tod seines langjährigen Freundes und Bandkollegen erfuhr. "Über mehr als 30 Jahre hinweg war jeder Moment, den wir damit verbrachten, gemeinsam Musik zu machen, etwas Besonderes. Wir spürten sofort eine enge Verbundenheit, als wir das erste Mal miteinander spielten. Seine enorme Intelligenz und musikalische Weisheit haben jeden Aspekt seiner Persönlichkeit geprägt. Ich werde ihn von ganzem Herzen vermissen."

Wie Metheny stammte auch Lyle Mays aus einer Kleinstadt im Mittleren Westen (er kam 1953 in Wausaukee/Wisconsin zur Welt). Vielleicht verstanden sich deshalb auf Anhieb gleich so gut, als sich ihre Wege 1975 auf dem Wichita Jazz Festival das erste Mal kreuzten. Die erste gemeinsame Aufnahme, "Watercolors", machten sie 1977 für ECM Records. Noch im selben Jahr wurde die Pat Metheny Group gegründet, in der Mays nicht nur eine tragende Rolle als Keyboarder und Pianist innehaben sollte, sondern gemeinsam mit Metheny auch die populärsten Nummern der Band schrieb. Außerdem zeichnete Mays für die Arrangements und Orchestrierungen verantwortlich und gab der musikalischen Handschrift der Gruppe das harmonische und metrische Rückgrat.

Zwischen 1977 und 2004 nahm Lyle Mays mit Metheny und der Pat Metheny Group sechzehn Alben auf, für die sie elf Grammys einstrichen. Für ECM Records entstanden neben "Watercolors" außerdem noch "Pat Metheny Group" (1978), "American Garage" (1979), das Duo-Album "As Falls Wichita, So Falls Wichita Falls" (1981), "Offramp" (1982), das Live-Album "Travels" (1983) und "First Circle (1984). Natürlich gab es für Mays auch ein Leben außerhalb der Pat Metheny Group: hören kann man ihn u.a. auf Aufnahmen von Joni Mitchell, Rickie Lee Jones, Bobby McFerrin, Bob Moses, Steve Swallow, Eberhard Weber, Mark Isham, Toots Thielemans, Woody Herman und sogar Earth, Wind & Fire. Unter seinem eigenen Namen spielte der Keyboarder in all den Jahren allerdings nur fünf Alben ein, von denen immerhin vier für Grammys nominiert wurden.

Am 10. Februar 2020 ist Lyle Mays, der schon seit längerem gegen eine immer wiederkehrende Krankheit angekämpft hatte, im Kreis seiner Familie in Los Angeles gestorben.