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17.09.2019
JazzEcho-Plattenteller

Made by Miles - Jazzcover vom Meistergrafiker

In einer aktuellen LP-Staffel präsentiert Blue Note Albumklassiker, die der berühmte Grafiker Reid Miles ikonisch verpackte.

JazzEcho-Plattenteller, Made by Miles - Jazzcover vom Meistergrafiker Blue Note 80-LPs: Great Reid Miles Covers

 

Mit seinen heutzutage geradezu kultisch verehrten Arbeiten schuf der Grafiker, Designer und Fotograf Reid Miles in den 1950er und 1960er Jahren das perfekte optische Äquivalent zu den innovativen Aufnahmen von Blue Note Records. Die neue Staffel "Great Reid Miles Covers" im Rahmen der LP-Wiederveröffentlichungen zum 80. Blue-Note-Jubiläum ist eine Hommage an den 1993 verstorbenen Künstler, dessen Werke sich viele Jazzfans rahmen ließen, um mit ihnen zuhause die Wände zu schmücken. Die ersten drei Veröffentlichungen sind Freddie Hubbards "Hub-Tones", Kenny Dorhams "Una Mas" und "Indestructible" von Art Blakey & The Jazz Messengers. Natürlich soll an diesen LPs nicht nur das Auge Freude haben, deshalb wurden sie von den Originalbändern gemastert und in 180g-Vinyl gepresst.

 

Freddie Hubbard - Hub-Tones (1963)

Das Cover, das Reid Miles für "Hub-Tones" schuf, schreit den Betrachter förmlich an: "Schau her!" Es ist schlicht, aber erstaunlich effektiv: neun senkrechte schwarze Balken vor weißem Hintergrund. In dem einzigen Balken, der nach unten versetzt wurde, sieht man - in gleißendes Rot getaucht - Hubbard mit seiner Trompete. Der Schriftzug (ganz schwarz, mit Ausnahme von Hubbards Namen, der in einem rostigen Rotbraun aufleuchtet) ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Raum elegant und doch minimalistisch nutzen kann. Die Musik steht dahinter nicht zurück. Hubbard präsentiert sich hier mit einem All-Star-Team, dem der Altsaxophonist James Spaulding, Pianist Herbie Hancock, Bassist Reggie Workman und Schlagzeuger Clifford Jarvis angehören. Neben vier großartigen Originalen des Trompeters (das Titelstück, "Prophet Jennings", "Lament For Booker" und "For Spee’s Sake") interpretiert das Quintett auf denkwürdige Weise außerdem den Standard "You’re My Everything". Das Artwork wurde übrigens 2015 relativ schamlos für das Cover von Bob Dylans Album "Shadows In The Night" kopiert.

 

Kenny Dorham - Una Mas (1964)

Vor dem tiefschwarzen Hintergrund des Covers von "Una Mas" springen einem das goldgelb gefärbte Foto von Kenny Dorham und der in Fuchsia gehaltene Albumtitel gleich ins Auge. "Una Mas" sollte bedauerlicherweise Dorhams vorletztes Album für Blue Note und sein viertletztes Soloalbum überhaupt sein. Seine ganze Karriere über hatte der 1972 gestorbene Trompeter damit zu kämpfen, dass er von Kritikern und Kollegen in den höchsten Tönen gelobt wurde, beim Publikum aber relativ wenig Beachtung fand. Mit "Una Mas" lieferte er 1964 sein unbestritten bestes Album ab, auf dem er den musikalischen Bogen von Hard-Bop bis zu Bossa Nova spannte. Zur Seite stand ihm dabei eine erstklassige Band mit Tenorsaxophonist Joe Henderson, Pianist Herbie Hancock, Bassist Butch Warren und Drummer Tony Williams. Dargeboten werden drei exzellente Dorham-Originale (die Bossa-getönten Nummern "Una Mas" und "Sao Paolo" - sic! - sowie "Straight Ahead") und die Broadway-Ballade "If Ever I Would Leave You".

 

Art Blakey & The Jazz Messengers - Indestructible (1966)

"Alarmstufe Rot" scheint das Cover zu signalisieren, auf dem der elastisch wirkende weiße Titelschriftzug die "Unverwüstlichkeit" unterstreicht. Und unverwüstlich waren sowohl Schlagzeuger Art Blakey als auch seine Jazz Messengers. Schließlich unterhielt er die einflussreiche Band, aus der zahllose Jazzstars hervorgingen, von 1955 bis zu seinem Tod im Jahr 1990 mit nur wenigen, kurzen Unterbrechungen. "Indestructible" war 1966 Art Blakeys letztes Album für Blue Note, auf dem zugleich Wayne Shorter seinen Abschied von den Jazz Messengers nahm. Er sollte wenig später der neue Saxophonist des legendären zweiten Miles Davis Quintet werden. Auch für Pianist Cedar Walton und Bassist Reggie Workman war es die finale Vorstellung mit dem Ensemble. Komplettiert wurde die Besetzung durch Trompeter Lee Morgan und Posaunist Curtis Fuller, die Blakey noch etwas länger die Treue halten sollten.