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22.08.2019
Madison Cunningham

Madison Cunningham - jung, talentiert und auch noch smart

Auf ihrem Debütalbum "Who Are You Now" stellt sich die 21-jährige Songschreiberin Madison Cunningham als "Enkelin" von Joni Mitchell und "kleine Schwester" von Fiona Apple vor.

Madison Cunningham, Madison Cunningham - jung, talentiert und auch noch smart Claire Marie Vogel Madison Cunningham - Who Are You Now

"Inspiration ist kein Gefühl", sagt Madison Cunningham mit aller Entschiedenheit. "Es ist etwas, das sich täglich ereignet. Ich glaube nicht, dass der Zweck des Songwritings ist, den großartigsten Song aller Zeiten zu schreiben. Songwriting sollte etwas so Gewöhnliches sein wie das tägliche Frühstück." Was die 21-Jährige damit sagen will, ist, dass man als Songwriter nicht auf "göttliche Eingabe" hoffen sollte, sondern tagtäglich hart an sich und seiner Kunst arbeiten muss. Ganz nach der Thomas Alva Edison zugeschriebenen Devise, dass Erfolg zu zehn Prozent aus Inspiration und zu neunzig Prozent aus Transpiration besteht. Dass ihr jetzt erschienenes Debütalbum "Who Are You Now" trotzdem unangestrengt und inspiriert klingt, ist kein Widerspruch, sondern unterstreicht nur, dass sie bereits die richtigen Lektionen gelernt hat.

 

Die in Costa Mesa /Kalifornien geborene Madison Cunningham begann mit sieben Jahren Gitarre zu spielen und trat als Zwölfjährige an der Seite ihrer Geschwister erstmals in einer Kirche auf. Später lernte sie noch Klavier spielen. "Mit 15 oder 16 wurde mir klar, dass ich eine gute Songschreiberin werden wollte", sagt Madison. "Vorher war es immer ein reines Hobby gewesen, aber ungefähr zu dieser Zeit stellte ich fest, dass ich das Songwriting zu meinem 'täglichen Brot' machen wollte." Als Vorbilder guckte sich der ambitionierte Teenager Joni Mitchell und Bob Dylan aus. Dass sie ihre Messlatte damit nahezu unerreichbar hoch gelegt hatte, war ihr selbst allerdings auch gleich klar. "Ich dachte, dass ich, wenn ich jemals in meinem Leben etwas von ihrem Geist einfangen wollte, jeden Tag hart arbeiten müsste."

 

Größere Aufmerksamkeit erregte sie erstmals 2017 mit Auftritten in Los Angeles. Noch im selben Jahr brachte sie die EP "Love, Lose, Remember" heraus, auf der sie sechs eigene Songs vorstellte. Musikalisch bewegte sie sich gewandt zwischen anspruchsvollen Jazz-, Pop-, Folk- und Country-Einflüssen. Auch mit den Texten ihrer Lieder, die oft neckisch sind und manchmal zum Nachdenken anregen, eroberte die wortgewandte junge Sopranistin flott die Kritiker und ein neues Publikum. Interesse weckte sie zudem bei dem Produzenten und Sessionmusiker Tyler Chester, der u.a. schon mit Joan Baez, Christina Aguilera, Andrew Bird, Julian Lage, Sara Watkins und Beverley Knight gearbeitet hat. Er produzierte für Madison im Anschluss noch zwei Singles: den Original "Beauty Into Clichés" und eine unter die Haut gehende Coverversion des Bossa-gefärbten Simon & Garfunkel-Klassikers "So Long, Frank Lloyd Wright".

 

Momentan tourt Madison Cunningham in den USA u.a. mit den Punch Brothers, mit deren Mandolinen-Virtuosen Chris Thile sie auch im Duo auftritt. Im Berliner Funkhaus stellte sie sich im Juni im Vorprogramm von Andrew Bird dem deutschen Publikum vor. Mit ihrem ersten Album "Who Are You Now", das bei Verve Forecast erschienen ist, kann man die junge Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin nun auch hier näher kennenlernen. Während sie in der akustischen Ballade "Something To Believe In" an die junge Joni Mitchell erinnert, schlägt sie in "Pin It Down" mit verzerrten E-Gitarrenklängen, schnarrendem Kontrabass und groovigem Backbeat modernere Töne an. Weitere Ohrwürmer des Albums, das auch Einflüsse von Jeff Buckley und Fiona Apple aufweist, sind der treffend betitelte "Song In My Head" und "Trouble Found Me".