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28.02.2019
JazzEcho-Plattenteller

"Tone-Poet"-LPs – Wayne Shorters "lost album" feiert luxuriöse Wiedergeburt

In der schwärmerisch betitelten "Tone Poet Audiophile Vinyl Series" findet sich auch ein Meisterwerk von Wayne Shorter, das lang auf seine Würdigung warten musste.

Wayne Shorter, Tone-Poet-LPs – Wayne Shorters lost album feiert luxuriöse Wiedergeburt Wayne Shorter - Etcetera

Joe Harley ist Mitbegründer und Koproduzent des renommierten amerikanischen Vinyl-Labels MUSIC MATTERS. Sein außerordentliches Verständnis für Klangästhetik und das LP-Format hat ihm den Titel "Tone Poet" eingebracht. Zum 80. Label-Jubiläum hat ihn jetzt Blue Note Records beauftragt, Alben für eine exklusive LP-Edition zusammenstellen. Dies rein analogen, d.h. ohne digitale Zwischenschritte gefertigten Reissues werden von den originalen Masterbändern von Kevin Gray (Cohearent Audio) neu gemastert und bei Record Technology Incorporated (RTI) in 180g-Vinyl gepresst. Die Originalcover werden als schwere, laminierte Gatefold-Sleeves faksimiliert. Dabei wird eine Hüllenfertigung angewendet, deren Name nur LP-Gourmets etwas sagen dürfte: Tip-on-Sleeve. Wie zur Zeit der schweren, stabilen Papphüllen der Fünfziger und Sechziger Jahre wird auch hier eine stabile Papp-Grundlage mit glänzend laminierter Oberfläche verbunden.

Die äusseren Werte der Serie sind also hoch angesetzt. Die inneren allerdings auch: als zweites Album der Reihe erscheint mit "Etcetera" das achte Werk des Saxophonisten Wayne Shorter, aufgenommen am 14. Juni 1965, aber aus heutzutage kaum mehr nachvollziehbaren Gründen erst 1980 auf Blue Note veröffentlicht. Das Album enthält vier Shorter-Originale und ein Arrangement von Gil Evans' grandiosem Titel "Barracudas".

Die Allmusic-Rezension von Stacia Proefrock zeichnet das Album mit 4½ Sternen aus und erkärt das so: "Der aufs erste Hören unauffällige Charakter des Albums als Ganzes, insbesondere der Titelsong, könnte zu Blue Notes mangelnder Aufmerksamkeit beigetragen haben, aber es gibt hier definitiv Edelsteine, besonders den Schlusstitel, 'Indian Song'. Manchmal wirkt der Rest des Albums wie ein Warm-Up für dieses erstaunliche Stück, in dem Shorter in einem hypnotisierenden Tanz mit Herbie Hancocks Klavier herumwirbelt, auf dem schwermütigen Bass von Cecil McBee und der luftigen Struktur von Joe Chambers Schlagzeugspiel reitend. Kurze, sich wiederholende Themen und das leidenschaftliche, gefühlvolle Spiel mögen an John Coltrane erinnern, aber dieses Quartett hat seinen eigenen Charakter und das perfekte, komplizierte Netz, das hier gewebt wird, hebt die gesamte Session auf höchstes Niveau."