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27.08.2020
Bettye LaVette

Hommage an schwarze Singvögel - Bettye-LaVette-Album erschienen

Auf "Blackbirds" singt Bettye LaVette wie ihr der Schnabel gewachsen ist und zollt dabei u.a. Nina Simone, Billie Holiday, Ruth Brown, Dinah Washington und Nancy Wilson Tribut.

Bettye LaVette, Hommage an schwarze Singvögel - Bettye-LaVette-Album erschienen Bettye LaVette - Blackbirds

Die New York Times feierte Bettye LaVette vor ein paar Jahren als "eine der großen Soul-Interpretinnen ihrer Generation" und stellte sie auf eine Stufe mit den Weltstars Aretha Franklin und Tina Turner. Tatsächlich gibt es nur wenige Sängerinnen, die die oft unterschätzte Kunst der Interpretation so souverän beherrschen wie die inzwischen 74-Jährige. In ihrem Repertoire beschränkt sie sich aber keineswegs nur auf Soul, sondern geht ebenso meisterhaft und unverwechselbar auch Songs aus Jazz und Country, Blues und Folk, Pop und Rhythm’n’Blues an. "Sie singt nicht einfach Lieder, sie verleibt sich jedes einzelne wirklich ein", schwärmte Jon Bon Jovi 2009, nachdem er gemeinsam mit LaVette bei der Amtseinführung von Präsident Barack Obama aufgetreten war. Bonnie Raitt wiederum hält Bettye für "eine der unglaublichsten R&B-Sängerinnen der heutigen Zeit... eine Naturgewalt".

Mit "Things Have Changed" debütierte diese Naturgewalt 2018 auf sehr eindrucksvolle Weise bei dem historischen Jazzlabel Verve. Auf dem von Steve Jordan produzierten (und für zwei Grammys nominierten) Album verlieh Bettye einem Dutzend Songs von Bob Dylan ihren magischen Touch. Für den Nachfolger "Blackbirds" knöpft sie sich nun vorwiegend Lieder vor, die mit afroamerikanischen Sängerinnen assoziiert werden, die sie als Jugendliche in den 1950ern inspiriert hatten: namentlich Nina Simone, Billie Holiday, Ruth Brown, Dinah Washington, Lil Green, Nancy Wilson und Doris Tauber. LaVette, die vor kurzem in die Blues Music Hall of Fame aufgenommen wurde, interpretiert deren Songs auf "Blackbirds" mit rauchiger Stimme und umwerfender Leidenschaft. Unterstützt wird sie von einer exzellenten Band, die ihr der Produzent Steve Jordan (der selbst auch am Schlagzeug sitzt) für diese heiße Session aus Gitarrist Smokey Hormel, Keyboarder Leon Pendarvis, Vibraphonist Monty Croft und Bassist Tom Barney zusammengestellt hat.

 

Ihr Ziel sei es stets, so sagt Bettye LaVette, ihre eigenen Interpretationen so interessant klingen zu lassen wie die Originale. Um dies zu erreichen, wählte sie Lieder aus, in denen sie auch ihre persönlichen Erfahrungen widerspiegeln kann. Paul McCartneys "Blackbird", von dem das Album seinen Titel ableitete, fällt da auf den ersten Blick zwar ein wenig aus dem Rahmen des Programms, weil das Stück nicht mit einer bestimmten Sängerin in Verbindung steht. In Bettye LaVettes Lesart handelt das Lied aber von den Hürden, die ihre Vorgängerinnen überwinden mussten, um ihre Karrieren zu starten und aufrechtzuerhalten. "Mein ganzes Leben lang", singt LaVette und überträgt McCartneys Originaltext dabei in die erste Person, "habe ich auf diesen Moment gewartet." Über die Lieder, die sie für "Blackbirds" zusammengestellt hat, tritt Bettye LaVette in einen Dialog mit den großartigen Künstlerinnen, die ihr den Weg zu ihrer eigenen Karriere geebnet haben und bestätigt sich einmal mehr selbst als unglaublich vitale und lebendige Interpretin.