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03.04.2019
JazzEcho-Plattenteller

The Comet Is Coming - Komet landet auf dem Turntable

Das aktuelle Album von Shabaka Hutchings und seinen beiden Mitstreitern hat unseren LP-Tester erwischt wie ein Meteoriteneinschlag. Warum erklärt er uns hier.

JazzEcho-Plattenteller, The Comet Is Coming - Komet landet auf dem Turntable JazzEcho Plattenteller The Comet is Coming

Ah: großartiges, post-irgendwas Farben- und Formen-Collagen-Cover. Oh: dickpappiges Gatefold-Sleeve mit einer Innencover-Gestaltung ohne Schnick und Schnack. Hui: schweres, mächtig und saftig groovendes Vinyl. Äh: Kein Download-Code?! - Egal. Oder doch nicht. Vielleicht gehört es einfach dazu. Das Mit-Ohne. Denn The Comet Is Coming haben eine Botschaft. Sie geht über die Musik hinaus, die für King Shabaka, Betamax und Danalogue vor allem Mittel zum Zweck ist. Und der lautet: Rauf auf die nächste Stufe der Erkenntnisleiter. Drunter machen sie’s nicht. Wieso auch? Ihr Anliegen ist nicht nur zutiefst menschlich. Es befindet sich deswegen in bester, auch historischer Gesellschaft: von sufistischen Derwischen übers Chanten bis zu Stockhausen, Sun-Ra und Ricardo Villalobos.  

Was abgesehen vom Name-Dropping auch noch wichtig ist: die Musik. So traditionell die Message, so unorthodox das Klangwerk. Vollkommen wertfrei. Und rein subjektiv? In ganz, ganz kurz: So ein faszinierend derbes Experimental-Brett habe ich schon lange nicht mehr auch nur annähernd mit dem seltsamen Wort "Jazz" in Verbindung gebracht. In welche Schublade auch immer diese in Klang verewigten großen Gesten gehören, es ist umwerfend. Mit Mainstream hat das nichts zu tun. Wohl aber mit Stadiontauglichkeit. Und wenn das dann bedeutet, dass The Comet Is Coming den sogenannten Jazz in die Stadien bringen wie einst Led Zeppelin den Rock, dann - von mir aus.

Snarky Puppy könnten so was vielleicht auch – aber The Comet Is Coming sind zu dritt! Lediglich bei "Blood Of The Past" erhalten sie Unterstützung von Kate Tempest und einer ungenannten Großmutter an der Violine. Dabei geht es hier übrigens nicht um höher, schneller, weiter. Die Mitglieder des Trios dürften instrumental weitgehend ausgelernt haben. Deshalb gelingen ihnen ja auch die etwas leiseren Töne nicht minder gut. Eine ganz besondere Rolle kommt in dieser Hinsicht King Shabakas Bass-Klarinette zu. Die ungewöhnliche Klangfarbe ist wie eine unbekannte exotische Blume, von der man den Blick nicht wenden kann. Dass der Herr auch am Tenor-Sax brilliert, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Shabaka ist übrigens einer der wesentlichen Gründe, warum das neue Album des britischen Dreiers ein derartig großer Wurf ist. Das Album ist ein Gewinn für alle Hörenden. Ob man sich den spirituellen Überbau antut oder nicht. Gut möglich, dass die Macher der Musik das anders sehen. Aber am Ende hat eh der Hörer recht.

 

08.04.2019                  Berlin - Bi Nuu

09.04.2019                  Frankfurt – Zoom

10.04.2019                  Köln – Stadtgarten

12.04.2019                  München – Strom

13.04.2019                  Wien – Grelle Forelle