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13.09.2018
Various Artists

Verve & Blue Note Today 2018 - so bunt ist der Jazz

Mit der Compilation "Verve & Blue Note Today 2018" kann man sich auch dieses Jahr einen Überblick über die Veröffentlichungen einiger der wichtigsten Jazzlabels verschaffen.

Various Artists, Verve & Blue Note Today 2018 - so bunt ist der Jazz Verve & Blue Note Today 2018

Als Jazzstandards bezeichnet man gemeinhin die Klassiker des "Great American Songbook". Jene Stücke, die geniale Songwriter wie George Gershwin, Duke Ellington und Cole Porter im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts schrieben und die bis heute zu dem Repertoire gehören, das jeder Jazzmusiker aus dem Effeff beherrschen sollte. Im Laufe dieser Jahrzehnte wurde dieser Kanon natürlich um Kompositionen von Bird, Miles, Trane und Co. kontinuierlich erweitert. 1996 läutete Herbie Hancock dann mit einem Album die Ära eines "neuen Standards" ein. Der Pianist interpretierte auf "The New Standard" nämlich nicht Perlen von Gershwin, Ellington und Porter, sondern verjazzte Songs von Nirvana, Prince und dem R&B-Sänger Babyface. Dabei dachte Hancock damals weniger, dass sich diese Lieder zu neuen Jazzstandards mausern würde, als vielmehr, dass es für Jazzmusiker der "neue Standard" werden würde, auch populäre Songs der jüngeren Vergangenheit und sogar Gegenwart aufzugreifen und als Improvisationsvorlagen zu nutzen. Auf der Compilation "Verve & Blue Note Today 2018" findet man jetzt gleich vier prachtvolle Beispiele dafür. Denn Bettye LaVette, Dr. Lonnie Smith, José James und Indra Rios-Moore haben sich bekannte Songs von Bob Dylan, Paul Simon, Bill Withers und Curtis Mayfield vorgeknöpft und ihnen clever neues Leben eingehaucht.

Dass aber auch die Standards alter Schule keineswegs passé sind und immer noch Künstler dazu inspirieren, ihnen neue Nuancen abzugewinnen, machen Gregory Porter mit Bert Kaempferts "L-O-V-E" und der britische Soul-Pop-Star Seal mit Screamin' Jay Hawkins' "I Put A Spell On You" deutlich. Gitarrist John Scofield, der 1996 auf "The New Standard"  mitgewirkt hatte, knüpfte bei seinem Song "Icons At The Fair" an Hancocks Ideen an: "Er hatte da dieses Arrangement von 'Scarborough Fair', dessen Akkorde mir wirklich gefielen. Ich habe diese Akkorde aufgegriffen und dann eine Melodie geschrieben, die an ein Lick erinnert, das Miles [Davis] zu spielen pflegte. So ergab sich also aus Herbie und Miles und Paul Simons 'Scarborough Fair' ein Stück, das ich 'Icons At The Fair' nannte."

Originell, innovativ und absolut zeitgenössisch sind auf dieser Compilation die Kollaborationen zwischen dem umtriebigen Schlagzeuger Chris Dave und seinem Kollegen Anderson.Paak, Basswunder Marcus Miller und Posaunist Trombone Shorty, Afrobeat-Legende Tony Allen und Detroit-Techno-Pionier Jeff Mills sowie die frischen, tanzbaren Jazzsounds der beiden jungen britischen Bands Sons Of Kemet und GoGo Penguin. Abgerundet wird das Programm der CD-Version durch Ausschnitte aus den jüngsten Alben von Publikumslieblingen wie Melody Gardot, Madeleine Peyroux und Stephen Colberts musikalischem Sidekick Jon Batiste.

 

Wer "Verve & Blue Note Today 2018" als eAlbum erwirbt, kann das Hörvergnügen noch um rund eine halbe Stunde verlängern: mit Bonus-Tracks von The Nels Cline 4, Brian Blade & The Fellowship Band, Terence Blanchard, Dave McMurray, Sullivan Fortner sowie dem Duo Lee Konitz/Dan Tepfer.