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29.08.2018
5 Original Albums

Horace Silver - Jazz-Revolutionär mit Ausdauer

Pianist Horace Silver hat den modernen Jazz gleich mehrfach umgekrempelt und mit seinen Songs moderne Klassiker geschaffen. Fünf seiner besten Blue-Note-Alben erscheinen jetzt gesammelt in einer CD-Box.

5 Original Albums, Horace Silver - Jazz-Revolutionär mit Ausdauer 5 Original Albums - Horace Silver

Art Blakey, mit dem Horace Silver die Jazz Massengers gründete, gab ihm einst den guten Rat, er möge zügig eigene Kompositionen für das Ensemble liefern; ansonsten würde er ihn feuern. Im Nachhinein war Silver dankbar, denn dadurch angespornt etablierte der Pianist bald seine eigene Band und begann, den mittlerweile auserzählten Bebop weiterzuentwickeln. Für diese 'Hard-Bop' genannte Spielart wurde Silver zur Gallionsfigur. Als er beim weltberühmten Label Blue Note unterschrieb, landete er mit seinen Kompositionen "Song For My Father", "Sister Sadie" oder "Peace" nicht nur Hits in den Single-Charts, sondern wurde zu dem Künstler, der Blue Note am beständigsten die Treue hielt. Mehr als 25 Jahre nahm er für Alfred Lion auf, der ihm ungeahnte Freiheiten in Konzeption und Gestaltung der Alben einräumte. Ein weiterer Beleg für die Wichtigkeit, die Horace Silver schon damals in der Jazzszene beigemessen wurde.

 

Mag Silver eher als Komponist in die Annalen des Jazz eigegangen sein, auf den in dieser Box versammelten fünf Alben kann man nun erleben, dass dies absolut ungerechtfertigt ist. Die LPs - die von drei Songs abgesehen ausschließlich aus Silvers' Eigenkompositionen bestehen - zeigen auf, mit welcher Fertigkeit seine Finger nicht nur den Stift über das Notenpapier führten, sondern auch die Saiten des Klaviers zum Klingen bringen konnten. Befand sich "Further Explorations" (1958) zunächst noch im Bebop-Idiom und emanzipierte sich erst sukzessive, geriet das live im New Yorker Club Village Gate aufgenommene "Doin' The Thing" (1961) zu einem Meilenstein in Silvers Diskographie - sein Talent als Conférencier wurde hier ebenfalls deutlich.

 

Am Ende einer Asien-Tournee nahm Silver "The Tokio Blues" (1962) auf, wo er seiner Begeisterung für fernöstliche Harmonien Ausdruck verlieh und bewies, mit welcher Schnelligkeit er ungebräuchliche Musikstrukturen analysieren und in seinen Stil übersetzen konnte.

 

Ebenfalls mit Höchstbewertungen der Kritiker wurde "Silver's Seranade" (1963) ausgezeichnet, auf dem er die thematischen Harmoniekonstruktionen neuartig ausladend und abstrakt gestaltete. "The Cape Verdean Blues" (1965) ließ schließlich erahnen, dass Silver schon einen neuen Klangkosmos erschloss. In den rhythmisch afrikanisierten Beat schummelte er Stilmittel, mit denen er einige Zeit später zum Pionier des Soul-Jazz werden sollte und erneut eine stilistische Revolution vorantrieb.

 

Exzellente Sidemen wie die Trompeter Art Farmer und Blue Mitchell, der Posaunist J. J. Johnson, Tenorsaxophonist Joe Henderson oder Schlagzeuger Louis Hayes bereichern die hörbare Vielfalt und belegen die Kreativität, mit denen Horace Silver seine Mitspieler regelrecht 'infizierte'. Alle Alben erklingen dank der fachkundigen Abmischung des legendären Tonmeisters Rudy Van Gelder in überwältigend klarem Sound. In der preiswerten neuen Box "5 Original Albums", die mit Original-Cover, Stecktaschen-CDs, detaillierten Musikerangaben und attraktivem Schuber daherkommt, werden fünf von Horace Silvers besten und bekanntesten Blue-Note-Alben nun erstmals kompakt und preiswert wiederveröffentlicht.

 

Die in der Box enthaltenen Alben sind chronologisch:

Further Explorations (1958)

Doin' The Thing (1961)

The Tokio Blues (1962)

Silver's Seranade (1963)

The Cape Verdean Blues (1965)