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06.06.2018
Miles Davis

Fahrstuhlmusik der besseren Art - Miles-Davis-Klassiker wird 60

Zum 60. Jubiläum erscheint Miles Davis' bahnbrechender Jazz-Soundtrack zu "Fahrstuhl zum Schaffott" als edles 10-inch-LP-Set sowie als Deluxe-Doppel-CD.

Miles Davis, Fahrstuhlmusik der besseren Art - Miles-Davis-Klassiker wird 60 Miles Davis - Fahrstuhl zum Schaffott

"Jazz ist viel zu gut für die USA", soll Dizzy Gillespie einmal gesagt haben. Schon früh hatte es schwarze Jazzmusiker, die in ihrer Heimat unter Rassendiskriminierung litten, nach Europa gezogen, wo das Publikum ihrer Musik aufgeschlossener lauschte und den Künstlern mit Respekt begegnete. Insbesondere in der französischen Metropole Paris, die sich in der Nachkriegszeit zu einem wahren Jazz-Mekka entwickelte, fanden viele amerikanische Musiker vorübergehend - manche gar für immer - eine neue Heimat.

 

Auch Miles Davis war von der Stadt und ihrem kulturellen Flair begeistert, als er Paris 1949 als Mitglied von Tadd Damerons Quintett das erste Mal besuchte und beim Paris International Jazz Festival auftrat. Die Reise, meinte er später in seiner Autobiographie, "veränderte für immer meine Sicht der Dinge". Acht Jahre danach sollte der Trompeter Paris wieder einmal besuchen, um dort mit drei französischen Musikern und einem amerikanischen Expatriate eines seiner stilbildenden Alben einzuspielen:  "Ascenseur pour l’echafaud".

 

Jetzt feiert der außergewöhnliche Soundtrack, den Miles für Louis Malles Thriller "Fahrstuhl zum Schaffott" schuf, sein 60-jähriges Jubiläum. Und aus diesem Anlass wird "Ascenseur pour l’echafaud" nun in einer neu gemasterten Fassung als edles Set mit drei 10-inch-LPs sowie als Deluxe-Doppel-CD wieder aufgelegt. Beide Veröffentlichungen sind STRENG LIMITIERT, die 10-inch-LPs wurden in den Abbey Road Studios gemastert und geschnitten, das Doppel-CD-Digipack im Schuber enthält zusätzlich ein 60-seitiges Farbbooklet mit ausführlichen Linernotes und zahlreichen Abbildungen zum Film und seiner Musik. Ein bislang komplett unveröffentlichter Track aus den Sessions ist ein weiteres Highlight der CD- bzw. LP-Sets.  

 

Entstanden war die Musik damals auf ganz spontane Weise. Eigentlich hatte Miles Davis Paris im November 1957 nur für ein Gastspiel im Club Saint-Germain besucht. Doch nach dem Auftritt sprach ihn Regisseur Louis Malle an und fragte ihn, ob er sich vorstellen könne, die Musik zu seinem neuen Film zu komponieren und einzuspielen. Nachdem er sich den Streifen in einer privaten Vorführung angeschaut hatte, sagt Miles zu. Und so ging er Anfang Dezember mit den Musikern, mit denen er im Club Saint-Germain aufgetreten war (Tenorsaxophonist Barney Wilen, Pianist René Urtreger, Bassist Pierre Michelot und Schlagzeuger Kenny Clarke), für zwei Tage ins Studio, um den Soundtrack für "Ascenseur pour l’echafaud" aufzunehmen. In seinem Hotelzimmer hatte er vorher nur ein paar vage Ideen skizziert, die er dann mit seinen Spielpartnern improvisierend meisterlich umsetzte. Herausgekommen ist dabei einer der absolut besten Jazz-Soundtracks aller Zeiten, der mit melancholischem Cool Jazz Stimmung und Spannung schafft.