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23.02.2018
Auf Streife im Netz

Mehr Respekt für die Lebenden! - Robert Glaspers Appell an die "Jazzpolizei"

Auf seiner Instagram-Seite beklagt Pianist Robert Glasper, dass die sogenannte "Jazzpolizei" sich zu sehr um verstorbene Legenden kümmere.

Auf Streife im Netz, Mehr Respekt für die Lebenden! - Robert Glaspers Appell an die Jazzpolizei Auf Streife im Netz - Robert Glasper

1974 setzte Frank Zappa in seinem Song "Be-Bop Tango" das vielzitierte Bonmot in die Welt, dass der Jazz nicht tot sei, sondern nur komisch rieche. Seitdem wird in regelmäßigen Abständen immer wieder darüber diskutiert, ob dem Jazz das Aussterben drohe. Robert Glasper, der als einer der aktuellen Erneuerer dieser Musik gilt, hat sich mit dem Thema schon öfter auseinandergesetzt. Seine Erkenntnis: Der Jazz ist keineswegs tot, wird aber leider von Toten dominiert.

 

Schuld daran hat in Glaspers Augen das Jazz-Establishment, das nach seiner Meinung in der Zeit der 1950er Jahre stehengeblieben sei, diese Tradition wahren möchte und sich dem Fortschritt entgegenstelle. Was Glasper so aufbringt, verdeutlicht ein Blick in die aktuellen US-amerikanischen iTunes-Jazz-Charts: In den Top 10 der Albumcharts tummeln sich mit Miles Davis, John Coltrane, Nina Simone, Louis Armstrong und Dave Brubeck gleich fünf längst nicht mehr unter den Lebenden weilende Jazzlegenden. Noch deutlicher zeigt sich die Tendenz in den Top 10 der Jazzsong-Charts: dort haben schon sieben von zehn Künstlern das Zeitliche gesegnet.

 

"Ihr werdet die Musik töten, wenn ihr nur Leute feiert, die bereits tot sind", sagt der sichtlich angefressene Robert Glasper in seiner Videobotschaft . "Ihr müsst anfangen, jüngere Musik zu unterstützen. Es ist die Tradition des Jazz, dass er sich kontinuierlich verändert, stets in Bewegung ist und niemals gleich bleibt." Dass er auf Instagram von seiner Botschaft aber auch noch eine von Kollege MonoNeon "harmonisierte" Rap-Version online gestellt hat, zeigt, dass Glasper seinen Sinn für Humor über all den Ärger nicht verloren hat.

 

Wesentlich besser gelaunt gibt er sich in einem anderen kurzen Video-Clip, der bei den Sessions für sein neues All-Star-Projekt "R+R Now" mit Terrace Martin aufgezeichnet wurde. Dort kann man ein wenig in die "LA studio vibes" hineinschnuppern und einige bekannte Gesichter entdecken.