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24.01.2018
Auf Streife im Netz

Nachgezählt - 90% des Jazz sind 50% Improvisation

Was ist Jazz? Im Internet findet man unzählige Definitionen und Erklärungsversuche. Den wahrscheinlich absurdesten Ansatz fand die Baseball-Legende Yogi Berra.

Auf Streife im Netz, Nachgezählt - 90% des Jazz sind 50% Improvisation Yogi Berra

Der 2015 gestorbene Lawrence Peter "Yogi" Berra gilt noch heute als einer der besten und erfolgreichsten Baseball-Spieler und -Trainer aller Zeiten. In seinen Jahren bei den New York Yankees und den New York Mets stellte er etliche Rekorde auf, von denen einige noch immer ungebrochen sind. Berühmtheit erlangte Berra aber auch als unfreiwilliger Meister des Malapropismus und aberwitziger, verschwurbelter Sprüche, die ihm zu Ehren "Yogiismen" getauft wurden. Das britische Wirtschaftsmagazin The Economist kürte ihn dafür 2005 zum "weisesten Narren der letzten 50 Jahre". Vor weiser Narretei strotzte auch das Interview, in dem Yogi Berra einmal versuchte, seinem immer verwirrter wirkenden Gesprächspartner den Jazz zu erklären. Das Lesen unseres Transkriptes erfolgt auf eigene Gefahr.

 

Interviewer: Was denken Sie, wie die Zukunft der Jazztrompete aussieht?

 

Yogi Berra: Ich denke, es wird eine Gruppe von Leuten geben, die sich noch nie getroffen haben, die ständig darüber reden...

 

Interviewer: Können Sie mir den Jazz erklären?

 

Yogi Berra: Das kann ich nicht, werde es aber trotzdem tun. 90% des gesamten Jazz sind zur Hälfte Improvisation. Die andere Hälfte ist der Part, den einige Leute spielen, während andere etwas spielen, das sie nie mit jemandem gespielt haben, der diesen Part schon gespielt hat. Wenn man also den falschen Part spielt, ist das richtig. Wenn man den richtigen Part spielt, könnte das richtig sein, wenn man ihn nur falsch genug spielt. Aber wenn man es zu richtig spielt, ist es falsch.

 

Interviewer: Das verstehe ich nicht.

 

Yogi Berra: Jeder, der sich mit Jazz auskennt, weiß, dass man ihn nicht verstehen kann. Er ist zu kompliziert. Das ist das, was daran so einfach ist.

 

Interviewer: Verstehen Sie ihn?

 

Yogi Berra: Nein. Deshalb kann ich ihn ja erklären. Wenn ich ihn verstehen würde, wüsste ich nichts über ihn.

 

Interviewer: Gibt es heute noch große lebende Jazzmusiker?

 

Yogi Berra: Nein. Alle großen Jazzmusiker, die heute noch leben, sind tot. Mit Ausnahme derer, die immer noch am Leben sind. Aber so viele von ihnen sind tot, dass diejenigen, die immer noch am Leben sind, sterben, um so zu sein wie diejenigen, die tot sind. Einige würden dafür sogar töten.

 

Interviewer: Was ist Synkopierung?

 

Yogi Berra: Das ist, wenn die Note, die man jetzt hören sollte, entweder gespielt wird, bevor oder nachdem man sie gehört hat. Im Jazz hört man Noten nicht, wenn sie gespielt werden, denn das wäre eine andere Art von Musik. Andere Arten von Musik können Jazz sein, aber nur, wenn sie das Gleiche sind wie etwas, das anders als diese anderen Arten ist.

 

Interviewer: Jetzt verstehe ich wirklich überhaupt nichts mehr.

 

Yogi Berra: Ich habe Ihnen nicht genug beigebracht, um den Jazz nicht gut genug nicht zu verstehen.

 

 

Das Interview im Original können Sie hier nachlesen.