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18.10.2017
JazzEcho-Plattenteller

Charles Pasi - gelbes Blue-Note-Album jetzt als schwarze Scheibe

Charles Pasi ist der erste französische Sänger, den Blue Note unter Vertrag nahm. Sein famoses Labeldebüt "Bricks" gibt es jetzt auch auf Vinyl.

Charles Pasi, Charles Pasi - gelbes Blue-Note-Album jetzt als schwarze Scheibe Charles Pasi - Bricks LP

Wenn vier tatsächlich gewinnt, befindet sich der gerade mal 33-jährige Charles Pasi mitten auf der Siegerstraße. Nach zwei in Eigenregie veröffentlichten Tonträgern sowie dem "Bricks"-Vorgänger ist Pasi mit seiner neuen Plattenfirma dort angekommen, wo seine Musik augen- und ohrenscheinlich hingehört. Egal, ob man sein neues Label-Zuhause als traditionell-innovativ oder doch eher innovativ-traditionell bezeichnet - ganz genauso verhält es sich auch mit Pasis Musik.

Der rote Klang-Faden, den Pasi seit seinem Erstlingswerk spinnt, zieht sich auch durch "Bricks": Eine erdige, von reichlich klassischen Blues-Elementen wohl-informierte Mischung aus Vokal-Pop und Mainstream-Jazz, die mit Songs von maximal dreieinhalb Minuten Länge alles auf den Punkt bringt, was nötig ist. Lediglich die "unplugged"-Version des Titels "Shoot Somebody" (früher hätte das möglicherweise einfach nur "Alternate Take" geheißen) ragt da mit gut fünf Minuten Spiellänge heraus. Und das nicht nur bezogen auf die Dauer; denn die anderen zehn Songs auf "Bricks" bestechen durch eine Sound-Homogenität, die ihresgleichen sucht.

Die wesentlichsten Zutaten dabei sind: Ein knochentrockener (weil so funky) und gleichzeitig butterweicher (weil so schöner) Bass, das fast auf allen Kompositionen vertretene Fender Rhodes, sowie Pasis fast schon aktiv-aggressives und deswegen einigermaßen einzigartiges Mundharmonika-Spiel, das weder an Toots Thielemans, noch an Stevie Wonder und zum Glück auch nicht an Bob Dylan erinnert (Anspieltipp: "Burn Out"). Auch nicht zu unterschätzen: Das vollmundig rumpelnde Schlagwerk, das im Zusammenspiel mit Handclaps, Schellenkränzen und was da an Perkussivem noch so fleucht und kreucht, für die notwendige Bodenhaftung sorgt.

In der Kürze liegt hier die Würze: ein Album mit einer knackigen Gesamt-Spieldauer von nur 35 Minuten lässt sich hervorragend auf einer nicht ganz 180g wiegenden Langspielplatte unterbringen. Und ja - wer auch immer für den Sound auf den Schwarzes-Gold-Exemplaren verantwortlich zeichnet, hat alles richtiggemacht. Leider gibt es keinen Download-Code. Egal, wer diese LP besitzt wird sie eh am liebsten analog drehen.