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24.03.2017
Eliane Elias

Tanz auf den Tasten - neues Eliane-Elias-Album

Es ist noch kein Meister (und übrigens auch noch keine Meisterin) vom Himmel gefallen. Selbst ein musikalisches Wunderkind und Ausnahmetalent wie Eliane Elias war im Laufe seiner Karriere auf die Hilfe des einen oder anderen Steigbügelhalters angewiesen. Auf ihrem neuen Album "Dance Of Time" zollt die brasilianische Pianistin und Sängerin nun einer Reihe von Musikern Tribut, die sie am Anfang ihrer Karriere in Brasilien und später in den USA besonders inspiriert und gefördert haben. Einen ganz besonderen Charme gewinnen die schwungvollen Aufnahmen dadurch, dass es Eliane Elias gelang, all diese Mentoren und Freunde auch als Gäste ins Studio zu holen: von Amilton Godoy über João Bosco und Toquinho bis hin zu Mike Mainieri, Randy Brecker und Mark Kibble.

Amilton Godoy, der mittlerweile 76-jährige Pianist des legendären Zimbo Trio, hatte die damals erst 13-jährige Eliane unter seine Fittiche genommen und sie früh in die Geheimnisse des Jazz und der Improvisation eingeweiht. Als Eliane 17 Jahre alt war, wurde der Sänger, Songwriter und Gitarrist Toquinho auf sie aufmerksam und nahm sie auf eine Tournee mit. In dieser Zeit begann er ein Stück mit dem Titel "Eliane" zu komponieren, das er aber nie zu Ende brachte. Nun hat er es zusammen mit der Pianistin unter dem neuen Titel "Pra não chorar"endlich fertiggestellt und auch gleich aufgenommen. Der Sänger, Gitarrist und Songwriter João Bosco wiederum, den man hier mit seinem Hit "Coisa feita" hören kann, übte mit der Intensität seiner Musik einen frühen prägenden Einfluss auf die junge Pianistin aus.

Aus den USA, seit 1981 Elianes neue Heimat, sind als Gäste Trompeter Randy Brecker, Vibraphonist Mike Mainieri und Take-6-Sänger Mark Kibble mit von der Partie. Brecker, mit dem die Pianistin lange verheiratet war, ist auch der Vater ihrer Tochter Amanda Brecker, die 2008 ihre eigene Karriere als Sängerin startete. In Mike Mainieris Fusion-Band Steps Ahead gelang der Brasilianerin 1983 der internationale Durchbruch. Und mit Mark Kibble ist Eliane Elias schon seit den 1980er Jahren eng befreundet.

"Ich wollte Musiker dabei haben, die für mich von großer Bedeutung waren, als ich meine Karriere startete", sagt die Protagonistin. "‘Dance Of Time’ repräsentiert das gesamte Spektrum meiner Karriere, von ihren Anfängen bis heute." Auf "Dance Of Time" knüpft sie an das erfolgreiche Vorgängeralbum "Made In Brazil"-Album an, für das sie 2016 ihren ersten Grammy erhielt. Aber diesmal verleiht sie den von ihr interpretierten brasilianischen Klassikern - darunter Songs von João Gilberto und Chico Buarque - einen dezidiert zeitgenössischen Sound. Außerdem lockert sie das Repertoire durch eigene Kompositionen und erfrischend moderne Überarbeitungen von Kurt Weills Jazzballade "Speak Low" und Frank Sinatras Hit "You’re Getting To Be A Habit With Me" auf. Gekennzeichnet ist das gesamte Album aber vor alllem von der rhythmischen Lebhaftigkeit des Samba.