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10.02.2017

Jazzpionier aus Dänemark - zum Tod von Svend Asmussen

Er begann seine Karriere zu einer Zeit, als europäische Jazzmusiker in den USA noch als Exoten betrachten wurden. Der am 28. Februar 1916 in Kopenhagen geborene Violinist, Vibraphonist und Sänger Svend Asmussen schlug seine professionelle Laufbahn als 17-Jähriger ein und begleitete schon wenig später Größen wie Josephine Baker und Fats Waller bei Gastspielen in seiner Heimat Dänemark oder auf Kreuzfahrtschiffen. Zunächst von Joe Venuti und später von Stuff Smith beeinflusst, machte sich Asmussen erst einen hervorragenden Namen als Swingmusiker, bevor er ins Lager der Bebopper wechselte. Aber er experimentierte auch mit Jazz-Rock, nahm 1978 ein Album mit dem indischen Geiger L. Subramaniam auf und verkaufte in seiner Heimat unzählige Alben mit populärem Orchestersound.

Unvergessen werden von Svend Asmussen nicht zuletzt die spannenden "Violin Summits" bleiben, die er 1963 - auf Einladung von Duke Ellington - mit Stéphane Grappelli und Ray Nance, sowie drei Jahre später mit Grappelli, Stuff Smith und Jean-Luc Ponty abhielt. Darüber hinaus arbeitete er im Laufe seiner rund acht Jahrzehnte umspannenden Karriere u.a. mit Django Reinhardt, Benny Goodman, Lionel Hampton, Toots Thielemans, John Lewis, Kenny Drew und Niels-Henning Ørsted Pedersen. Zur Ruhe setzte er sich erst 2010. Exakt drei Wochen vor seinem 101. Geburstag ist Svend Asmussen nun am 7. Februar 2017 im dänischen Dronningmølle verstorben.