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09.02.2017
Various Artists

Besser spät als nie - Lee Konitz debütiert bei Impulse!

Various Artists, Besser spät als nie - Lee Konitz debütiert bei Impulse! Lee Konitz mit dem Kenny Barron Trio

Es ist nie zu spät, ein neues Karrierekapitel aufzuschlagen. Vor allem dann nicht, wenn man Lee Konitz heißt. Mit beinahe 90 Jahren legt der Altsaxophonist unter dem Titel "Frescalalto" sein allererstes Album bei Impulse! Records vor. Das mag überraschen, da dieses Label insbesondere in den 1960er Jahren viele der großen Individualisten des Jazz unter Vertrag hatte. Und Konitz hatte sich den Ruf, ein solcher zu sein, schon sehr früh erworben. Als einer der wenigen Altsaxophonisten - manche sagen sogar als einziger! - entzog er sich dem übergroßen Einfluss von Charlie Parker und entwickelte in den 1940er Jahren seinen ureigenen Stil. Instrumentalkollege John Zorn nannte ihn deshalb einen der "gleichbleibend brillantesten, abenteuerlichsten und originellsten Improvisatoren in der Jazztradition - ein Genie, das so selten ist wie Bird selbst."

Für die Einspielung von "Frescalalto" tat sich der Veteran mit drei ebenfalls hochangesehenen Partnern zusammen: Pianist Kenny Barron, Bassist Peter Washington und Schlagzeuger Kenny Washington. Die Wege der Musiker dieses Quartetts hatten sich zuvor schon des Öfteren gekreuzt.

Schlagzeuger Kenny Washington machte 1977 sein Plattendebüt mit dem Lee Konitz Nonet und begleitete den Saxophonisten 1992 auch auf dem Album "Jazz Nocturne", das zudem Kenny Barron featurete. Kenny Washington und der nicht mit ihm verwandte Peter Washington sind seit Jahrzehnten eines der besteingespielten Rhythmustandems der New Yorker Jazzszene und haben dort mehrfach mit Barron gearbeitet.

Auf "Frescalalto" interpretiert das Quartett neben fünf zeitlosen Standards drei Kompositionen aus der Feder des Leaders. Dabei ist erstaunlich, wie es Konitz und seine Begleiter schaffen, jegliche Klischees zu vermeiden und den weithin bekannten Nummern völlig neue Nuancen zu verleihen. "Meine Art der Vorbereitung ist: nicht vorbereitet zu sein", kokettierte Konitz einmal, bevor er verschmitzt hinzufügte: "Und das erfordert eine Menge Vorbereitung." Das mag vielleicht erklären, weshalb er nach wie vor so erfrischend unangestrengt und unorthodox klingt.