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28.10.2016
Wolfgang Muthspiel

Wolfgang Muthspiels neues Album "Rising Grace" - zwischen Poesie und subtiler Virtuosität

Auf "Rising Grace" kombinieren der österreichische Gitarrist und sein amerikanisches All-Star-Quintett songartige Kompositionen mit faszinierenden Improvisationen.

Wolfgang Muthspiel, Wolfgang Muthspiels neues Album Rising Grace - zwischen Poesie und subtiler Virtuosität © Laura Pleifer/ECM Records Wolfgang Muthspiel, Ambrose Akinmusire, Brad Mehldau, Larry Grenadier, Brian Blade

Als eine "Lichtgestalt" unter den zeitgenössischen Jazzgitarristen bezeichnete das Magazin The New Yorker vor einigen Jahren  den Österreicher Wolfgang Muthspiel, der 2014 mit dem Album "Driftwood" sein gefeiertes ECM-Debüt als Leader gab. Begleitet wurde Muthspiel auf dem Album, das der britische Guardian vor allem für seine "ätherischen, reflektierenden und strukturellen Qualitäten" lobte, von zwei langjährigen musikalischen Partnern: dem Bassisten Larry Grenadier und dem Schlagzeuger Brian Blade. Für das ungemein poetische Nachfolgealbum "Rising Grace" stellte der Gitarrist nun ein ganz besonderes Quintett zusammen: denn zu ihm und dem auf subtile Weise virtuosen Grenadier/Blade-Rhythmusgespann gesellen sich mit Pianist Brad Mehldau und  Trompeter Ambrose Akinmusire noch zwei der gefragtesten Solisten der heutigen US-Jazzszene.

Wie man es von ihm mittlerweile gewohnt ist, wechselt Muthspiel auch auf "Rising Grace" zwischen der elektrisch verstärkten und einer klassisch klingenden akustischen Gitarre, um mal groovige Kompositionen ("Boogaloo") und dann wieder berückend poetische Stücke ("Rising Grace") zu spielen. Die lyrischen Höhenflüge von Akinmusires Trompete und die tastenden Improvisationen von Mehldau durchziehen Muthspiels abwechslungsreiches Repertoire wie ein goldener Faden. Neben einer Hommage an den 2014 verstorbenen Trompeter Kenny Wheeler (spitzfindig "Den Wheeler, Den Kenny" betitelt) bietet das Album mit "Wolfgang's Waltz" auch ein verschachteltes, aber sehr melodisches Stück, das Brad Mehldau eigens für diese Sessions schrieb.

Jeder einzelne Musiker dieses Quintetts der Bandleader hat auf seinem Instrument einen Sound, der wie ein Fingerabdruck unverwechselbar ist. Besonderen Wert legt Wolfgang Muthspiel aber nicht nur auf faszinierende und individuelle Klänge, sondern auch auf eine subtile musikalische Narrative, selbst wenn er dafür keine Worte benutzt. "Ich liebe es, Stücke zu schreiben, die die Qualität eines Songs besitzen", meint der Gitarrist. "Stücke, an die man sich erinnern und die man mitsingen kann. Die Musiker diese Band teilen diese Vorliebe mit mir - wir alle mögen die Sachen von Leuten wie Joni Mitchell, den Beatles oder Radiohead. Aus diesem Grund achten wir auch stets besonders darauf, dass die Songqualität eines Stücks herausgestellt wird, bevor wir über es improvisieren."