Jazz Newsletter

Wir versenden wöchentlich den aktuellen Jazzecho Newsletter. Um keine Neuigkeit zu verpassen, können Sie sich gern hier mit Ihrer eMail-Adresse registrieren. Der Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden.

OK

Labels

Im Bereich Labels finden Sie Informationen zu den wichtigsten und bekannstesten Jazzlabels der Welt:

Artikel

14.04.2016

Jazz-Mix Deluxe - Marcus Strickland braut spannende "Jazz-Suppe"

Marcus Strickland, Jazz-Mix Deluxe - Marcus Strickland braut spannende Jazz-Suppe Marcus Strickland - 2016

Vorsicht! Nicht überall, wo "neu" draufsteht, ist auch tatsächlich etwas Neues drin. Unter Musikern hat es sich eingebürgert, dass sie bei nahezu jedem Album plakativ darauf hinweisen wie "vollkommen neu und anders" die Musik desselben ist. Und nun kommt Saxophonist Marcus Strickland einfach daher und macht es umgekehrt: Denn sein Debütalbum für Blue Note hat er kokett "Nihil Novi" betitelt. Das ist Latein und bedeutet "Nichts Neues".

"Ich versuche nicht krampfhaft etwas Neues zu kreieren, sondern denke stattdessen darüber nach, was mich umgibt", meint der 37-Jährige, der sich seine Sporen an der Seite von Roy Haynes, Dave Douglas und Jeff "Tain" Waits verdiente. "Im Buch Ecclesiastes heißt es: ‘Es gibt nichts Neues unter der Sonne.’" Dafür, dass sie "nichts Neues" kreieren, klingen Strickland und seine formidable Band Twi-Life allerdings verdammt frisch und unverbraucht. Das gelingt ihnen durch einen Mix ungewöhnlicher musikalischer Elemente.

Für die meisten Menschen liegen zwischen den cleveren Hip-Hop-Beats von J Dilla und den volkstümlichen ungarischen Liedern Béla Bartóks, dem kraftvollen-ausgelassenen Afro-Beat Fela Kutis und dem anspruchsvollen Jazz von Charles Mingus musikalische Welten. Marcus Strickland führt all diese (und noch ganz andere) Welten auf "Nihil Novi" mit seiner Band und Gästen wie Meshell Ndegeocello (die das Album auch produzierte), Robert Glasper, Jean Baylor, Pino Palladino und Chris Dave zu einem Ganzen zusammen. Und das Ergebnis ist nicht etwa ein kosmisches Klangchaos, sondern eines der spannendsten zeitgenössischen Jazzalben der letzten Jahre. "Nihil Novi" enthält ausschließlich Originalkompositionen und reflektiert Stricklands Leidenschaft für DJ-Beat-Produktionen. Diese haben sowohl die Art, wie er komponiert, geformt als auch die Art, wie er improvisiert. Das war auch der Grund, weshalb er Meshell Ndegeocello als Produzentin für sein Album ausgewählt hat.
Noch im April wird Strickland mit seiner Band Twi-Life die Musik von "Nihil Novi" in Deutschland live präsentieren. Am 22. April gastiert das Ensemble im Club Bahnhof Ehrenfeld in Köln, am 28. April in der Münchener Unterfahrt und am 29. April im Sudhaus in Tübingen.