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08.04.2016
Various Artists

Notes From New York - Bill Charlap swingt im Mainstream gegen den Strom

Various Artists, Notes From New York - Bill Charlap swingt im Mainstream gegen den Strom Bill Charlap - 2016

Der gerade frisch Grammy-gekürte Bill Charlap, so raunt man in der New Yorker Szene, habe die gesamte Jazzgeschichte im Kopf und könne sie jederzeit in seine zehn Fingern kanalisieren. Auch gäbe es kaum einen Pianisten, der das "Great American Song Book" so in- und auswändig kenne wie er. Gezeigt hat er dies zuletzt wieder einmal an der Seite des Jazz-Crooners Tony Bennett. Ihr gemeinsames Album "The Silver Lining: The Songs Of Jerome Kern" wurde Anfang des Jahres Grammy ausgezeichnet. Nun legt das Bill Charlap Trio, das in den letzten Jahren selbst auch schon zweimal für  Grammys nominiert war, mit "Notes From New York" ein neues eigenes Album vor. Und auf dem interpretiert es neun mal mehr ("I'll Remember April", " A Sleepin' Bee", "On The Sunny Side Of The Street"), mal weniger ("Make Me Rainbows", "Little Rascal On A Rock", "Tiny's Tempo") bekannte Juwelen aus dem "Great American Song Book"- stets geschmackssicher, fantasievoll und virtuos.

Dass Bill Charlap Broadway-Songs, Tin-Pan-Alley-Schlager und andere Jazzstandards scheinbar aus dem Effeff beherscht, liegt nicht zuletzt an seinem Elternhaus. Denn als er Ende der 1960er Jahre in Manhattan aufwuchs, gingen bei seinen Eltern - dem 1974 verstorbenen Broadway-Komponisten Morris "Moose" Charlap und der Sängerin Sandy Stewart  - zahlreiche befreundete Songwriter-Größen wie Charles Strouse, Yip Harburg, Marilyn und Alan Bergman ein und aus. Bereits mit drei Jahren lernte der kleine Bill Klavier spielen. Später nahm ihn Bill Mays (der u.a. mit Al Jarreau, Peggy Lee, Frank Sinatra und Sarah Vaughan arbeitete) unter seine Fittiche und verschaffte ihm auch seinen ersten Job im Gerry Mulligan Quartet. Danach arbeitete Charlap mit Jazzlegenden wie Benny Carter, Phil Woods, Clark Terry, Frank Wess, Sheila Jordan und immer wieder Tony Bennett. Kein Wunder also, dass er heute als einer der besten Mainstream-Jazz-Pianisten der Gegenwart gilt. "Notes From New York", zusammen mit seinem bewährten Trio mit Peter Washington (Bass) und Kenny Washington (Schlagzeug) aufgenommen, ist dafür nur der jüngste Beweis.