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31.03.2016

Wolfert Brederode Trio - Musik von bedrohlicher Schönheit

Zum wesentlichen Kern der Musik ist der niederländische Pianist Wolfert Broderode mit seinem neuen Trio auf dem Album "Black Ice" vorgestoßen.

Wolfert Brederode Trio, Wolfert Brederode Trio - Musik von bedrohlicher Schönheit © Peter van Beeck/ECM Records Gulli Gudmundsson, Wolfert Brederode, Jasper van Hulten

Nach seinen Quartett-Abenteuern auf "Currents" und "Post Scriptum" kehrt Wolfert Brederode wieder zum Trio-Format zurück. Und "Black Ice" ist eine treffende Metapher für die neue Musik mit ihrem schimmerndem Lyrismus, ihrer Transparenz und einem Hauch von Bedrohlichkeit. "Ich finde die Kombination von Bedrohlichkeit und Schönheit faszinierend", meint der Pianist. Sowohl Brederode als auch der isländische Bassist Gulli Gudmundsson warten mit geschmeidigen melodischen Einfällen auf, während sich der einfallsreiche, feinfühlige Schlagzeuger Jasper van Hulten als kongeniale Ergänzung des eingespielten Teams erweist.

Brederode und Gudmundsson haben in den letzten zwanzig Jahren in den unterschiedlichsten Kontexten - von freier Improvisation bis hin zu Theatermusik - miteinander gearbeitet und ein stark ausgeprägtes intuitives Verständnis entwickelt. Kennengelernt haben sie sich in den 1990er Jahren, als beide am Königlichen Konservatorium in Den Haag studierten. "Wir spürten sofort, dass wir eine starke musikalische Verbindung hatten", erinnert sich der Niederländer. Ihre kreative Kompatibilität bewiesen sie erst in einem früheren Trio Brederodes, das sich später zu dem von Wolfert zusammen mit dem Schlagzeuger Eric Ineke geleiteten Quintett entwickelte. 2006 stieß der Pianist dann zu Gudmundssons Trio Binary Orchid, das von dem norwegischen Trompeter Arve Henriksen komplettiert wurde. Und zusammen spielen Pianist und Bassist auch heute noch im Quartett des niederländischen Tenorsaxophonisten Yuri Honing.

"Stimmung und Atmosphäre geben in diesem Trio die Richtung vor", sagt Brederode über diese neue Zusammenarbeit mit Gudmundsson und van Hulten, "die Geschichten, die wir erzählen, werden nicht immer zu Ende geführt oder abgeschlossen. Als Hörer mag ich es, wenn man mir Raum lässt, um die Musik in meinem Kopf selbst fortzuführen..." Das Ziel war "die Songs auf eine unvoreingenommene und offene Art anzugehen" und bei den Proben und Aufnahmen nach und nach Klangschichten abzustreifen und den wesentlichen Kern der Musik freizulegen.