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10.03.2016

Ferenc Snétbergers ECM-Debüt - Eine Art ungarisches Pendant zu Egberto Gismonti

Auf "In Concert" offenbart Gitarrenvirtuose Ferenc Snétberger ein schillerndes Spektrum an Einflüssen, von Bach über Tango Nuevo und Samba bis zur freien Improvisation.

Ferenc Snétberger, Ferenc Snétbergers ECM-Debüt - Eine Art ungarisches Pendant zu Egberto Gismonti © Raffay Zsófi Ferenc Snétberger

Mit "In Concert", seiner erster Aufnahme für ECM, schließt sich für den ungarischen Gitarristen Ferenc Snétberger ein Kreis. Das Album ist die Aufzeichnung eines Solokonzerts, das Snétberger 2013 an der Liszt-Akademie in Budapest gab, wo er einst als junger Zuhörer ein einschneidendes Erlebnis hatte: "Ich hörte dort Bach, und dies änderte mein Leben." Bis zu diesem Zeitpunkt war Snétbergers musikalischer Horizont vornehmlich vom Jazz bestimmt gewesen. Aufgewachsen war er in einer ausgesprochen musikalischen Roma-Familie. Sein Vater und zwei seiner Brüder spielten Gitarre und bei ihnen zu Hause liefen ständig Platten mit der Musik von John Coltrane, Charlie Parker, Jim Hall und natürlich Django Reinhardt. "Ich begann mit Jazz, aber dann wurde der Einfluss, den die Klassik auf mich ausübte, sehr stark."

Danach entdeckte er auch brasilianische und andere südamerikanische Musik sowie den Flamenco für sich. Einen inspirierenden Schock erlebte er, als er Egberto Gismonti im Duo mit dem am 9. März 2016 verstorbenen Perkussionisten Naná Vasconcelos hörte. Das Spektrum all dieser stilistischen, kulturellen und persönlichen Einflüsse hat die Musik gefärbt, die man nun auf "In Concert" hören kann. Es ist gerade Snétbergers raffinierte Heterogenität, die das ständige Abebben und Aufwallen seiner Musik so fesselnd macht. Mal dominiert in seinen Stücken die freie Improvisation, dann wieder sind es Elemente von Tango Nuevo oder Samba und natürlich auch Johann Sebastian Bach. Acht der Stücke von "In Concert" sind durchnummeriert und tragen den Titel Budapest. Obwohl die ungarische Metropole nicht seine Heimatstadt ist (das ist Salgótarján, 120 Kilometer weiter nördlich), liegt sie ihm ganz besonders am Herzen. Abgerundet wird das Album mit einer Interpretation des Jazzstandards "Over The Rainbow", den Snétberger bei seinem Auftritt in der Liszt-Akadmie als Zugabe spielte.

Nachdem er mit "In Concert" nun seine musikalische Visitenkarte bei ECM abgeliefert hat, nimmt Ferenc Snétberger als nächstes eine Aufnahme mit seinen neuen Trio-Partnern Anders Jormin und Joey Baron in Angriff.