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23.10.2015
Back To Black

Miles Davis und mehr - Der vorletzte Blue-Note-LP-Fünferpack

Back To Black, Miles Davis und mehr - Der vorletzte Blue-Note-LP-Fünferpack Miles Davis - Volume 2

Im März 2014 brachte das Label Blue Note zur Feier seines 75-jährigen Jubiläums die ersten fünf Alben in seiner monumentalen Vinyl-Reissue-Reihe "Back To Blue" heraus. Seitdem erschienen jeden Monat fünf weitere Klassike, aber auch ein paar mehr zeitgenössische Meisterwerke auf 180 Gramm schwerem, audiophilem Vinyl. Jetzt neigt sich die Reihe dem Ende zu, denn diesen Monat steht bereits der vorletzte Fünferpack auf dem Programm. Aber der hat es wahrlich in sich, denn Miles Davis' "Volume 2", Art Blakeys "Moanin'", Horace Silvers "Blowin' The Blues Away", McCoy Tyners "Expansions" und John Scofields "Time On My Hands" sollten in keiner guten Jazzsammlung fehlen.

Miles Davis - Volume 2

Nachdem im Juni schon eine erste Compilation mit Miles Davis' Blue-Note-Aufnahmen auf Vinyl erschienen ist, folgt nun "Volume 2" mit weiteren Einspielungen, die der Trompeter zwischen Mai 1952 und März 1954 für das Label gemacht hatte. Im Mittelpunkt steht hier die inspirierte 1954er Session, bei der Davis eine luxuriöse Rhythmusgruppe mit Pianist Horace Silver, Bassist Percy Heath und Schlagzeuger Art Blakey bei der Aufnahme von Davis-Kompositionen wie "Take Off", "Lazy Susan", "Weirdo" und "The Leap", aber auch Thelonious Monks "Well, You Needn't" und dem Rodgers/Hart-Standard "It Never Entered My Mind" zur Seite stand.

Art Blakey & The Jazz Messengers - Moanin'

Es ist schwer zu entscheiden, welche der vielen Reinkarnationen von Art Blakeys Jazz Messengers wirklich die beste war. Für nicht wenige Jazzkritiker war der primus inter pares die Besetzung mit Trompeter Lee Morgan, Tenorsaxophonist Benny Golson, Pianist Bobby Timmons und Bassist Jymie Merritt. Nicht zuletzt wegen des 1958 aufgenommenen Albums "Moanin'". Der Kultursender Arte nahm es in seine Reihe "Jahrhundertaufnahmen des Jazz" auf. "Mit diesem Album gelang es, so etwas wie die Quintessenz des Hardbop zu formulieren", begründete Bert Noglik die Wahl, "eine kraftvolle, auf die afroamerikanischen Wurzeln des Jazz bezogene und zugleich für die damalige Zeit außerordentlich moderne Musik, angereichert mit Elementen aus Blues, Funk und Soul, in Opposition stehend zu den sanften Sounds des Cool Jazz, wie er an der amerikanischen Westküste gespielt wurde."

Horace Silver Quintet - Blowin' The Blues Away

Pianist Horace Silver gilt als der Mann, der die als "funky" bezeichnete Spielweise in den Jazz eingeführt hat. Wie diese klingt, zeigte er 1959 vorbildlich auf seinem fantastischen Hardbop-Album "Blowin' The Blues Away", auf dem er erstmals zwei seiner Kompositionen vorstellte, die heute absolute Klassiker sind: die wunderbare Ballade "Peace" und die gospelige Nummer "Sister Sadie". Billboard feierte das mit Trompeter Blue Mitchell, Tenorsaxophonist Junior Cook, Bassist Gene Taylor und Schlagzeuger Louis Hayes eingespielte Album damals als "wirklich funkiger Jazz in progressiver Manier".

McCoy Tyner - Expansions

"Die anregende Musik, die an den Grenzen des modernen Mainstream-Jazz rüttelt und sie verschiebt, kann man irgendwo zwischen fortschrittlichem Hardbop und Avantgarde einordnen", meinte Scott Yanow im All Music Guide über McCoy Tyners Album "Expansions". Aufgenommen hatte es der vormalige Coltrane-Pianist 1968 mit Trompeter Woody Shaw, Altsaxophonist/Flötist Gary Bartz, Tenorsaxophonist Wayne Shorter, den Bassisten Ron Carter und Herbie Lewis sowie Drummer Freddie Waits. Besonderer Höhepunkt: in dem zwölfminütigen "Song of Happiness" ist Wayne Shorter an der Klarinette zu hören!

John Scofield - Time On My Hands

Zwischen 1984 und 19989 spielte John Scofield für das Label Gramavision sechs Alben ein, auf denen er sich mit Fusion, Funk und Rhythm'n'Blues auseinandersetzte. Mit seinem ersten Album für Blue Note, "Time On My Hands", schlug er 1990 ein neues musikalisches Kapitel auf: in Gesellschaft von Tenorsaxophonist Joe Lovano, Bassist Charlie Haden und Schlagzeuger Jack DeJohnette kehrte er in deutlich jazzigere Gefilde zurück, ohne dabei jemals konventionell zu klingen. "Time On My Hands" war der Auftakt zu einer Serie von erfolgreichen Quartett- Alben, die Scofield mit Lovano machte und an die er gerade erst auf seinem Impulse!-Album "Past Present" wieder angeknüpft hat.