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26.06.2015
Back To Black

Back To Blue: Ein schöner Rücken und vier Klassiker

Cassandra Wilson, Back To Blue: Ein schöner Rücken und vier Klassiker © Blue Note Records Cassandra Wilson

Ein schöner Rücken kann entzücken. Das war auch 1996 so, als Cassandra Wilsons Blue-Note-Album "New Moon Daughter" nicht nur musikalisch Aufsehen erregte. Und wie viel schöner ist ein schöner Rücken in LP- statt CD-Größe. Vielleicht auch deshalb kommt das Album nun in der Back-To-Blue-Reihe auf Vinyl heraus, zusammen mit den vier Klassikern “A New Perspective” von Donald Byrd, “One Flight Up” von Dexter Gordon, “The Turnaround!” von Hank Mobley und “The Scene Changes” von Bud Powell. Natürlich wie immer auf audiophilem 180-Gramm-Vinyl und mit Album-Downloadcodes.

 

Cassandra Wilson - New Moon Daughter

 

Mit “Blue Light ‘til Dawn” hatte Cassandra Wilson 1993 ihren erfolgreichen Einstand bei Blue Note gefeiert. Und mit dem ebenfalls von Craig Street produzierten Album “New Moon Daughter”, das 1996 Platz 1 der Billboard-Jazzcharts eroberte und nun als Doppel-Vinyl neu aufgelegt wird, konnte sie diesen Erfolg konsolidieren. Eklektischer als hier hatte sich Wilson nie zuvor präsentiert. Das Repertoire enthielt Songs von U2 und den Monkees, Hoagy Carmichael, Hank Williams und Neil Young, den Blues-Legenden Son House und Robert Johnson, den Billie-Holiday-Klassiker “Strange Fruit” und natürlich auch Eigenkompositionen.

 

Donald Byrd - A New Perspective

 

Mit “A New Perspective” 1963 spielte der Trompeter Donald Byrd 1963 ein Hardbop-Album mit einem sehr speziellen Kick ein. Schon die Besetzung seines Septetts - mit Vibraphonist Donald Best und Gitarrist Kenny Burrell neben Herbie Hancock, Hank Mobley, Butch Warren und Lex Humphries - war für das Genre ungewöhnlich. Eine wirklich neue Perspektive gewann die Musik aber durch einen achtköpfigen Gospelchor. “Wegen meines eigenen Backgrounds wollte ich schon immer ein ganzes Album mit Spiritual-ähnlichen Stücke aufnehmen”, erklärte Byrd damals. “Die Jazzmusiker aus New Orleans spielten früher oft religiöse Musik - erweiterten sie aber mit ihren eigenen Jazzstrukturen und -techniken. Als moderne Jazzer nähern wir uns dieser Tradition jetzt mit Respekt und großem Vergnügen.”

 

Dexter Gordon - One Flight Up

 

Wie Bud Powell schlug auch der Tenorsaxophonist Dexter Gordon seine Zelte vorübergehend in Paris auf. In dieser Zeit nahm er für Blue Note dort die Alben “Our Man in Paris” (1963) und “One Flight Up” (1964) auf. Zusammen mit Trompeter Donald Byrd, Pianist Kenny Drew, dem dänischen Bassisten Niels-Henning Ørsted Pedersen und Drummer Art Taylor interpretiert Gordon hier zwei epische Originale von Byrd (“Tanya”) und Drew (“Coppin’ The Haven”) sowie einen Standard (“Darn That Dream”).

 

Hank Mobley - The Turnaround!

 

Ein Album, das seinem Titel “The Turnaround!” voll und ganz gerecht wurde. Denn es dokumentierte einen wichtigen Umschwung (turnaround) im Spielstil des Tenorsaxophonisten Hank Mobley. Die erste Session, bei der im März 1963 zwei Stücke mitgeschnitten wurden, machte Mobley wenige Monate nachdem er die Band von Miles Davis verlassen hatte. Sein Ton ist hier noch rund und warm. Als er dann im Februar 1965 erneut ins Studio ging, um die restlichen vier Stücke für das Album aufzunehmen, spielte der Tenorist viel pointierter, bluesiger und mit mehr Biss. Beide Male konnte Mobley dabei mit absolut hochkarätigen Partnern arbeiten: bei der ersten Session mit Donald Byrd, Herbie Hancock, Butch Warren und Philly Joe Jones, bei der zweiten mit Freddie Hubbard, Barry Harris, Paul Chambers und Billy Higgins.

 

Bud Powell - The Scene Changes: The Amazing Bud Powell, Vol. 5

 

“The Scene Changes” betitelte Blue Note 1959 ein Album von Bud Powell. Und der brillante Bebop-Pianist war tatsächlich einer der Musiker gewesen, die die Jazzszene grundlegend verändert hatten. Bevor er nach Paris übersiedelte, nahm Powell Ende Dezember 1958 mit dem Bassisten Paul Chambers und dem Schlagzeuger Art Taylor dieses letzte Album für Blue Note auf, das vor allem seine Fähigkeiten als Komponist hervorhob. In Paris sollte Powell erst drei Jahre später wieder in ein Studio gehen, um endlich ein neues Album einzuspielen.